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	<title>Bürgerhaushalt.org &#187; Praxis</title>
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	<description>Alles zu Bürgerhaushalten in Deutschland</description>
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		<title>Wie teuer darf ein B&#252;rgerhaushalt sein?</title>
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		<pubDate>Mon, 20 Jun 2011 13:11:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein h&#228;ufiger Kritikpunkt an Beteiligungsprojekten wie dem B&#252;rgerhaushalt sind die damit einhergehenden Kosten: Vor allem in Zeiten knapper Kassen sollten die Kommunen ihre knappen Gelder nicht f&#252;r so teure Projekte verschwenden. Dieser Kritik muss sich nun auch der Bonner B&#252;rgerhaushalt stellen...
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein h&auml;ufiger Kritikpunkt an Beteiligungsprojekten wie dem B&uuml;rgerhaushalt sind die damit einhergehenden Kosten: Vor allem in Zeiten knapper Kassen sollten die Kommunen ihre knappen Gelder nicht f&uuml;r so teure Projekte verschwenden. Dieser Kritik muss sich nun auch der Bonner B&uuml;rgerhaushalt stellen.</p>
<p>Bereits w&auml;hrend des Verfahrens wurde von Seiten der B&uuml;rger, aber auch von B&uuml;rgerhaushaltsgegnern wie Stephan Eisel die Frage nach den Kosten des Verfahrens gestellt. Diese wurden mit rund 70.000 Euro f&uuml;r die externe Beratungsfirma Zebralog beziffert, die der Stadt die Plattform zur Verf&uuml;gung stellte und das Verfahren begleitete. Vier Monate nach Abschluss des Verfahrens wurde nun aber bekannt gegeben, dass die tats&auml;chlichen Kosten sich auf gute 300.000 Euro belaufen&#160;&#8211; der gr&ouml;&szlig;te Anteil sind dabei die internen Personalkosten der Statdtverwaltung.</p>
<p>Skeptiker wie die Bonner SPD und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Stephan Eisel (CDU) sehen ihre Zweifel damit best&auml;tigt: <em>Das Projekt sei auch finanziell aus dem Ruder gelaufen, moniert SPD-Ratsfrau Gabriele Klingm&uuml;ller </em>laut einem Artikel des <a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&amp;itemid=10490&amp;detailid=898753">Bonner General-Anzeigers</a>. Der Grund hierf&uuml;r sei, dass die Plattform v&ouml;llig &uuml;berladen gewesen sei und dadurch immer neue Zusatzaufgaben in der Verwaltung anfielen. Eisel rechnet:&nbsp;<em>Hinter den gut 12&nbsp;000 Mailadressen, die sich f&uuml;r &#8222;Bonn packt&#8217;s an&#8220; registrieren lie&szlig;en, st&uuml;nden nur etwa 8&nbsp;000 Bonner, wenn man Ortsfremde und Mehrfachteilnehmer abziehe.&nbsp;Insofern habe die Befragung pro Bonner Teilnehmer mehr als 30 Euro gekostet. &#8222;Davon lie&szlig;en sich mehrere repr&auml;sentative detaillierte Meinungsumfragen finanzieren.&#8220;</em></p>
<p>Ganz anders bewertet hingegen Guido Pfeiffer von den Gr&uuml;nen die aktuellen Kostenberechnungen: Die Personalkosten derart kritisch zu betrachten h&auml;lt er f&uuml;r nicht korrekt, denn eine Beteiligung der Verwaltung am B&uuml;rgerhaushalt war offiziell gew&uuml;nscht. Au&szlig;erdem sei das Personal und die damit verbundenen Kosten doch sowieso vorhanden. So wird auch in einer Stellungnahme der Stadt argumentiert, in der es hei&szlig;t, dass <em>die Dienstleistungen der Verwaltungsmitarbeiter f&uuml;r die B&uuml;rgerbeteiligung im Rahmen ihrer Aufgaben zus&auml;tzlich erbracht worden sind. Die Personalkosten w&auml;ren also in jedem Fall entstanden.</em> Pfeiffer sieht den B&uuml;rgerhaushalt weiterhin als Chance f&uuml;r die Zukunft:&nbsp;<em>&#8222;Wir haben damit Dinge nachgeholt, die jahrelang nicht gemacht wurden. Und das ist nicht zum Nulltarif zu haben.&#8220; </em></p>
