Kommunen

 

In Karte aufgenommen: Bad Hersfeld

Heute haben wir Bad Hersfeld in unsere Deutschlandkarte Bürgerhaushalte aufgenommen und den Status „E“ vergeben (= Bürgerhaushalt wird eingeführt). In Bad Hersfeld werden im Rahmen der Aufstellung des Haushaltes 2009 zum ersten Mal auch die Bürgerinnen und Bürger beteiligt.

Laut der offiziellen Bürgerhaushaltsseite der Stadt hat die Stadtverordnetenversammlung auf Vorschlag des Bürgermeisters Hartmut H. Boehmer die aktive Beteiligung der Bad Hersfelder Bürger für das Haushaltsjahr 2009 beschlossen. Die Beteiligung beruht auf einen ebenfalls beschlossenen Fragebogen [Hier herunterladen >>>], den alle Haushalte in Bad Hersfeld mit der Hersfelder Zeitung erhalten. Darüber hinaus wird der Fragebogen in Verwaltungsgebäuden und –außenstellen zur Verfügung gestellt. Die Deadline für ausgefüllte Fragebögen ist der 25. August an die Stadtverwaltung Bad Hersfeld, Fachbereich Finanzen, zurückgeschickt werden.

Die Beteiligung auf der Basis einer schriftlichen Befragung durchzuführen und damit das Verfahren stadtweit bekannt zu machen ist ein guter Ansatz, der in den nächsten Jahren noch durch weitere Beteiligungsmethoden und –kanäle ausbaufähig ist. Abzuwarten bleibt, wie Verwaltung und Politik nach der Konsultationsphase die Rechenschaftsphase gestalten werden, wie die Ergebnisse in die Beratungsprozesse einfließen und wie die Begründungen über die jeweiligen Entscheidungen ausfallen und an die Bevölkerung zurückgemeldet werden. Auf den Internetseiten gibt es dazu noch keine Angaben. Dort heißt es allerdings zur schriftlichen Befragung:

Damit habe dann jeder Bürger die Möglichkeit, im Vorfeld der Beratung in den städtischen Gremien aktiv seine eigene Meinungen zu äußern und damit persönlich Einfluss auf die Entscheidungen zu nehmen.

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Bad Hersfeld (PLZ 36251)

Standortdaten

Stadt/Kommune

Name: Bad Hersfeld

Postleitzahl: 36251

Status: E


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Jena: Ergebnisse der Bürgervoten ignoriert?

Beteiligung zu Mehreinnahmen
In Jena konnten die Bürgerinnen und Bürger in den letzten Wochen über die Verwendung zusätzlicher Einnahmen ihr Votum abgeben. Die Stadt erhielt unverhofft Gelder durch zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen. Daher wurde relativ kurzfristig eine zusätzliche Beteiligung organisiert, zusätzlich zu den Angeboten, die im Rahmen des „normalen“ Bürgerhaushaltsverfahrens angeboten wurden bzw. im Laufe des Jahres 2008 noch vorgesehen sind. (Wir berichteten>>>)

Bürgervoten liegen vor
Laut der offiziellen Seite zum Bürgerhaushalt in Jena hatten die Bürgerinnen und Bürger „…die Gelegenheit, über die von den Stadtratsfraktionen und dem Oberbürgermeister unterbreiteten 18 Verwendungsvorschläge zur Verwendung der Mehreinnahmen des Jahres 2007 Ihr Votum abzugeben. Als Medien wurden neben der Pressearbeit ein Faltblatt mit 5.000er Auflage sowie der Internetauftritt genutzt. Darüber hinaus kamen ca. 100 Bürgerinnen und Bürger auch zur Bürgerversammlung, die hierzu am 30.06.2008 in der Rathausdiele stattfand. Insgesamt haben sich an der Umfrage 3.179 Personen beteiligt. Der überwiegende Teil der Bürger (1.744) hat das Internet genutzt.“

