Beispiele

 

Europäischer Best-Practice-Preis für solingen-spart.de

Der Solinger Bürgerhaushalt wurde vom Europäischen Institut für öffentliche Verwaltung ausgezeichnet: Anfang 2011 hatte das Institut den Wettbewerb „European Public Sector Award,“ kurz EPSA, europaweit ausgeschrieben. Von 247 Gemeinden und öffentlichen Stellen, die sich um den Preis bewarben, erhielten 58 ein „Best Practice Certificate“, berichtet die Rheinische Post in einem Artikel. Der Solinger Sparhaushalt sei ein Erfolgsmodell für öffentliches Verwaltungshandeln in Europa, hieß es laut Artikel in der Begründung für die Auszeichnung.

Der European Public Sector Award wird von der Europäischen Kommission und zehn europäischen Ländern unterstützt. Er soll die innovativsten, effizientesten und leistungsfähigsten Teilnehmer aus dem öffentlichen Sektor Europas zusammenführen. An dem Wettbewerb können sich sämtliche Ebenen der öffentlichen Verwaltungen in Europa beteiligen. Die Zielsetzung von EPSA besteht darin, ein europaweites Netzwerk für beispielhafte Leistungen im öffentlichen Dienst zu schaffen.

Link zum Artikel der Rheinischen Post

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Hilden ist Rekordhalter

In verschiedenen Varationen führt die Stadt Hilden seit mittlerweile 11 Jahren einen Bürgerhaushalt durch – das damit älteste und kontinuierlichste Bürgerhaushaltsprojekt in Deutschland. Angefangen hat alles als Modellprojekt des Landes NRW: Im Rahmen des Projekts „Kommunaler Bürgerhaushalt“ wurden in sechs Pilotkommunen in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium NRW und der Bertelsmann Stiftung über von 2000 bis 2004 Bürgerhaushalte durchgeführt. Zu den Projektkommunen zählten neben Hilden auch Castrop-Rauxel, Emsdetten, Monheim, Vlotho und Hamm. Vier der Kommunen sind auf unserer Karte mittlerweile mit „A“ wie Abstellgleis eingetragen, lediglich Emsdetten führt zumindest in Form von Bürgerkonferenzen zum Teil auch noch Haushaltsberatungen durch. Das einzige beständige Bürgerhaushaltsverfahren ist allerdings das der Stadt Hilden.

Der diesjährige Haushalt steht ganz im Zeichen des Sparens. Das Sparziel liege bei 7,5 Millionen Euro, heißt es in einem Artikel der Kommune 21. Im Vorfeld wurde ein Gutachten erstellt, das Einsparpotenziale der Stadt aufzeigen sollte. Diese Empfehlungen sollen nun von den Bürgern auf einer Onlineplattform kommentiert und bewertet werden.

Link zum Artikel der Kommune 21

Link zu einer Übersicht über die bisherigen Bürgerhaushaltsverfahren in Hilden

Wir gratulieren der Stadt Hilden zu 11 Jahren Bürgerhaushalt!

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ruhrbaron.de: Bürgerhaushalte als Beispiel für demokratischen Wandel

Vom Ende der korporatistischen Demokratie spricht Martin Boettger von den Ruhrbaronen in seinem gleichnamigen Artikel und meint damit die kaum mehr aufzuhaltende Entwicklung von einer wirklichkeitsfernen, in eigenen Sphären treibenden zu einer bürgernahen und in der Gesellschaft verankerten Politik.

Alleine internationale Entwicklungen wie der arabische Frühling zeigen, dass Bürger es mittlerweile nicht mehr akzeptieren, von Entscheidungen und Informationen ausgeschlossen zu werden. Auch in Deutschland zeichnet sich diese Entwicklung deutlich ab, Stuttgart21 ist nur eines von viele Beispielen hierfür. Boettger verweist an dieser Stelle auf den Versuch mancher Kommunen, über Bürgerhaushalte einen Rückbezug zum Bürger zu gewinnen. Vor allem traditionelle Verfahren – öffentliche Sitzungen und Versammlungen – kritisiert er hierbei aber als vergeblich, da dorthin immer nur die kommen, die es beruflich bedingt müssen, als lokaler Geschäftsmensch oder PolitikerIn, und die, die viel Zeit und Langeweile haben.

