Praxis

 

Verbindliches Verfahren gewährleistet

Der Kommentar der Redaktion bildet nicht das tatsächliche Beteiligungsverfahren in Groß-Umstadt ab. Gerne nutze ich das Angebot, hier Ergänzungen zu formulieren:

Die jährliche Info-Broschüre wird an alle Haushalte verteilt mit dem Angebot, sich in den Familien, mit Freunden und Kollegen darüber zu unterhalten und mehrere Wochen vor dem „Tag der Bürgers“ Ideen und Vorschläge zu formulieren. Diese können direkt an die Verwaltung gerichtet werden oder aber beim „Tag des Bürgers“ eingebracht und vorgestellt werden. Die schon vorliegenden Hinweise und Anregungen werden von uns im Forum ergänzt, was auch für jene gilt, die z. B. aus dem Projektwettbewerb der Lokalen Agenda vorgelegt wurden.

So bleibt nichts im Dunkeln, ganz im Gegenteil, alles wird hell und transparent – immer versehen mit Kontaktdaten der Ideengeber. Es ist unser ureigenstes Interesse, die Bürger ernst zu nehmen, offen und öffentlich vorzugehen.

Nach dem Forum finden für jene, die es bisher nicht geschafft haben, zwei Bürgersprechstunden im Rathaus statt. Die so noch einmal ergänzte Übersicht aller Anregungen wird den politischen Gremien für die Haushaltsberatungen zugeleitet. Und da wir wissen, dass viele Bürgerinnen und Bürger die öffentlichen Sitzungen der Gremien nicht besuchen, werden alle! Ideengeber schriftlich darüber informiert, was aus ihren Vorschlägen geworden ist. Parallel wird all das auch in der örtlichen Presse und auf der Homepage veröffentlicht.

Reiner Michaelis
Presse‑ und Öffentlichkeitsarbeit, Agenda-Büro

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Online-Bürgerhaushalt in Köln

Vom 22.Oktober bis zum 19. November haben die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln unter dem Motto „Deine Stadt – Dein Geld“ die Gelegenheit, für den Haushalt 2008 ihrer Verwaltung Vorschläge zu unterbreiten, wie sie Geld sparen könnte und wofür sie Geld ausgeben sollte. Und zwar online! Die Stadt hat sich entschieden, den Bürgerhaushalt mit einer internetbasierten Beteiligungsplattform zu unterstützen. Sie ist damit die erste Millionenmetropole Deutschlands überhaupt, die das Internet zur Anhörung der Bürger im Rahmen des Haushaltsplanungsverfahrens nutzt.

Wer will, kann jetzt per Tastatur und Mausklick seine Vorschläge zur Verwendung der Gelder an die Stadt schicken. Damit sich niemand ausgeschlossen fühlen muss, können Vorschläge auch telefonisch über das städtische Call-Center oder auf dem Postwege mitgeteilt werden. Und zwar zu den Themen „Sport“, „Grünflächen“ und „Straße, Wege und Plätze“. Jeder Spar‑ oder Ausgabevorschlag zu diesen Themen, auf welchem Wege er auch immer eingereicht wird, gelangt auf die Plattform und ist dort für jeden einsehbar. Wer sich als Teilnehmer registrieren lässt, hat dort außerdem die Möglichkeit, Vorschläge zu bewerten und zu kommentieren. Am Ende des Verfahrens wird es zu jedem Thema eine Liste mit den hundert am besten bewerteten Vorschlägen geben. Diese Listen werden nach Beendigung der Beteiligungsphase an die Verwaltung übergeben, die sich verpflichtet hat, jeden dieser dreihundert Vorschläge fachlich zu prüfen und alle sich daraus ergebenden Änderungen in Form eines „Veränderungsnachweises Bürgerhaushalt“ dem Rat der Stadt Köln zu übergeben. Die Politik wird alle Vorschläge einzeln beraten, prüfen und anschließend begründen, warum welche Vorschläge angenommen oder abgelehnt wurden. Alle übrigen Vorschläge gehen nicht verloren, sondern werden auf thematische Schwerpunkte hin ausgewertet, die ebenfalls dem Rat der Stadt zur Information vorgelegt werden.