<p>Am Ende bleibt f&uuml;r wohl alle B&uuml;rgerhaushaltsverfahren die Frage nach einer Legitimit&auml;t der Kosten: Wie viel ist eine Beteiligung der B&uuml;rger wert, wie viel Kosten sind tats&auml;chlich n&ouml;tig und wie sehr w&uuml;nschen die B&uuml;rger sich solche Ausgaben &uuml;berhaupt?</p>
<p><a href="http://www.general-anzeiger-bonn.de/index.php?k=loka&amp;itemid=10490&amp;detailid=898753">Link zum vollst&auml;ndigen Artikel des Bonner General-Anzeigers</a></p>
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		<title>Fragen und Antworten zu (elektronischen) B&#252;rgerhaushalten</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Jun 2011 16:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Oliver Märker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Diskussion]]></category>
		<category><![CDATA[Neuigkeiten]]></category>
		<category><![CDATA[Praxis]]></category>
		<category><![CDATA[E-Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Elektronische Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Frage und Antwort]]></category>

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		<description><![CDATA[Werden durch das Internet als Beteiligungskanal nicht viele B&#252;rgerinnen und B&#252;rger ausgeschlossen? Wie kann verhindert werden, dass Lobby-Gruppen das Verfahren dominieren? Weisen die B&#252;rgerhaushalte nicht viel zu geringe Beteiligungszahlen auf? ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>verfasst von Oliver M&auml;rker, Redaktion</em></p>
<p>Mittlerweile werden die meisten B&uuml;rgerhaushalte ausschlie&szlig;lich oder haupts&auml;chlich mithilfe des Internets angeboten&#160;&#8211; bekannte Beispiele sind <a href="tag/bonn">Bonn</a>, <a href="tag/berlin-lichtenberg">Berlin-Lichtenberg</a>, <a href="tag/freiburg">Freiburg</a>, <a href="tag/essen">Essen</a>, <a href="tag/guetersloh">G&uuml;tersloh</a>, <a href="tag/koeln">K&ouml;ln</a>, <a href="tag/muenster">M&uuml;nster</a>, <a href="tag/trier">Trier</a>. In diesem Zusammenhang erreichen uns immer wieder Fragen, von denen wir, die Redaktion, die drei h&auml;ufigsten versuchen hier zu beantworten. Anregungen, Kommentare, Gegenpositionen k&ouml;nnen Sie gerne als Kommentar gleich unten einf&uuml;gen!</p>
<p><strong>Thema Missbrauch oder Manipulationsversuche</strong><br />
<em>Frage: Wie k&ouml;nnen Manipulationen bei der Abstimmung der B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger &uuml;ber eingebrachte Vorschl&auml;ge zum B&uuml;rgerhaushalt mittels Internetplattform durch Externe (z.B. B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger) und durch Interne (z.B. beauftragte Firmen) ausgeschlossen werden?</em></p>
<p><em>Antwort der Redaktion:</em><br />
Manipulationen k&ouml;nnen grunds&auml;tzlich nicht ausgeschlossen werden. Es gibt zwar St&auml;dte, die von den Teilnehmenden, die sich an einer Online-Plattform zur Teilnahme registrieren, neben einen Nutzernamen (der ein Pseudonym sein darf), auch den Vor&#8209; und Nachnamen und Adresse abverlangen, dennoch sch&uuml;tzt dies nicht vor Missbrauch. Ganz im Gegenteil: durch den Versuch, mehr Nachweise von den Teilnehmenden zu verlangen, erh&ouml;ht sich sogar das Missbrauchsniveau und&#160;&#8211;risiko: so geschehen in Potsdam, wo Dritte Daten von B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rgern &#8222;genutzt&#8220; haben, um sich mit einer falschen Identit&auml;t zu beteiligen.</p>