Jeder Bürgerinnen und jeder Bürger konnte je drei Vorschläge mit 3, 2 und 1 Punkt bewerten. Auf diese Weise wurden insgesamt 15.008 Punkte auf die Vorschläge verteilt. (Dokumentation der Auswertung >>>)

Soweit zum Verfahren. Interessant sind nun die aktuellen Berichte über den Umgang mit den Ergebnissen durch die Politik. Denn aus diesen Berichten ist zu entnehmen, dass die Mehrheit im Stadtrat sich weitgehend nicht an den Bürgervoten orientiere und die Gelder mit einer deutlich anderen Gewichtung verteilt habe. Lesen Sie hierzu auch die Presseberichte, auf die wir weiter unten verweisen.

Bürgervoten ignoriert – ist der Bürgerhaushalt Jenas ein Bürgerhaushalt?
Werden Ergebnisse der Beteiligung ignoriert, so handelt es sich im Prinzip nicht um einen Bürgerhaushalt. Allerdings stellt sich die Situation ⅰ.d.R. und auch nicht in Jena so einfach dar: So waren in Jena die Ergebnisse des Verfahrens (die Bürgervoten) Gegenstand politischer Diskussions‑ und Entscheidungsfindung. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann könnte man in der Tat nicht mehr von einem Bürgerhaushalt sprechen. Die Ergebnisse wurden aber in die politischen Entscheidungsprozesse eingespeist.

Allerdings entschied die Mehrheit der Ratsmitglieder Jenas anders als es das Bürgervotum nahelegte. Immer noch ein Bürgerhaushalt? Auch das widerspricht im Prinzip nicht der Definition eines Bürgerhaushaltes, denn diese Beteiligungsverfahren sind von ihrer Anlage her indirektdemokratische Verfahren, in der die Bürgerinnen und Bürger um Rat gefragt werden, also konsultiert werden. Und die Ergebnisse der Konsultation fließen als (zusätzliches) Beratungsmaterial in die politischen Beratungs‑ und Entscheidungsprozesse ein. Und die Entscheidungsmacht verbleibt beim representativ gewählten Rat. Und der kann anders entscheiden als die Bürger vorgeschlagen oder votiert haben.

Also alles in Ordnung?
Es scheint in Jena nicht gut angekommen zu sein, dass die Politik mehrheitlich anders entschied als die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger mehrheitlich im Beteiligungsverfahren votierten. Zunächst ist auffällig, dass laut Presseberichten die Beteiligungsergebnisse ausgerechnet von denjenigen, die das Bürgerhaushaltverfahren nicht befürworteten, begrüßt wurde, während diejenigen, die sich für das Verfahren einsetzten, dennoch mehrheitlich anderes entschieden. Da kommt aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger möglicherweie der Verdacht auf, dass die Ergebnisse zum Spielball bereits abgeschlossener Entscheidungsbildungsprozesse wurden und letztlich auch das Beteiligungsverfahren nicht sonderlich ernst genommen wurde. Oder anders ausgedrückt: Die Ergebnisse wurden zwar im politischen Gremium diskutiert, eine „konstruktive Offenheit“ den Ergebnissen gegenüber war aber nur wenig vorhanden. Wahrscheinlich auch bei denen nicht, die die Ergebnisse begrüßten. Hatten sie einfach nur das Glück, dass diese ihrer Meinung entsprachen?

Auch wenn in Prinzip alles in Ordnung ist – denn der Rat hat nach demokratischen Regeln entschieden – so wird hier dennoch deutlich, dass Bürgerhaushalte als zusätzliche Beteiligungsangebote eine eigene Dynamik entfalten können. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn es wie in Jena gelingt – und das ist zu Zeiten angeblicher Politikverdrossenheit positiv zu werten – viele Bürgerinnen und Bürger zur Beteiligung zu bewegen.

Diese Dynamik kann sich positiv entfalten, wenn sich Politik mit den Ergebnissen konstruktiv auseinandersetzt und versucht sie in ihre Entscheidungen (zumindest teilweise) zu integrieren.

