Pressespiegel

 

Frankfurt: „Wenn Bürger über ihre Stadt nachdenken“

Beitrag aus der FR-Online von Jüren Schultheis:

Frankfurt baut eine Brücke, die niemand sehen kann. Eine Brücke, die mitten in den Römer führt und die Bürger mit denen verbinden soll, die sie regieren. Eine Brücke, die den Weg frei macht für das wertvollste Gut, das die Stadt in ihrer Mitte hat – für die Ideen und Gedanken der Menschen, die hier leben und die mitarbeiten wollen an einer Zukunft, die ein bisschen besser sein soll als die Gegenwart. Elektronische Bürgerbeteiligung heißt das Bauwerk, und Markus Frank und Olaf Cunitz, die Fraktionschefs der CDU und der Grünen im Frankfurter Römer, haben den Vorschlag gemacht, diese Brücke zu bauen.

Die Pläne für den Bau sind zwar noch nicht gezeichnet, der Magistrat prüft gerade Sinn und Zweck des Bauwerks und wird wohl zum Ende der Sommerferien am 20. August vortragen, zu welchem Ergebnis er gekommen ist. Aber Einigkeit herrscht in diesen Tagen schon im Parlament, dass man die Bürger stärker beteiligen möchte an den manchmal schwierigen Diskussionen über die großen Projekte der Stadt. Diskussionen, die auch für Parlamentarier schon deshalb schwierig sind, weil die Welt komplizierter und das Wissen so komplex geworden ist, dass jede Hilfe der Sache nur dienen und eine gute Entscheidung nur befördern kann.

Frankfurts Bürger sollen sich online und interaktiv in die Kommunalpolitik einbringen können, hatte CDU-Fraktionschef Frank Ende Mai gesagt. Instrumente der Stadtpolitik und die Möglichkeiten der Teilhabe sollen deshalb modernisiert und erweitert werden. Bürgerfreundlicher soll die Stadt werden und die Menschen einen leichteren Zugang zur Politik haben, setzt Cunitz hinzu, der von einem „niedrigschwelligen Angebot“ spricht.

nternet-basierte Bürgerbeteiligung ist kein neues Thema für die Städte in Deutschland. Fast alle größeren Kommunalverwaltungen haben längst ihr Tor auch im Netz der Netze geöffnet und erleichtern es ihren Bürgern, sich Informationen oder Unterlagen zu beschaffen. Doch die Möglichkeiten, die das Medium bietet, sind längst nicht ausgeschöpft. Das Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme geht etwa davon aus, dass die Möglichkeiten der Internet-basierten Bürgerbeteiligung nicht einmal annähernd ausgeschöpft sind. Zwar liegt eine Großstadt wie Frankfurt in der Spitzengruppe der Städte, die solche Zugänge aufgebaut haben, wie aus einer Studie der Initiative eParticipation hervorgeht, ein Zusammenschluss aus zehn elektronischen Dienstleistern und wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland. Aber auch Spitzenreiter wie Berlin, Essen, Osnabrück und Stuttgart seien noch weit davon entfernt, „echte E-Partizipations-Metropolen zu sein. Die positiven Chancen von E-Partizipation zu mehr Bürgernähe und Bürgerzufriedenheit werden noch lange nicht umgesetzt“, heißt es im zweiten Website-Ranking der Initiative.

mehr…

[mehr]

 

Kassel: „Fehlt die Leidenschaft?“

Artikel aus der HNA-Online:

Fehlt die Leidenschaft?
Stadtkämmerer erklärt Bürgerhaushalt für gescheitert – Kritik der Bündnisgrünen

Kassel. Ist Kassels Stadtkämmerer leidenschaftlich? Und wenn nicht: Wie kann seine Leidenschaft geweckt werden? Dafür interessierte sich Roswitha Rüschendorf von den Grünen in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten.