Das Verfahrenskonzept und die entsprechende Plattform sind von der Stadt in enger Kooperation mit dem Fraunhofer Institut Intelligente Analyse‑ und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin und dem Berliner Unternehmen Zebralog entwickelt worden. Dass nicht zum gesamten Haushalt Vorschläge gemacht werden können, hat vor allem mit der Umstellung des Haushalts auf das neue kommunale Finanzmanagement (NKF) in NRW zu tun. Mit NKF kommen völlig neuartige Darstellungs‑ und Steuerungsformen zum Tragen, die eine Einschränkung des Bürgerhaushalts auf solche Themen nahe legten, die zuvor von den Bürgern im Rahmen einer Umfrage favorisiert wurden. Dennoch wird jetzt schon deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger die ihnen gebotene Chance, sich in die Belange der Politik ihrer Stadt einzumischen, nutzen wollen. Trotz der Themenbegrenzung haben sich bereits nach wenigen Tagen weit über 1000 Bürger registrieren lassen, um über 1000 Vorschläge einzugeben. Ebenso beeindruckend sind die über 100.000 Aufrufe von Vorschlägen innerhalb der ersten 5 Tage. Diese Zahlen, ebenso wie die Qualität vieler Beiträge, stimmen nicht nur zuversichtlich, was den weiteren Verlauf des Verfahrens anbelangt. Sie setzen darüber hinaus ein deutliches Signal für Politik und Verwaltung, den Online-Bürgerhaushalt zu einer festen Einrichtung zu machen.

Hier geht es zur Beteiligungsplattform in Köln:
http://www.stadt-koeln.de/buergerhaushalt

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Publikation: Bürgerhaushalt und die Mobilisierung von Bürgerwissen

Eine neue Publikation zum Thema Bürgerhaushalt von Carsten Herzberg und Cécile Cuny (Oktober 2007):

„Herausforderungen der technischen Demokratie: Bürgerhaushalt und die Mobilisierung von Bürgerwissen.“
Eine Untersuchung von Beispielen in der Region ‚Berlin-Brandenburg‘“

Zentrale Fragestellung: Welche Art von Wissen bringen Bürgerinnen und Bürger in den Partizipationsprozess ein,
inwiefern wird es genutzt?

Zur Untersuchung dieser Frage dient die Region Berlin-Brandenburg , da hier eine Reihe neuer Bürgerhaushalts-Beispiele entstanden sind, die mitunter sehr ambitionierte Ansätze verfolgen. Der vorliegende Beitrag stellt die erste vergleichende Untersuchung der Bürgerhaushalte in dieser Region dar. Bisher wurden vor allem Einzelfallstudien vorgenommen, es fehlt jedoch an einer Untersuchung, die nach den Effekten, Hintergründen und Entwicklungspotenzialen von Bürgerhaushalten fragt.

Mit dieser Arbeit wollen die Autoren diese Lücke schließen. Die Studie bietet praktische Anregung zur Ausgestaltung partizipativer Verfahren. Sie soll dabei auch diejenigen ansprechen, die sich über den Bürgerhaushalt hinaus mit der Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern beschäftigen.

Genauere Angaben:
Herausforderungen der technischen Demokratie:
Bürgerhaushalt und die Mobilisierung von
Bürgerwissen.
Eine Untersuchung von Beispielen in der Region „Berlin-Brandenburg“
Carsten Herzberg/Cécile Cuny
Oktober 2007
PICRI

Download: Mobilisierung von Bürgerwissen [PDF]

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Runder Tisch soll Beteiligungsverfahren in Freiburg begleiten und beraten

www.freiburg.de/beteiligungshaushalt

Die Verwaltung will einen „Runden Tisch Beteiligungshaushalt“ ins Leben rufen, um den bürgerschaftlichen Dialogprozess zum künftigen städtischen Haushalt mit der Bürgerschaft abzustimmen. In dem Gremium vertreten sein sollen Organisationen aus allen wesentlichen Handlungsfeldern des städtischen Haushalts, die ab kommenden Frühjahr intensiv durch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt diskutiert und beraten werden sollen. Die städtische Projektleiterin des Beteiligungshaushalts, Annette Schubert, hat dies am vergangenen Freitag im Rahmen eines offenen Forums zum Thema Beteiligungshaushalt bei der Lokalen Agenda vorgestellt. Der Vorschlag ist ein Baustein des Verfahrens zum Beteiligungshaushalt, das am 23. Oktober im Gemeinderat zur Abstimmung steht.