Aber es ist immer möglich und ihr gutes Recht, dass die Politik sich gegen die Bürgervoten entscheided. Dann kann sich die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Politik und das Verfahren wenden, selbst dann, wenn es der Politik gelingt, ihre Entscheidungen inhaltlich gut zu begründen und sie sich nicht dazu verleiten lässt, das Beteiligungsverfahren (das sie selbst beautragte!) nachträglich abzuwerten. Letzteres ist in Jena aus der Ferne betrachtet sicherlich nicht besonders gut gelungen.

Die Verfahrensgestaltung entscheidet mit
Die Wahrscheinlichkeit eines positiven oder negativen Einfluss von Bügerhaushalten auf das Verhältnis von Politik, Verwaltung und Bürger kann aber durch politische und methodische Entscheidungen im Vorfeld durchaus beeinflusst werden.

In Jena sind vermutlich Fehler im Vorfeld gemacht worden. So kann vermutet werden, dass dem Bürgerhaushalt in Jena wahrscheinlich eine breite politische Basis fehlt, also ein überparteilicher Beschluss, durch den hervorgeht, dass alle politischen Kräfte das Beteiligungsverfahren wollen und unterstützen. Solch ein Beschluss würde die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Ergebnisse oder sogar das Beteiligungsverfahren selbst ausschließlich zum Spielball zwischenparteilicher Auseinandersetzungen werden.

Aber auch methodisch sind möglicherweise Fehler gemacht worden. So wurde in Jena der aktuelle Bürgerhaushalt über die Verwendung der Mehreinnahmen darauf reduziert, dass die Teilnehmenden Punkte für Vorschläge der Politik vergeben konnten. Am Ende dieses „Auswahl‑ und Bewertungsverfahrens“ stand eine Rangliste der Vorschläge. Es gab darüber hinaus keine Möglichkeit für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, Ihre Auswahl bzw. Gewichtung durch Diskussionsbeiträge zu begründen (“zu qualifizieren“) oder alternative Vorschläge zu unterbreiten. Dem Beteiligungsverfahren wurden dadurch direktdemokratische Züge „eingehaucht“. Abgesehen von der Frage der Repräsentativität reiner Rankingverfahren, wird dadurch die Anschlussfähigkeit der Ergebnisse an den repräsentativ gewählten Rat unnötig erschwert. Weil dieser nämlich angesichts des direktdemokratischen Ausrichtung der Methode im Vorfeld eigentlich die Zusage machen müsste, die Ergebnisse zu übernehmen. Insbesondere dann, wenn wie in Jena gesschehen, die Ergebnisse zu den zur Auswahls stehenden Vorschlägen nicht am Anfang sondern am Ende des politischen Abwägungs‑ und Entscheidungsprozesses vorliegen.

Direkte oder indirekte Demokratie?
Es spricht prinzipiell nichts dagegen, Bürgerhaushalte (auch) in Richtung „direkter Demokratie“ in Form von Referenden oder Bürgerentscheide über Haushaltsfragen weiterzuentwickeln, so wie sie in der Schweiz gängige Praxis sind. Allerdings sprechen die Erfahrungen in Deutschland mit neuen Beteiligungsinstrumten wie den Bürgerhaushalten dafür, diese Verfahren eher als indirektdemokratische Konsultationsinstrument einzusetzen, um so (paradoxerweise) die Erfolgsaussichten des Verfahrens und damit die Einflussmöglichkeiten der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen. Voraussetzung ist aber in allen Fällen, dass Ergebnisse bzw. Ausgabe‑ und Sparvorschläge nicht schon im Vorfeld unverrückbar festliegen, sondern die Ideen, Vorschläge, Präferenzen und Wünsche der Bürgerinnen und Bürger den Diskussionsprozess aufseiten der Politik und Verwaltung noch beeinflussen können.