Seine Leidenschaft für einen städtischen Haushalt, der von Kassels Bürgern mitgestaltet wird, meint die Grünen-Kommunalpolitikerin. Den Bürgerhaushalt. Den nämlich hatte Kämmerer Dr. Jürgen Barthel, SPD, Mitte Mai für gescheitert erklärt, nachdem zu den vier öffentlichen Informations‑ und Diskussionsveranstaltungen kaum jemand gekommen war.

Die Kritik:

Vor allem Barthel habe es nicht wirklich gewollt, die Bürger der Stadt am Haushalt zu beteiligen – obwohl es ein Wahlversprechen seines Parteikollegen Oberbürgermeister Bertram Hilgen gewesen war. Rüschendorf sagt: Wäre der Bürgerhaushalt wirklich gewollt gewesen, wäre alles besser gelaufen. Immerhin gebe es Städte, in denen er funktioniere. Hamburg etwa.

Die Alternative:

Die Grünen belassen es aber nicht bei der Kritik. Sie haben ein Konzept erarbeitet, das zeigt, wie ein Bürgerhaushalt umzusetzen ist (Artikel links). Daraus gehe vor allem eines hervor: Für einen Haushalt, der von Bürgern mitgestaltet werde, sei ein langer Vorlauf nötig. Unter anderem deshalb versteht es Roswitha Rüschendorf nicht, dass der Stadtkämmerer das Experiment für gescheitert erklärt hat.

Das sagen Stadtkämmerer und Oberbürgermeister:

Nicht der Plan der Beteiligung sei gescheitert, sagt Jürgen Barthel – und ist da mit dem Oberbürgermeister einer Meinung. Die Menschen in Kassel sollen auf jeden Fall bei wichtigen Finanzfragen mitreden dürfen. Gescheitert sei lediglich das Modell, die Einwohner für das gesamte Zahlenwerk zu interessieren.

Stattdessen sollen nun Schwerpunkte gesetzt werden, zu denen die Bürger ihre Meinung sagen sollen. Mit Kassels Bädern habe es begonnen. Soll es künftig nur noch ein Bad geben, oder sollen alle erhalten bleiben? Während öffentlicher Informationsveranstaltungen und Treffen mit Nutzergruppen wurde darüber gesprochen. Außerdem seien unter anderem Vereine, Schulen, Eltern, Senioren‑ und Behindertenbeirat nach ihrer Meinung dazu gefragt worden.

Solche für Kassel wichtige Themen sollen künftig öffentlich diskutiert werden. Dann sollen die Einwohner ihre Meinung darüber äußern können – die in der Planung berücksichtigt würde. Eines der nächsten Themen sei etwa der Plan, auf dem Langen Feld ein Gewerbegebiet zu schaffen.

Link zur Originalquelle

[mehr]

 

Bürgerhaushalt auch in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Nach Berlin Lichtenberg plant nun auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen Bürgerhaushalt durchzuführen. Nach dem Bericht des Berliner Tagesspiegels soll der Bürgerhaushalt in Friedrichshain-Kreuzberg in drei Stufen eingeführt werden:

„Die erste Stufe heißt Transparenz: Wie ist ein Haushalt aufgebaut, wie liest man ihn, welche Spielräume gibt es bei der Verteilung der Mittel? Eine Broschüre soll diese Fragen noch in diesem Jahr beantworten. Zugleich soll der Haushalt 2008 in leicht verständlicher Form im Internet zu finden sein. Zweite Stufe: Für Frühjahr 2008 sind dann Veranstaltungen im ganzen Bezirk geplant, bei denen auch erste Bürgerwünsche geäußert werden können. […] In den Haushalt 2008 schaffen es die Wünsche aber nicht mehr, aber 2009 könnten dann erstmals einzelne Bürgervorschläge zu Schwerpunktthemen berücksichtigt sein. […] In der dritten Stufe sei dann volle Bürgerbeteiligung bei allen Themen erreicht, erstmals im Haushalt 2010. Das Ganze diene der Motivation der Menschen, sich mehr für kommunale Belange zu interessieren. Auch Jugendliche sollen mitreden können, etwa über Sportanlagen und Jugendclubs.“

In dem Artikel wird auch darüber berichtet, dass der Prozess noch umfassender als in Berlin-Lichtenberg durchgeführt werden soll. Wir werden das beobachten und hier über die Umsetzung des Bürgerhaushaltes in Friedrichshain-Kreuzberg berichten.