Als erfolgsversprechender bewertet er hingegen Onlinebeteiligungen. Bereits die Bürgerhaushalte in Solingen, Essen und Köln hätten gezeigt, dass online eine größere Anzahl von Beteiligten mobilisiert werden könne. Besonders hervorgehoben wird aber der Bonner Bürgerhaushalt, an dem sich ca. 12.700 Menschen beteiligten (Einwohner Bonn: rund 300.000). Daraus schließt Boettger: Das Bonner Verfahren hat bewiesen: es gibt einen sehr großen Beteiligungsbedarf bei den BürgerInnen. Sie haben jedoch bisher kaum eine Möglichkeit dazu. Und weder die Kommunalverwaltung noch die Parteien kommen damit klar, wenn sich mal ein Beteiligungsventil öffnet. Das parteipolitische Gerangel und die zum Teil vorherrschende Unfähigkeit, mit neuen Beteiligungskanälen umzugehen, zeigten, dass auch Verwaltung und Politik noch an den Möglichkeiten wachsen können und müssen.

Den häufig genannten Kritikpunkt, dass Bürgerhaushalte häufig erst dann durchgeführt würden, wenn die Kassen bereits leer sind, lässt Boettger nicht gelten. Im Gegenteil seien gerade knappe Kassen ein Grund, Bürger stärker zu beteiligen: Sollen wir es deswegen also lieber weiter denen überlassen, die nicht mehr weiter wissen?, fragt er und folgert: Die BürgerInnen sind nicht dümmer, sondern klüger als Verwaltung und politische Klasse. Wer sie mitmachen und mitentscheiden lässt, ist gut beraten und tut was Gutes für seine Stadt und ihren sozialen Zusammenhalt.

Das Fazit des Artikels: Es wird kein Weg daran vorbeiführen, immer mehr kommunale Entscheidungen aus Fraktionssitzungen heraus wieder in die Stadtgesellschaften zu verlagern. Das wird Lobbyinteressen nicht abschaffen, sie vielleicht noch nicht einmal wirklich schwächen. Aber es zwingt zu mehr öffentlicher Rechtfertigung, es erweitert die Diskursfelder. Das ist keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung, um die Demokratie, wie sie das Grundgesetz meinte, zu erhalten.

Link zum vollständigen Artikel auf ruhrbarone.de

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Bürgerhaushalte in China

In dem Artikel „Ciciv Engagement through Participatory Budgeting“ von Boagang He soll die Anwendung und die Bedeutung von Bürgerhaushalten in China skizziert werden. Als wichtiges Analysemittel haben sich dabei drei Fragej als besonders wichtig erwiesen: Wie wird die Bürgerbeteiligung aus Sicht der Verwaltung gesehen, welche Einflussmöglichkeiten hat die Zivilgesellschaft tatsächlich und welchen Einfluss haben die Bürgerhaushaltsbewegungen auf politische Reformprozesse?

Bürgerhaushalte haben nach diesen drei Analyse-Ebenen jeweils unterschiedliche Bedeutungen:

Auf der administrativen Seite werden sie vor allem als Instrument gesehen, durch das die Vorlieben und Präferenzen der Bürger mit den Entscheidungen der Politik abgeglichen werden können. Das Hauptziel hierbei ist die Schaffung von Transparenz.

Auf der zivilgesellschaftlichen Ebene verschafft ein Bürgerhaushalt der Bevölkerung die Möglichkeit, sich aktiv an politischen Entscheidungen zu beteiligen. Vor allem in der Entstehungsgeschichte der chinesischen Bürgerhaushalte hat sich gezeigt, dass die Bürger dieses Recht immer stärker eingefordert haben. Trotz der wachsenden Anzahl von Bürgerhaushalten beschreibt Baogang He den tatsächlichen Einfluss der Bürger aber immer noch als gering. Einer der größten Erfolge auf dieser Ebene ist die zunehmende öffentliche Bereitststellung der Haushaltspläne, anhand derer sich die Bürger über die Verwendung der finanziellen Mittel informieren können. Der Grad der tatsächlichen Beteiligung und des Einflusses variiert aber von Projekt zu Projekt und ist insgesamt betrachtet immer noch recht gering.

