Pressespiegel

 

Bürger sollen bei Haushalt mitreden

Quelle: SWR online
Datum: 13. Juli 2007

Als erste Großstadt in Baden-Württemberg will Freiburg künftig seine Bürger stärker an der Finanzpolitik der Stadt beteiligen. Der Gemeinderat stimmte am Dienstagnachmittag mit großer Mehrheit für ein neues Modell von Bürgerbeteiligung.

Damit machte der Freiburger Gemeinderat den Weg frei für den ersten Bürgerhaushalt der Stadt. Die 210.000 Einwohner der badischen Universitätsstadt sollen künftig selbst entscheiden, wo in ihrer Stadt gespart oder investiert wird.

Link zur Originalquelle

[mehr]

 

Mehr als eine Teeparty organisieren

Auch in Großbritannien ist der Bürgerhaushalt angekommen. So erschien am 05.07.2007 in der Online-Ausgabe des „The Guardian“ ein Beitrag mit dem Titel „Voters to get direct say on local spending“. Demnach wird der Bürgerhaushalt von nationaler Ebene aus (hier durch Hazel Blears, Secretary of State for Communities and Local Government) verschiedenen Städten in Großbritannien verordnet – u.a.: Birmingham, Merseyside, Lewisham, Bradford, Salford, Sunderland, Newcastle and Southampton. Hazel Blears, Communities Secretary (vielleicht vergleichbare Funktion wie ein Staatssekretär eines Ministeriums in Deutschland), sieht den „Bürgerhaushalt“ als ein Instrument zur Weiterentwicklung der Demokratie in Großbritanien:

„I think the world has changed. Ⅰ think voting every four years and basically handing over responsibility and power to other people and then doing nothing again for four years, Ⅰ think our democracy is not like that any more.“

Hier der gesamte Artikel von Patrick Wintour, political editor, Thursday July 5, 2007, The Guardian:

Voters to get direct say on local spending
Cash for schemes such as parks, litter and Asbos to be decided by ballot

Voters will be given powers to decide how ten of millions of pounds should be spent in their neighbourhood under radical plans being unveiled today.

In a potentially dramatic extension of direct democracy, councils will have to hold ballots before deciding where money should be targeted. It would mean that, for the first time, people could direct cash to areas that concern them most, such as parks, curbing antisocial behaviour, targeting drug trouble spots or cleaning up litter.

The idea comes from Latin America where it is being rapidly adopted. It began in 1989 in the southern Brazilian city of Porto Alegre, but has swept through the region and some of the more radically led cities. Thanks in part to the success of the scheme, the UN has nominated Porto Alegre as the Brazilian city with the „best quality of life“.

When Hazel Blears, the new communities secretary, outlines the scheme she will say that she wants every neighbourhood to have control of some of the council’s cash within five years.

She told the Guardian that communities will be asked to take control of council budgets through local debates, neighbourhood votes and public town meetings.

She said she may introduce new powers that will give people the right to petition councils. They would then be under an obligation to consider it. She hinted strongly that even these measures were not radical enough.

As a start she will announce 10 national pilot projects, to include Birmingham, Merseyside, Lewisham, Bradford, Salford, Sunderland, Newcastle and Southampton.

In the case of Sunderland the council will set aside £23m of its budget over the next two years for local residents to decide how the money is spent.

Ms Blears said: „In these areas people will be given a direct say on their big mainstream budgets. This is not about small grant-making, such as a community chest of £5,000 to organise a tea party. This is about involving the public in some of the big choices.

„The public will be able to decide whether their priorty is play areas, youth facilities, traffic calming or more community wardens. It will be down to them. The purpose of the pilot projects is to show that this can be done, and you get better decisions. Participatory budgeting is not just consultation. It is where people come together, set priorities and vote on what is going to happen.“

She added: „I think the world has changed. Ⅰ think voting every four years and basically handing over responsibility and power to other people and then doing nothing again for four years, Ⅰ think our democracy is not like that any more.“

The communities department has hired Church Action on Poverty to act as a facilitator to help communities hold discussions on their priorities before a vote.

She admitted there is careful politics in that „councillors must not feel their democratic mandate is bypassed, and instead recognise that it will strengthen their relationship with their local community“

Ms Blears insisted: „My overriding belief is that people are capable of making quite complex difficult decisions, setting priorities, doing trade-offs if they are given the opportunity to do it. Ⅰ have never believed in a paternalistic society that tells people what is good for them. We are now at a tipping point where there is a political will right across government to devolve power.

„My task is to say how and what the practical ways in which we can make this a reality for people.“

Ms Blears will also announce small-scale funding for for projects in 20 areas where local authorities are to let communities take ownership of their assets in line with the government’s recent Quirk review.

Link zur Originalquelle

[mehr]

 

Landkreis Greiz: „Mit Bürgerhaushalt abgeblitzt“

Aus TLZ.de – Gera:
Von Kathrin Schulz,
Greiz/26.06.2007:

Die Fraktion der PDS/Die Linke ist gestern Abend im Kreistag mit ihrem Antrag auf Einführung eines Bürgerhaushaltes abgeblitzt.

Die überwiegende Mehrheit der Kreistagsmitglieder sprach sich gegen den Vorschlag aus und folgte damit der Bitte der Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) um eine „sinnvolle und pragmatische Entscheidung“.