Ein weiterer Artikel ist in der der Online-Ausgabe der TAZ erschienen.

[mehr]

 

Bürgerhaushalt für Köln ab 2008 möglich

Bericht aus dem Kölner Stadtanzeiger:

Bürgerhaushalt für Köln ab 2008 möglich
ERSTELLT 21.12.06, 07:39h

Der Kölner Stadtrat hat 2004 beschlossen, einen Bürgerhaushalt aufzustellen. Gerade wegen der schlechten Haushaltslage sei es wichtig, die Bürger in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

2008 wird das „Neue kommunale Finanzmanagement“ umgesetzt und so eine Voraussetzung für den Bürgerhaushalt geschaffen. Dann wird der bislang schwer lesbare städtische Haushaltsplan verständlicher. Die Kosten für einzelne Leistungen wie eine einzelne Unterrichtsstunde der Volkshochschule oder die Pflege von einem Quadratmeter Grün sollen so genau dargestellt werden. Freiwillige Leistungen werden deutlich von Pflichtaufgaben unterschieden.

Zur Idee des Bürgerhaushaltes gehört, dass die Bürger zunächst verständlich informiert werden müssen, sich dann beteiligen können und schließlich Politik und Stadt Rechenschaft über ihre Beschlüsse ablegen müssen. Der Rat muss sich erklären, wenn er Vorschläge der Bürger ablehnt und anders entscheidet. Diskutiert wird ausschließlich über so genannte freiwillige Leistungen der Kommune.

Link zur Originalquelle

[mehr]

 

Kölner Stadtanzeiger: Bürgerhaushalt Bergisch Gladbach

Ein Beitrag aus dem Kölner Stadtanzeiger (Online-Ausgabe):

Bürgerhaushalt 05⁄06: Mitwirken!
ERSTELLT 10.05.05, 12:47h, AKTUALISIERT 10.05.05, 12:50h
Bergisch Gladbach  – Die Bergisch Gladbacher Bürger sollen in Zukunft stärker an der städtischen Haushaltspolitik beteiligt werden. So hat es der Rat der Stadt beschlossen. Jetzt geht es darum, diesen politischen Willen in die Tat umzusetzen: 500 repräsentativ ausgewählte Bürger erhalten in diesen Tagen eine Einladung des Bürgermeisters, am Bürgerhaushalt 2005⁄2006 mitzuwirken. Sie werden eingeladen zu einer Informations‑ und Diskussionsveranstaltung am Mittwoch, 1. Juni, um 19:30 Uhr im Bürgerhaus Bergischer Löwe, Konrad-Adenauer-Platz 8.

Was ist ein Bürgerhaushalt?
Grundgedanke des Bürgerhaushaltes ist es, mehr Transparenz bei den städtischen Finanzen herzustellen. Die Kritik und Anregungen aus der Sichtweise der Bürger zur Finanzpolitik sind ausdrücklich erwünscht. Ihre beratende Unterstützung soll direkt in die Haushaltsentscheidungen der Stadtratsfraktionen einfließen.

Wie läuft der Abend ab?
Die Informations‑ und Diskussionsveranstaltung am 1. Juni bietet für die repräsentativ ausgewählten Bürger die Möglichkeit, Anregungen und Vorschläge zum städtischen Haushalt sofort einzubringen. Wer sich nicht spontan äußern möchte, kann seine Anmerkungen telefonisch oder schriftlich nachreichen. Die Verwaltung trägt später alle eingegangenen Beiträge zusammen und legt sie den Ratsfraktionen zur weiteren Beratung vor. Sie entscheiden dann, welche Anregungen der Bürger zum Haushalt 2005⁄2006 aufgenommen werden.


Link zur Originalquelle

[mehr]

Seite 14 von 14« Erste...«1011121314