Dementsprechend bedeutend ist auch die dritte Analyseebene, in der es um den Einfluss von solchen Beteiligungsverfahren auf politische Reformprozesse geht. Bürgerhaushalte werden hierbei als instrument for introducing local democratisation in China beschrieben. Diese Demokratisierung findet dabei vor allem innerhalb der parlamentarischen Strukturen, indem z.B. Abgeordnete und lokale Regierungsebenen stärker in die Planungen miteinbezogen werden. Bürgerschaftliches Engagement ist hier bisher nur in geringem Maße gewünscht. Stattdessen versucht die Partei ihren eigenen Einfluss in diesem Bereich zu stärken.

Bisher lässt sich festhalten, dass Bürgerhaushalte in China vor allem ein erhöhtes Maß an Transparenz geschaffen und auch den lokalen Ebenen ein größeres Mitspracherecht ermöglicht haben. Bürgerhaushalte haben sich bisher vor allem in Dörfern und kleineren Städten durchgesetzt. Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob auch größere Städte stärker auf das Instrument Bürgerhaushalt setzen und in welchem Maße der Grad der tatsächlichen Partizipation in China steigen wird.

Link zum vollständigen Artikel

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Forschungsbericht Bürgerhaushalte in China

Die Arbeit Civic Engagement through Participatory Budgeting in China: Three Different Logics at Work“ von Baogang He (Deakin University, Australia) beschäftigt sich mit der Entwicklung  von Bürgerhaushalten in China. Es wird ein Überblick über die Projekte in China und deren Charakteristiken gegeben. Das Ziel soll eine Analyse der Frage, wie die drei Grundlagen der Verwaltung, des zivilgesellschaftlichen Engagements und die politischen Reformen die Bürgerhaushalte in China beeinflussen, sein.

Link zur vollständigen Arbeit (PDF)

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Kenia: Haushaltsvorschläge über Social Media

Online-Bürgerhaushalte müssen nicht immer über aufwändige Plattformen umgesetzt werden. Wie Vorschläge auf simple Weise über Social-Media-Kanäle generiert werden können, zeigt ausgerechnet der stellvertretende kenianische Ministerpräsident und Finanzminister Uhuru Kenyatta.

Sein Facebook‑ und Twitter-Account erfreut sich schon seit längerem großer Beliebtheit (70.500 Fans auf Facebook, 4.150 Follower bei Twitter) und diese Popularität nutzte Kenyatta nun, um den kenianischen Bürgern eine Partizipationsplattform zu bieten: Er rief dazu auf, eigene Haushaltsvorschläge in ein Google-Dokument einzutragen. Diese Möglichkeit wurde insgesamt gut aufgenommen und verbreitet, viele posteten ihr Anliegen als Kommentar auf Facebook, einige trugen ihre Vorschläge direkt in das Dokument ein.

Seit dem 13. Mai ist die Beteiligungsmöglichkeit nun vorbei, Mitte Juni wird der aktuelle Haushalt Kenias beschlossen.

Link zum vollständigen Bericht über den kenianischen „Bürgerhaushalt“

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Bürgerhaushalte klare Sieger beim Reinhard-Mohn-Preis

Die diesjährige Verleihung des Reinhard-Mohn-Preises von der Bertelsmann Stiftung stand unter dem Motto „Demokratie und Partizipation“. Eine repräsentative Auswahl deutscher Bürger konnte bis zum 23. März über die sieben Finalisten abstimmen. Das Ergebnis: Verschiedene Bürgerhaushaltsmodelle belegen die ersten drei Plätze.

Den ersten Platz erzielte der Bürgerhaushalt der brasilianischen Stadt Recife. An zweiter Stelle steht das ebenfalls brasilianische Projekt der Stadt Belo Horizonte, den dritten Platz belegt der Bürgerhaushalt von La Plata, Argentinien.
Die drei Ansätze verfolgen das Ziel, Bürger stärker in demokratische Prozesse einzubinden und dadurch auch soziale Ungleichheiten zu überwinden. Gemeinsam ist allen drei Projekten die Verbindung von direkter Beteiligung über Stadtversammlungen aber auch über moderne Kommunikationsmittel wie das Internet oder – wie im Fall von La Plata – Mobiltelefone.

Auf www.abstimmung-rmp2011.de können Kurzbeschreibungen der sieben Finalisten eingesehen werden.