Das meinte die Presse
Presseberichte über den Umgang mit den Bürgervoten des Bürgerhaushaltes in Jena durch den Stadtrat (kein Anspruch auf Vollständigkeit):
–> Jenakompakt.de „Stadtrat führt Bürgerhaushalt ad absurdum“ >>>
–> jenanews.de „FDP: Stadtrat verwässert Bürgerwillen“ >>>
–> jenanews.de Mehreinnahmen: Entscheidung gegen…“ >>>

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Freiburg: Zwischenbilanz des Beteiligungshaushaltes 2008

Pressemitteilung, Freitag, 4. Juli 2008
Lokale Agenda 21 Freiburg
Projektgruppe Beteiligungshaushalt
Zwischenbilanz des Beteiligungshaushaltes 2008

Zwischenbilanz des Beteiligungshaushaltes 2008
Mit der „Stadtkonferenz“ vom 20./21. Juni ist im ersten Freiburger Beteiligungshaushalt die Phase der Beratung durch die BürgerInnen zu Ende gegangen. Gespannt warten viele, die sich daran beteiligten, nun darauf, wie es weitergeht. Gespannt ist auch die „Projektgruppe Beteiligungshaushalt“ der Lokalen Agenda 21 Freiburg, die als parteiübergreifendes Gremium seit 2004 für das Beteiligungsverfahren wirbt und in den vergangenen Monaten genau beobachtet hat, wie ihr „Kind“ das Laufen lernte. Nun steht an, die vielen Beiträge der BürgerInnen zu dokumentieren, in den Gemeinderat einzubringen, dort über die Ergebnisse zu diskutieren – auch über das Verfahren selbst – und zu klären, wie es mit dem Beteiligungshaushalt weitergehen soll.

Zeit für eine Zwischenbilanz!
Alles in allem hat sich das „Kind“ gut entwickelt, meinen die Mitglieder der Projektgruppe Beteiligungshaushalt.

Das verwaltungsinterne „Team Beteiligungshaushalt“, das erst im Oktober 2007 nach dem Gemeinderatsbeschluss seine Arbeit aufnehmen konnte, hat in kürzester Zeit eine Herkules-Aufgabe bewältigt. Mit viel Energie, Fachkompetenz und Kreativität haben VerwaltungsmitarbeiterInnen gemeinsam mit den externen ModeratorInnen ein umfangreiches Beteiligungsverfahren entwickelt und durchgeführt. Innerhalb der von Gemeinderat und Verwaltung dem Verfahren gesetzten Grenzen ist sehr viel geleistet und erreicht worden.

Hier ist zunächst die Informationsphase zu nennen, in der fast alle Stadtteile mit einem Infobus angefahren, eine Informationsbroschüre an die Haushalte verteilt und verschiedene Informationsveranstaltungen durchgeführt wurden. Das Team hat darüber hinaus auch eine Reihe weiterer Instrumente der Öffentlichkeitsarbeit professionell eingesetzt – der Clou war vielleicht die mit dem Beteiligungshaushalt-Logo geschmückte Straßenbahn.

Dazu eine Konsultationsphase, die bereits ein respektables Spektrum an Beteiligungsangeboten für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen aufwies. Mehrere Tausend BürgerInnen haben sich erfreulicherweise darauf eingelassen und sich teils viel Zeit genommen. Sowohl die Bürgerumfrage als auch der Online-Haushaltsrechner gaben interessante Hinweise auf den Bürgerwillen. Aber insbesondere die Stadtkonferenz sieht die Projektgruppe als ausgesprochen gelungen an: mit relativ gemischter Teilnehmerschaft, in angenehmer Atmosphäre, schnell, abwechslungsreich, spannend, konzentriert, effektiv.

Auf dem Erreichten kann man aufbauen. Und beim nächsten Zyklus im Jahr 2010 wieder ein Stückchen mehr Demokratie wagen, wünscht sich die Projektgruppe.

Dafür muss bereits im kommenden Herbst eine öffentliche Debatte beginnen – denn schließlich muss in den nächsten Hauhalt (2009⁄2010) auch ausreichend Geld für den nächsten Beteiligungshaushalt (zum Doppelhaushalt 2011⁄2012) eingestellt werden.