Der Runde Tisch soll das im Frühjahr 2008 beginnende Beteiligungsverfahren begleiten und beraten. So sollen gezielt Einrichtungen, Organisationen und Gruppen angesprochen werden, die die Kernthemen im städtischen Haushalt wiederspiegeln und sich für das Thema Bürgerhaushalt interessieren.

Die endgültige Zusammensetzung des Runden Tisches steht noch nicht fest. Die Verwaltung wird mit der Lokalen Agenda, die sich seit langem für den Bürgerhaushalt engagiert, dazu einen Vorschlag erarbeiten und Verbände sowie Vereine zur Mitarbeit einladen.

Die Verwaltung greift damit einen beim städtischen Hearing zum Thema Bürgerhaushalt am 14. September geäußerten Vorschlag auch formell auf. Ziel des Runden Tisches ist es, die Planungs‑ und Vorbereitungsschritte zur Erarbeitung des ersten Freiburger Beteiligungshaushaltes zu begleiten.

Zur internen Steuerung des umfassenden Beteiligungsverfahrens ist eine zahlenmäßig kleinere Gruppe vorgesehen, an der neben Vertretern der Verwaltung und des Gemeinderats dann auch Vertreter des Runden Tisches beteiligt werden sollen.

„Wir wollen ein Höchstmass an Transparenz und einen konstruktiven Dialog bereits im Vorfeld des Verfahrens“ erläutert Annette Schubert. „Deshalb haben wir auch das Hearing an den Anfang gesetzt. Wir sind in einem lernenden Prozess. Wir wollen, dass der erste Durchlauf eines Beteiligungshaushalts in Freiburg ein Erfolg wird. Dazu sind alle herzlich eingeladen, die daran mitwirken wollen.“

Ziel des vorgeschlagenen Runden Tisches ist, das Verfahren so transparent wie möglich zu organisieren: „Wir wollen immer eine konstruktiv-kritische Stimme im Beiboot, um mit unserem Vorgehen Kurs zu halten und möglichst viele Bürger und Bürgerinnen mit auf den Dialogweg zu nehmen“, erläuterte Annette Schubert. Das Gremium soll auch helfen, künftig Missverständnisse im direkten Austausch zu klären. „Wir wollen künftig am Runden Tisch das direkte Gespräch suchen. Ich bin sicher, dass wir damit gemeinsam einen konstruktiven Boden für die unterschiedlichen Beteiligungsmöglichkeiten bereiten können, die ab Frühjahr der Freiburger Bevölkerung zur Meinungsbildung und zum Diskurs zur Verfügung stehen.“

Ein bisher bestehendes offenes Forum zum Thema Beteiligungshaushalt hatte sich im Frühsommer unter Leitung der Lokalen Agenda weitgehend zufällig zusammen gefunden und seither mit der Verwaltung mehrfach getroffen. Mit dem Runden Tisch soll auch das Anliegen dieses informellen Kreises aufgegriffen werden.

Die Verwaltung will mit der Vorschlag des Runden Tisches somit auch formell gewährleisten, dass das Projekt Bürgerhaushalt möglichst breit in der Bürgerschaft getragen wird. Voraussetzung dazu sind zum einen verbindliche Strukturen und kontinuierliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern von interessierten und engagierten Organisationen, deren lokaler Sachverstand im weiteren Prozess willkommen ist.

Das Gremium soll im November 2007 seine Arbeit aufnehmen.

(Pressemitteilung Stadt Freiburg im Breisgau)

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Wer fragt der führt: Online-Fragebogen zur Vorbereitung eines Bürgerhaushalts in Suhl

Zur Vorbereitung ihres ersten Beteiligungsverfahren zur Haushaltsaufstellung hat die Stadt Suhl auf ihrer Webseite einen Online-Fragebogen geschaltet. Bis zum 30. November sind die Bürgerinnen und Bürger der Stadt auffordert, ihr Interesse an einem Bürgerhaushaltsverfahren einzuschätzen und Wünsche zur Gestaltung zukünftiger Beiteiligungsverfahren zu äußern. Ausgehend von den Ergebnissen der Fragebogenauswertung möchte die Verwaltung über die Durchführung von Informations‑ und Beteiligungsveranstaltungen zu entscheiden.

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