<p>Theoretisch w&auml;re es zwar technisch m&ouml;glich, eine Beteiligungsplattform mit umfassenden &Uuml;berpr&uuml;fungsmechanismen auszustatten, um in Echtzeit die Identit&auml;t eines Teilnehmenden zu &uuml;berpr&uuml;fen. Dies w&uuml;rde aber wahrscheinlich&#160;&#8211; neben zus&auml;tzlichen Kosten&#160;&#8211; dazu f&uuml;hren, dass die Beteiligung &#8222;gegen Null&#8220; tendiert: Denn welcher B&uuml;rger, welche B&uuml;rgerin ist bereit, umfassende Daten von sich Preis zu geben, &#8222;nur&#8220; um an einer Beteiligung zum kommunalen Haushalt beteiligt zu werden? Aufgrund dieser Tatsache muss aus unserer Sicht ein Abstimmungs&#8209;/Voting-Verfahren&#160;&#8211; zum Beispiel um eine Bestenliste zu erzeugen (K&ouml;ln, Bonn, Trier, G&uuml;tersloh,&#160;&#8230;.)&#160;&#8211; konzeptionell eine entsprechend &#8222;weiche&#8220; Rolle spielen. Es kann und darf nicht dazu genutzt werden, um verbindliche Abstimmungen durchf&uuml;hren zu wollen. Das ist aus unserer Sicht solange nicht der Fall, solange ein Internet-basiertes Voting-Verfahren nur dazu dient, um zum Beispiel eine Vorauswahl zu treffen, so wie es in nahezu allen uns bekannten Verfahren nach dem K&ouml;lner Modell der Fall ist.</p>
<p>Zusammenfassend gesagt: Missbr&auml;uchliche Nutzung (etwa durch Mehrfachregistrierungen einer Person) ist ein Ph&auml;nomen, mit dem man leben muss. Es darf daher durch eine Verfahrenskonzeption keine zu hohe Bedeutung zugeschrieben bekommen. Und zu guter Letzt darf nicht vergessen werden: Der Rat entscheidet, sodass am Ende&#160;&#8211; das gilt &uuml;brigens auch f&uuml;r die fehlende Repr&auml;sentativit&auml;t aller B&uuml;rgerhaushalte (egal ob online oder nicht online)&#160;&#8211; die formal vorgesehene Instanz das letzte Wort hat. </p>
<p>Was den Missbrauch durch externe Dienstleister angeht: Hier kann theoretisch noch einfacher manipuliert werden, da ja diese Dienstleister nicht nur den technischen Zugang haben, sondern in der Regel auch die Auswertung der Zahlen vornehmen. Das gilt auch f&uuml;r Verwaltungen und deren Mitarbeiter, falls diese einen B&uuml;rgerhaushalt ohne externe Dienstleister durchf&uuml;hren (z.B. Freiburg). Hier muss man darauf vertrauen, dass die beteiligten Akteure verantwortungsvoll mit ihrer Rolle (und Macht) umgehen.</p>
<p><strong>Thema Selektivit&auml;t des Beteiligungskanals Internet</strong><br />
<em>Frage: F&uuml;hrt die Nutzung des Internets als alleiniger oder Hauptkanal nicht dazu, dass viele B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger von der Beteiligung ausgeschlossen werden?</em></p>
<p><em>Antwort der Redaktion:</em><br />
Konkrete Zahlen aus B&uuml;rgerhaushalten sprechen eine klare Sprache: Durch das Internet als Beteiligungsmedium werden vor allem politisch Interessierte erreicht, und hier insbesondere besser verdienende, besser ausgebildete B&uuml;rger/innen, vor allem Menschen im Alter zwischen 30 und 60. Und &auml;ltere Menschen &uuml;ber 60 werden eher erreicht als j&uuml;ngere B&uuml;rger/innen unter 30. Interessanterweise werden genauso viele Frauen wie M&auml;nner erreicht, in manchen St&auml;dten sogar mehr Frauen als M&auml;nner, was f&uuml;r das Internet bzw. viele andere Beteiligungsverfahren ein Novum ist. Und es gibt Indizien, dass &#8211;&#160;neben den gut organisierten Gruppen&#160;&#8211; auch eher nicht organisierte B&uuml;rger/innen und B&uuml;rger teilnehmen. Das Internet reproduziert also teilweise Beteiligungsasymmetrien und hebt das bekannte Problem fast aller Beteiligungsmethoden nicht auf: Es werden nur die erreicht, die sich politisch/thematisch interessieren.</p>
<p><em>Frage: Sind im Vergleich zur Einwohnerzahlen oder Wahlberechtigten die Beteiligungszahlen an B&uuml;rgerhaushalten nicht viel zu gering?</em></p>