Auf Youtube sind außerdem Videos der drei Gewinner zu finden:

Link zum Video über den Bürgerhaushalt in Belo Horizonte

Link zum Video über den Bürgerhaushalt in Recife

Link zum Video über den Bürgerhaushalt in La Plata

Link zum vollständigen Artikel der Bertelsmann Stiftung

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Weltkarte der Bürgerhaushalte

Tiago Peixoto (@participatory), Doktorant am European University Institute in Florenz, stellt im Internet eine Karte weltweiter Bürgerhaushalte zur Verfügung. Die „PB-Weltkarte“, die Karte der Participatory Budgeting Aktivitäten zeigt, dass Bürgerhaushalte (in ihren unterschiedlichsten Varianten) mittlerweile eine weltweite Verbreitung gefunden haben. Auch wenn die Karte lückenhaft sein mag – so fehlen auf der Weltkarte viele deutsche Kommunen (vergleiche Deutschlandkarte dieser Plattform) – stellt sie dennoch eine beeindruckende Zusammenstellung dar.

Ausschnitt aus der Weltkarte Participatory Budgeting

Andererseits: Die Karte kann auch nicht darüber hinweg täuschen, dass der Weg zu einer wirklichen nachhaltigen Verbreitung noch weit ist. Es gibt viele Länder ohne jegliche dokumentierte Aktiviäten, und in den „Bürgerhaushalts-Ländern“ stellen die Aktiviäten immer noch eine Erscheinung weniger Kommunen dar.

Link: Weltkarte der Bürgerhaushalte
Linkempfehlung: Siehe auch Meldung Studie: Bürgerhaushalte weltweit

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Freiburg: Informieren – Diskutieren – Beteiligen

In der Stadt Freiburg wird zum zweiten Mal ein Bürgerhaushalt durchgeführt. Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf einer neukonzeptionierten Plattform über den Haushalt der Stadt Freiburg informieren und über Haushaltsthemen diskutieren und bis zum 8. März 2011 auch eigene Vorschläge einbringen. Das neue Beteiligungsverfahren scheint gegenüber dem ersten, öffentlich geförderten Bürgerbeteiligungshaushalt verschlankt worden zu sein. Das Internet scheint weitgehend der einzige Beteiligungskanal zu sein, der von dem früherem Verfahren übrgig geblieben zu sein scheint. Auch die Internetplattform selbst wurde neu konzeptioniert und beschränkt sich nun weitgehend auf ein (leicht) vorstrukturiertes und moderiertes Diskussionsforum.

Konzeptionell ist das Verfahren als Konsultation einzuordnen: Darauf wird auch eindeutig hingewiesen, dass nämlich alle Bürgerinputs an den Rat gereicht werden. Es aber keinerlei Garantie gibt, dass Vorschläge oder Hinweise aufgenommen und positiv entschieden werden. Leider ist nicht ersichtlich, in welcher Form Ergebnisse weitergeleitet werden und auch nicht, ob es dazu eine Rückmeldung geben wird. Dadurch erhält das Angebot einen „unverbindlichen Anstrich“, der möglicherweise auch dazu führen könnte, dass vergleichsweise wenige Freiburgerinnen und Freiburger teilnehmen. Aber: Es bleibt abzuwarten, was tatsächlich passieren wird.

Fazit: Grundsätzlich ist es positiv, dass es in Freiburg weitergeht. Der Pendelausschlag von einem sehr intensiv geführten ersten Bürgerhaushalt zu dem nun zweiten, einfach gehaltenden Bürgerhaushalt kann als Versuch gewertet werden, das Verfahren nun handhabbarer und letztlich auch zu einem institutionalisierbaren Verfahren zu machen, das so nun immer angeboten werden könnte. Ob das in dieser Form jedoch als ein ausreichend attraktives Angebot wahr‑ und angenommen wird, wird man sehen müssen.