Diese öffentliche Debatte möchte die Projektgruppe mit diesem Diskussionsbeitrag anstoßen. Was wünschen wir, was empfehlen wir für die nächste Zeit? Im Folgenden nur eine Auswahl der uns wichtigsten Aspekte:

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Freiburg: Zwischenbilanz des Beteiligungshaushaltes 2008 (Teil Ⅱ)

Pressemitteilung, Freitag, 4. Juli 2008
Lokale Agenda 21 Freiburg
Projektgruppe Beteiligungshaushalt
Zwischenbilanz des Beteiligungshaushaltes 2008

 – 2. Seite –

Empfehlungen für den Beteiligungshaushalt 2008
→ Eine ernsthafte öffentliche Gemeinderatsdebatte im September über Ergebnisse und Verfahren des Beteiligungshaushaltes;
→ eine angemessene öffentliche Debatte über den bisherigen Verlauf und die künftige Gestaltung des Beteiligungshaushaltes, die sinnvollerweise spätestens im Oktober beginnen sollte;
→ ausreichend Haushaltsmittel im Haushalt 2009⁄2010 für den zweiten Durchlauf.

Empfehlungen für den nächsten Beteiligungshaushalt

→ Die Stadtkonferenz um vier oder fünf Stadtbezirkskonferenzen ergänzen, ähnlich dem Modell bei der Bürgerbeteiligung zum Flächennutzungsplan, um die Zugangshürden zu senken;
→ die Organisationen in den Stadtteilen anregen und darin unterstützen, in allen Stadtteilen vorbereitende Versammlungen durchzuführen, in denen über den Haushalt und das Beteiligungsverfahren informiert wird sowie erste Prioritäten diskutiert werden;
→ die Information über den Haushalt stärker allgemeinverständlich aufbereiten und effektiver verteilen;
→ das Knowhow zur Gestaltung von Bürgerbeteiligung („Partizipationsmanagement“) vertiefen, um möglichst allen gesellschaftlichen Schichten den Zugang zum Beteiligungsverfahren zu ermöglichen; insbesondere der Ansatz der „Sozialen Milieus“ erlaubt es, „genauer hinzusehen“, ⅾ.h. die unterschiedlichen Lebenslagen und Lebensstile der Bevölkerung zur Kenntnis zu nehmen und deren höchst verschiedene Mediennutzung und Beteiligungsbereitschaften bei der Gestaltung des nächsten
Beteiligungshaushaltes gezielt zu berücksichtigen.

Wer ist die Projektgruppe Beteiligungshaushalt?
1996 beschloss der Freiburger Gemeinderat, in einem gemeinsamen Beratungsprozess von Gemeinderat, Verwaltung und Bürgerschaft eine „Lokale Agenda 21“ zu erarbeiten, ein Handlungsprogramm, das Freiburg in Richtung Nachhaltigkeit entwickeln soll. Im Rahmen dieses lokalen „Agenda-Prozesses“ wurden vielfältige Aktivitäten entwickelt; 2004 gründete sich die Projektgruppe Beteiligungshaushalt. Diese informierte über die in Porto Alegre (Brasilien), in verschiedenen europäischen Ländern und auch in Deutschland laufenden Beteiligungshaushalte und warb bei den Freiburger Gemeinderatsfraktionen für einen Freiburger Beteiligungshaushalt, den der Gemeinderat schließlich im Oktober 2007 beschloss. So, wie bundesweit der Beteiligungshaushalt parteiübergreifend als ein interessanter Weg angesehen wird (in Berlin-Lichtenberg wurde er von der PDS angestoßen, in Hamburg ist die CDU federführend), ist auch die Projektgruppe bunt zusammengesetzt. Die Mitglieder der Projektgruppe, teils seit 2004 dabei, teils später dazugestoßen, sind parteiunabhängig oder stehen den verschiedensten parteipolitischen Richtungen nahe; das Spektrum reicht von Linker Liste über SPD und Grüne bis zur CDU.

Kontakt:
Franz-Albert Heimer, HeimerFA[ät]aol.com
Daniela Ullrich, daniela.ullric[ät]badenova.de

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