<p><em>Antwort der Redaktion</em><br />
Grunds&auml;tzlich ist bei vielen Initiatoren und Unterst&uuml;tzern von B&uuml;rgerhaushalten festzustellen &#8211;&#160;egal ob Beteiligung mit oder ohne Internet realisiert werden soll&#160;&#8211;, dass gew&uuml;nscht wird, m&ouml;glichst viele, insbesondere politikferne Menschen und eine m&ouml;glichst repr&auml;sentative Teilnehmerschaft zu erreichen. Es werden daher gerne Vergleiche zu Einwohnerzahlen oder zu den Wahlberechtigten oder zu repr&auml;sentativ angelegten Verfahren (wie der Kommunalwahl oder repr&auml;sentativer Umfragen) gezogen. Vor diesem Hintergrund wirken die &uuml;blichen Beteiligungszahlen aller uns bekannter B&uuml;rgerhaushalte &#8211;&#160;sowohl was die Gesamtzahl der Teilnehmenden angeht als auch was ihre Zusammensetzung angeht&#160;&#8211; eher bescheiden. Selbst in Kommunen mit sehr hoher Beteiligung, werden aktiv gerade 4&#160;% der Bev&ouml;lkerung erreicht, und lesend, also als &#8222;Informationsbesucher&#8220;, ca.&#160;20 bis 40&#160;%. Aus unserer Sicht sind aber alle Anforderungen an B&uuml;rgerhaushalte problematisch, die eine sehr hohe und repr&auml;sentative Beteiligung fordern und B&uuml;rgerhaushalte an diesen Zahlen zu messen versuchen. Denn die zum Vergleich herangezogenen Verfahren oder Zahlen haben *nichts* mit der Beteiligungspraxis so wie sie &uuml;blicherweise zwischen den Wahlen stattfindet zu tun. An genau an der setzen B&uuml;rgerhaushalte in der Praxis aber an: die kommunalen Haushaltsplanung. Vergleicht man die Struktur und die Anzahl der Teilnehmenden mit der vorhergehenden, &uuml;blichen Praxis, stellen fast alle B&uuml;rgerhaushalte einen gro&szlig;en Erfolg da, da &uuml;blicherweise vor der Einf&uuml;hrung eines B&uuml;rgerhaushalte keine oder nur &auml;u&szlig;erst wenige &#8211;&#160;und dann immer die gleichen&#160;&#8211; B&uuml;rger/innen sich an der Haushaltsplanung durch Eingaben beteiligten.</p>
<p><strong>Thema Lobby-Gruppen und Mobilisierung</strong><br />
Frage: Inwieweit kann verhindert werden, dass beispielsweise Lobby-Gruppen oder andere gut vernetzte Gruppen einen zu gro&szlig;en Einfluss auf das Ergebnis erhalten?</p>
<p><em>Antwort der Redaktion:</em><br />
Das kann nicht verhindert werden. Es gibt sogar Stimmen, die sagen, dass das nicht verhindert werden sollte, da das zum Modus unserer Demokratie geh&ouml;re: n&auml;mlich f&uuml;r Ideen Stimmen zu mobilisieren. Allerdings kann der Einfluss der gut organisierten B&uuml;rgerinnen und B&uuml;rger relativiert werden, indem beispielsweise durch eine sehr gute &Ouml;ffentlichkeitsarbeit<br />
auch nicht-organisierte B&uuml;rger/innen erreicht und zur Teilnahme mobilisiert werden. Zahlen aus B&uuml;rgerhaushalten wie K&ouml;ln, Bonn, oder Solingen zeigen, dass dies ansatzweise auch gelingt. Dar&uuml;ber hinaus kann auch methodisch daf&uuml;r gesorgt werden, dass nicht nur gut-organisierte B&uuml;rger/innen teilnehmen, indem &uuml;ber verschiedene Beteiligungskan&auml;le beteiligt wird: Telefon, Vor-Ort-Veranstaltung und pers&ouml;nliches Gespr&auml;ch, Brief (R&uuml;ckantwortbogen), und Internet. Weiterhin gehen manche Kommunen dazu &uuml;ber, neben dem Internet als Hauptbeteiligungskanal zus&auml;tzlich eine auf Zufallsauswahl basierende Veranstaltung im Anschluss durchzuf&uuml;hren, um zum Beispiel Ergebnisse aus einer Online-Phase von B&uuml;rger/innen (zus&auml;tzlich) bewerten zu lassen, also von B&uuml;rger/innen, die nicht Vorschl&auml;ge eingebracht und/oder Stimmen daf&uuml;r mobilisiert haben.</p>
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