Links:
http://beteiligungshaushalt-freiburg.de
http://twitter.com/BHH_Freiburg
Weitere Beiträge zu Freiburg auf buergerhaushalt.de

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derFreitag: Was Bürgerhaushalte weltweit so (nicht) schaffen

Von Porto Alegre um die Welt. Armut bekämpfen, Wohnungen finanzieren, Bilanzen erklären – was Bürgerhaushalte weltweit so schaffen

 – unter diesem Titel ist im derFreitag ein lesenswerter Beitrag über die weltweite Vielfalt und des Beteiligungsverfahren „Bürgerhaushalt“ erschienen. Der Artikel beleuchtet die Herkunft, Geschichte und seine (ursprüngliche) Funktionen. Und seine Entwicklungen in anderen Ländern und die in den jeweiligen Kontexten unterschiedlichen Zuschreibungen und entstandenen Funktionen dieses Instrumentes – von dem sozialpolitischen Steuerungsinstrument (“mit revolutionärem Gestus“) in Porto Allegre (Brasilien), über die projektorientierte Stadtteilentwicklung in Großbritannien, bis hin zum im Kontext der Verwaltungsmodernisierung initiierten „Bürgerberatungsinstrument“ in Deutschland.

Lesen Sie hier den Artikel von Lenz Jacobsen (03.02.2011)

Empfehlenswert ist auch das am gleichen Tag veröffentliche Gespräch Politiker müssen einen Teil ihrer Macht abgeben mit dem Politikwissenschaftler Carsten Herzberg, der für eine differenzierte Einordung des Bürgerhaushaltes in den (zumeist lokal‑)politischen Kontext plädiert, aber auch deutlich macht, dass ein Bürgerhaushalt nicht zu einer „Show“ verkommen darf, also immer einer hohen Relevanz mit Blick auf die Nutzung und Wirkung der Beteiligungsergebnisse bedarf – aus seiner Sicht fehlt es dazu zurzeit noch an dem Mut der Politik.

Hier geht es zum Gespräch mit Carsten Herzberg im derFreitag (3.2.2011)

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Jetzt online: Dokumentation zum internationalen Bürgerhaushaltskongress

Mehr als 160 ExpertInnen und PraktikerInnen aus 13 Ländern diskutierten am 21. und 22. Januar 2010 in Berlin über den kommunalen Bürgerhaushalt. Alle Vorträge und Diskussionsrunden über die verschiedenen Modelle und Instrumente des Bürgerhaushaltes finden sich in dieser Dokumentation. Die Berichte von Bürgerhaushalten in Lateinamerika, Afrika, China, Kanada und Europa stießen bei den deutschen KommunalvertreterInnen auf großes Interesse und haben gezeigt, dass der globale Süden in einigen Fällen weiter ist als Deutschland. Die Dokumentation soll helfen, neue Elemente, Instrumente und Erfahrungen des Bürgerhaushaltes kennen zu lernen und dazu anregen, darüber nachzudenken, was Ihre Kommune austauschen, übernehmen oder anpassen kann. Die Dokumentation ist als deutsche und englische Ausgabe verfügbar und kann kostenfrei bei der Servicestelle bestellt oder hier direkt heruntergeladen werden.

Hier Studie Herunterladen:
Dokumentation Internationaler Kongress zu Modellen des Bürgerhaushaltes (PDF, 3,5 MB).

Download the documentation in English language:

International Congress on Models of Participatroy Budgeting (PDF, 3,3 MB)

Kontakt:
Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, Christian Wilhelm, Fon 0228⁄4460–1631, Fax 0228⁄4460–1601, www.service-eine-welt.de/publikationen/publikationen-start.html

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Bonn packt’s an – Bürgerbeteiligung zum Haushalt 2011⁄2012 mit Perspektive bis 2015

MitmachenStadt stellt für die Bürgerbeteiligung ihre freiwilligen Leistungen umfassend da

Am 18. Januar ist es soweit: Dann können die Bonnerinnen und Bonner vier Wochen lang mitreden, wenn es um die Aufstellung des städtischen Haushalts geht. „Bonn packt’s an“ heißt das Motto, und es geht um nichts Geringeres, als den Bürgerinnen und Bürgern über das Internet eine Mitsprache-Möglichkeit bei der Konsolidierung des Haushalts zu geben. Start ist am 18. Januar, 19:30 Uhr, mit einer öffentlichen Veranstaltung im Haus der Stadtwerke, Theaterstraße 24.