Diana Skibbe (PDS/Die Linke) hatte den Antrag ihrer Fraktion auf einen Bürgerhaushalt als ein Instrument direkter Demokratie begründet. Auf diese Weise sollen die Bürger über Ziele und konkrete Projekte im Landkreis mitreden, können Prioritäten setzen und mehr Transparenz erreichen. Die Entscheidung über den Etat allerdings bleibe den Kreisräten überlassen. Skibbe räumt ein, dass der Arbeitsaufwand hoch sei, führt aber Erfahrungen aus Erfurt, Gotha oder Jena ins Feld. Die Bürger, so erläutert sie auf Nachfrage der Landrätin, sollen über die finanzielle Lage, die Handlungsmöglichkeiten und die Schulden informiert werden. Der Haushalt wird für die Bürger-Mitsprache aufbereitet. Natürlich werde man damit nicht die Pflichtaufgaben infrage stellen.

Peter Höfer (Pro Kommune) begrüßt den Bürgerhaushalt für die Kommunen sehr, dort mache er Sinn, doch im Landkreis sei der Einfluss zu gering, lehnt er den Antrag ab.

Auch Martina Schweinsburg (CDU) hat sich schlau gemacht: Die Förderperiode für den Bürgerhaushalt sei vor zwei Jahren ausgelaufen. Über einen Umfang von 4,2 Millionen Euro sei im Flächenlandkreis Greiz zu kommunizieren, was aus ihrer Sicht mindestens 20 Moderatoren beschäftige. „Die Vorlage des Etats“, so Schweinsburg, „ist meine Sache. Wie sie damit umgehen, ist ihre Sache.“

Karsten Halbauer (PDS/Die Linke) drückt tiefstes Bedauern darüber aus, dass der Kreistag „zum wiederholten Male Bürgerbeteiligung und Dialog“ ablehne. Zudem sehe er die 20-Mitarbeiter-Aussage sehr kritisch.

Link zur Originalquelle

[mehr]

 

Freiburg: „Bürger können über Etat mitentscheiden“

SWR.de, 22.06.2007, 14:57 Uhr:

Die 210.000 Einwohner Freiburgs sollen stärker an der Finanzpolitik von Rathaus und Gemeinderat beteiligt werden. Als erste Stadt im Land werde Freiburg ein Beteiligungsmodell für den städtischen Haushalt erarbeiten, sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) ….

Link zur Originalquelle

[mehr]

 

Köln: „Bürger als Ratgeber der Politik“

Bürger als Ratgeber der Politik
VON ANDREAS DAMM, 21.06.07, 22:24h

Etwa jeder Fünfte erklärt sich zur Mitarbeit am „Bürgerhaushalt“ bereit.

Wie sehen die Straßen, Wege und Plätze aus, und wie ist es um die Grünanlagen bestellt? Das sind die Themen, für die sich die Kölnerinnen und Kölner unter finanzpolitischen Gesichtspunkten am meisten interessieren. Wenn die Bürger demnächst erstmals von den Politikern in Haushaltsfragen zurate gezogen werden, wollen sie vor allem über die Ausgaben für ein besseres Erscheinungsbild ihrer Stadt mitentscheiden. Dieses Zwischenergebnis einer repräsentativen Befragung teilte die Stadtverwaltung dem Finanzausschuss des Rates mit. Themen wie Schule, kulturelle Angebote, Sport und Kindertagesstätten hätten die Teilnehmer als weniger interessant eingestuft.

Alltägliche Erfahrung

Der „Bürgerhaushalt“ wird von dem Gedanken getragen, dass Einwohner, Vereine und gesellschaftliche Gruppen durchaus als Fachleute für ihre Stadt betrachtet werden können. Ihr Wissen fußt auf alltäglicher Erfahrung, und das will der Rat nutzen. Der Umfrage zufolge halten 38 Prozent der Kölnerinnen und Kölner diese Form der Beteiligung für „längst überfällig“. Lediglich vier Prozent vertreten die Meinung, das dieses Verfahren „nichts bringe“. Etwa jeder Fünfte erklärte sich zur Mitarbeit bereit. Die Mehrheit will erst entscheiden, wenn weitere Informationen vorliegen.

Zumindest bei den am häufigsten genannten Themen sollen die Bürger den Etat für das Jahr 2008 an mitgestalten. Später soll die Beteiligung auf andere Gebiete ausgedehnt werden. Zur Vorbereitung will die Stadtverwaltung bis zum kommenden Herbst allen Einwohnern ein Informationsblatt schicken. Interessenten sollen dann eine umfassende Haushaltsbroschüre erhalten. Zudem will die Stadt für den Bürgerhaushalt eine Internet-Seite erstellen lassen.

Das Verfahren sehe vor, dass der Rat den Bürgern Rechenschaft darüber ablegt, warum er einen Vorschlag aufgenommen oder abgelehnt hat. Gerade negative Entscheidungen müssten schlüssig begründet sein. Andernfalls könnten sich die Bürger verprellt fühlen. Die Öffentlichkeit, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung, müsse „bei der Ablehnung ihrer Vorschläge die Beweggründe des Rates nachvollziehen können“. So lasse sich eine Akzeptanz der Ablehnungen erreichen.

Link zur Originalquelle

[mehr]

Seite 13 von 14« Erste...«1011121314»