„Wir finanzieren jedes Jahr bis zu 80 Millionen Euro, manchmal auch mehr, indem wir unser Vermögen angreifen. Das darf nicht mehr so weitergehen“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch. „Deshalb bitten wir die Bürgerinnen und Bürger sehr herzlich: Prüfen Sie, worauf Sie am ehesten bei unseren städtischen Ausgaben verzichten würden.“ Bonn sei knapp bei Kasse, aber reich an Bürgerinnen und Bürgern, die sich engagierten. Dieses Potenzial wolle man nutzen. OB Nimptsch: „Das könnte dann eigentlich so zugehen, wie in einer Familie. Wenn die Familie feststellt, dass sie sich im kommenden Jahr weniger leisten kann, wird doch auch zusammen überlegt, worauf man am ehesten verzichten kann. Ein Bürger hat mir bei einer Veranstaltung gesagt, bei den Kindern würde dann bei ihm zuhause ganz bestimmt nicht gespart, er würde sich dann lieber ein kleineres Auto zulegen. So kann man es machen und eigentlich geht es jetzt nur noch darum herauszufinden, wo – um im Bild zu bleiben – „das kleinere Auto“ in unserem städtischen Haushalt zu finden ist.“

Der Vorsitzende des Ausschusses für die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, Bürgermeister Helmut Joisten, stellte fest: „Das Projekt ist deckungsgleich mit den Interessen aller Fraktionen.“ Das Internetportal www.bonn-packts-an.de ist bis zum 16. Februar freigeschaltet. Jede Bonnerin und jeder Bonner, die oder der kommunalwahlberechtigt ist, kann mitmachen. Dazu werden bei der erstmaligen Registrierung im Internet das Alter der Nutzerin oder des Nutzers und der Stadtteil, in dem sie bzw. er wohnt, erfragt, Wer keinen eigenen Internetzugang hat oder nicht so erfahren im Umgang mit dem Medium ist, findet in den Stadtbezirken öffentliche Zugänge, die zu bestimmten Zeiten auch personell betreut werden. Orte und Zeiten werden auf dem Internetportal und in den Medien veröffentlicht.

Eigene Vorschläge einbringen, Vorschläge anderer bewerten
Die Bürgerbeteiligung findet im Wesentlichen im Internet statt. Das Portal, das auch über die Homepage der Stadt (www.bonn.de) erreichbar ist, lässt alle Optionen zu: die Bürgerinnen und Bürger können nicht nur die von der Verwaltung eingestellten Konsolidierungs‑ und Diskussionsvorschläge bewerten und kommentieren. Sie können auch eigene Vorschläge einbringen, die dann wie die bereits voreingestellten Diskussionsvorschläge von den Nutzerinnen und Nutzern des Portals bewertet werden. Struktur und Design dieses Internetauftritts orientieren sich an denen der Städte Solingen und Essen, die diese Form der Bürgerbeteiligung am Haushalt bereits in diesem Jahr durchgeführt haben.

Neu in Bonn ist allerdings, dass die fünfzig am besten bewerteten Bürgervorschläge im Anschluss an die Bürgerbeteiligung als Anträge formuliert und mit Stellungnahmen versehen in die politischen Beratungen gegeben und dort entschieden werden. Nach Abschluss der Haushaltsberatungen im Sommer wird in einem Rechenschaftsbericht erläutert, mit welchen Ergebnissen die Bürgervorschläge im Haushalt 2011⁄2012 Berücksichtigung fanden.

Erstmals umfassende Darstellung der freiwilligen Leistungen der Stadt
In der von der Verwaltung zusammengestellten Auflistung der Diskussionsvorschläge für die Bürgerbeteiligung werden erstmals die so genannten freiwilligen Leistungen der Stadt umfassend dargestellt. Dies sind Leistungen, zu deren Erbringung die Stadt nicht gesetzlich verpflichtet ist oder, wenn eine gesetzliche Verpflichtung grundsätzlich besteht, deren Art und Umfang sie selbst bestimmen kann. OB Nimptsch: „Der weitaus größte Teil des städtischen Haushalts ist durch gesetzliche Aufgaben gebunden. Sparen können wir nur dort, wo wir auch einen entsprechenden Spielraum haben. Dieser umfasst aber leider viele Bereiche, die das Leben in unserer Stadt lebenswert machen wie Infrastruktur, soziales Miteinander, Kultur, Sport und Freizeit.“

Nicht alle freiwilligen Leistungen sind disponibel
Nicht dargestellt sind Maßnahmen im Hochbaubereich (SGB), weil hier die Entscheidungen für die Investitionen in 2011⁄2012 bereits getroffen wurden und schon Zusagen für Fördermittel des Landes vorliegen (z.B. Haus der Bildung) bzw. im Schulbereich unaufschiebbar sind. Geplant ist allerdings, in spätere Bürgerbeteiligungsprojekte auch Maßnahmen des städtischen Gebäudemanagements einzubeziehen. Ebenfalls nicht in der Zusammenstellung berücksichtigt sind Aufwendungen für Querschnittsleistungen innerhalb der Stadtverwaltung, deren Notwendigkeiten zwar nicht gesetzlich beschrieben sind, ohne die aber ein Funktionieren der Verwaltung nicht denkbar ist (z.B. Kosten für die EDV). Im Kulturbereich sind Einzelmaßnahmen nicht genannt, die über 2015 hinaus per Intendantenvertrag gebunden sind (Kunstmuseum, Beethovenfest). Das WCCB ist nicht Gegenstand der Bürgerbeteiligung, dies wird den Bürgerinnen und Bürgern im Portal ausführlich erläutert.

Dass nicht jede freiwillige Leistung disponibel ist, zeigt das Beispiel „Qualifizierter Mietspiegel“. Obwohl keine Pflicht zur Erstellung dieses Mietspiegels besteht, gibt es die gesetzliche Forderung, die Angemessenheit von Mieten bei Transferleistungsempfängerinnen und –empfängern rechtsfest festzulegen. Dies ist durch die Sozialgerichte stets im Zusammenhang mit dem Vorliegen eines qualifizierten Mietspiegels gesehen worden und Urteile zur Angemessenheit von Miethöhen fußen auf den Festlegungen des Mietspiegels. Die Alternative, keinen Mietspiegel zu erstellen, gibt es also nicht, denn in der Folge wären die Festsetzungsbescheide der Stadt und des Jobcenters nicht mehr gerichtsfest und die Stadt würde darüber hinaus jegliche Möglichkeit der Steuerung der „Kosten der Unterkunft“, auch der Höhe nach, verlieren.

Große Resonanz erhofft
In Anlehnung an die Zugriffszahlen auf die Portale der Städte Solingen und Essen, werden für Bonn 7.500 bis 10.000 registrierte Nutzerinnen und Nutzer erwartet, die rund 12.000 Kommentare abgeben und ca. 300.000 Einzelbewertungen vornehmen werden. An den Haushalten der vergangenen Jahre haben sich an den dazu organisierten Veranstaltungen jeweils nur wenige Bürgerinnen und Bürger beteiligt (im Durchschnitt 27 je Veranstaltung), die Zahl der Anregungen aus der Bürgerschaft zum Haushaltsplanverfahren lag z.B. 2008⁄2009 bei 46. Das neue Verfahren lässt also eine ungleich höhere Resonanz erwarten. Wenn auch nicht im wissenschaftlichen Sinne repräsentativ, wird die Vielfalt der Beteiligten dazu führen, dass deren durchschnittliche Bewertungen verwendbare Ergebnisse erzeugen. Um möglichst viele Bonnerinnen und Bonner zu erreichen, hat die Stadtverwaltung einige Bevölkerungsgruppen wie Benachteiligte, junge Erwachsene, Zuwanderer oder Senioren gesondert angesprochen, weil sie sich erfahrungsgemäß nicht so intensiv an Online-Befragungen beteiligen. Briefe an Schulen und Dachorganisationen oder Vereine, Faltblätter in Seniorenzentren sind einige Beispiele für die Wege, die die Stadtverwaltung gegangen ist, um für die Bürgerbeteiligung in Sachen Haushalt zu werben.

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Bürgerhaushalt in Córdoba, Lateinamerika

Die Masterarbeit von Hadyn Lindsey Kihm beschäftigt sich anhand einer Studie über den Bürgerhaushalt in Córdoba mit der Frage, welche Faktoren eine erfolgreiche Durchführung eines Bürgerhaushaltes beeinflussen. Untersucht werden dabei vor allem die Struktur des Angebots, die finanziellen Mittel und den politischen Kontext des Bürgerhaushaltes.

Zusammenfassung: Participatory budgeting (PB) is a governing mechanism whereby citizens decide how to allocate part of a local budget. It promises greater accountability, efficiency, and citizen participation in the budgetary process with minimal cost and effort. The process is in place in hundreds of cities in Latin America, but what is unclear in the scholarship is what factors and pre-conditions determine its success. This case study of Córdoba, Argentina is useful for analyzing whether a consideration of pre-conditions is useful in predicting success. This study isolates the primary influential factors to determine why only 10 % of projects have been completed and participation rates are declining by: examining the structure, funding, history, and political and social context of participatory budgeting; comparing Córdoba to other similar countries that have adopted participatory budgeting; conducting key informant interviews; and participating in PB workshops. Of the pre-conditions identified in the study, waning political will and political distractions most influenced the evolution of PB in Córdoba. Despite these setbacks, key individuals both inside the government, such as Director of Participatory Budgeting Jorge Guevara, and outside, such as the members of the Grupo Promotor de Participación Ciudadana (GPPC), operated as a web to generate social capital where institutional knowledge and political will were lacking. The presence of such a web suggests that given the opportunity, PB in Córdoba may yet improve and thrive. Ⅰ conclude by recommending a strategic planning methodology as a means for cities to independently evaluate their participatory budgeting performance.

Link zur vollständigen Arbeit

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Solingen: Auch Bürgerhaushalt hat geholfen, Pleite abzuwenden

Die Stadt Solingen konnte laut einem Bericht des Solinger Tageblatts eine positive Überraschung vermelden: Die drohende Pleite 2013 konnte abgewendet werden. Damit gilt Solingen in den Augen der Aufsichtsbehörde landesweit als Beispiel, wie es eine von der Pleite bedrohte Stadt aus eigener Kraft schaffen kann, sich aus dem Schuldensumpf zu ziehen.

Die Einsparungen in Höhe von 44 Millionen Euro wurden dabei nicht über den Bürger hinweg, sondern mit ihm zusammen entschieden: Mit einem Bürgerhaushalt wurden die Einwohner der Stadt Solingen direkt in die Haushaltsplanungen einbezogen und konnten eigene Sparvorschläge einbringen. Die Bürgerbeteiligung über das Internet wurde von der Regierungspräsidentin Anne Lütkes besonders lobend hervorgehoben. Solingen habe auch in diesem Bereich „landesweit eine Vorreiterrolle“.

Durch seinen Sparhaushalt hat Solingen sich neue Gestaltungsspielräume geschaffen und kann damit als positives Beispiel für andere Kommunen – auch im Bereich der Bürgerbeteiligung – dienen.

Zum vollständigen Artikel im Solinger Tageblatt geht es hier.

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Chicago – zweiter Bürgerhaushalt im 49. Stadtbezirk

In Chigago hat diese Woche der Bürgerhaushalt für das Jahr 2011 begonnen. Eine Reihe von Versammlungen werden bis Mitte Oktober abgehalten, um die Bevölkerung und Anwohner an der Verteilung des Budgets von insgesamt 1,3 Mio. Dollar zu beteiligen. Vordergründig geht es um infrastrukturelle Themen.

Am 10. April wurden 14 Projekte des vergangenen Bürgerhaushalts ausgewählt, die umgesetzt werden sollen. Eine Auflistung und Beschreibung dieser Projekte können Sie hier abrufen.
Für detailliertere Ergebnisse des letzten Jahres folgen Sie diesem Link.

Begründet durch den guten Zulauf im vergangenen Jahr soll der Bürgerhaushalt weitergeführt werden.

The ward is organized into eight sections or areas, with a neighborhood assembly held in each area. In addition, a Spanish language assembly will be held. The neighborhood assemblies are open to any 49th Ward resident. At each neighborhood assembly, the attendees are given a brief description of the aldermanic infrastructure menu program and the participatory budgeting process. Meeting attendees will then be asked to brainstorm ideas for possible uses of the infrastructure menu money.

Weitere Informationen finden Sie auf der Hompage Participatory Budgeting in the 49th Ward.

Oder Sie besuchen die Internetseite des 49. Stadtbezirks. Hier finden Sie weitere Informationen zum Ablauf des Bürgerhaushalts.

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