Pressespiegel

 

Was macht der Bezirk mit Ihrem Geld? „Bürgerhaushalt“ in Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf

Pressemitteilung
Quelle: Bezirksamt Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
Datum: 04.07.2007

Zentrale Informationsveranstaltung „Markt der Angebote“
am 24.09.2007, von 15 bis 19 Uhr
Rathaus Wilmersdorf, Fehrbelliner Platz 4, 10707 Berlin

Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und Bezirksamt (BA) verfolgen mit der Einführung des Bürgerhaushalts in Charlottenburg-Wilmersdorf drei zentrale Ziele:

1. Transparenz für die Bürgerinnen und Bürger über den Bezirkshaushalt und die Haushaltsplanung schaffen,

2. Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger ermöglichen und so den Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Politik und Verwaltung verbessern und

3. Entscheidungshilfen für die Politik durch Bürgerkonsultation herstellen. Hierbei soll nichts übereilt, sondern mit viel Geduld sicher auf Erfolg gesetzt werden. Was ist bisher geschehen?

Bereits 2002⁄2003 ist das erste Informationsfaltblatt „Was macht der Bezirk mit Ihrem Geld?“ zum Bezirkshaushalt erschienen. Zusätzlich gab es Pressemitteilungen und eine Veröffentlichung im Internet. Die Bezirksbürgermeisterin, Monika Thiemen, hat hierzu das Vorwort verfasst. Zum Doppelhaushalt 2004⁄2005 gab es eine Aktualisierung. Die erste Bürgerbefragung mittels Fragebogenaktion wurde für die bezirklichen Anmeldungen zur Investitionsplanung des Landes Berlin für die Jahre 2005 bis 2009 durchgeführt.

2006⁄2007 ist eine 16seitige farbige Informationsschrift zum Bezirkshaushalt und eine erste Einführung zum Bürgerhaushalt einschließlich „Haushalts-ABC“ herausgegeben worden, welche auch im Internet zu finden ist. Die zweite Bürgerbefragung mittels Fragebogen und Internetmöglichkeit wurde zur Investitionsplanung 2007 bis 2011 durchgeführt. Das Ergebnis wurde ebenfalls öffentlich bekannt gemacht.

BVV und BA haben nunmehr den Bürgerhaushalt sozusagen zur Chefsache erklärt: Seit 2007 existiert eine Projektgruppe, welche vom Bezirksverordneten René Wendt geleitet wird. […]

BVV und BA wollen nunmehr dazu übergehen, es zu wagen, ein Routineverfahren einzuleiten, welches über insgesamt 3 Phasen erfolgen soll.

Die erste Phase, die Informationsphase, knüpft an die bereits gemachten Erfahrungen aus den oben geschilderten Beteiligungen an und soll den Bürgerinnen und Bürgern sozusagen einen „Haushalt zum Anfassen“ präsentieren. Dazu laden BVV und BA zu einer zentralen Informationsveranstaltung „Markt der Angebote“ am 24. September 2007, von 15 bis 19 Uhr in das Rathaus Wilmersdorf, Fehrbelliner Platz 4, 10707 Berlin, ein.

Alle sechs Abteilungen werden sich mit ihren Produkten präsentieren und versuchen den Bürgerinnen und Bürgern den Bezug zu den Finanzen des Bezirks nahe zu bringen, um damit die Grundlage für die 2. Phase, die Konsultationsphase, die direkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Bezirkshaushalt, zu schaffen. Neben der Präsentation der Abteilungen einschließlich eines BVV‑(Markt‑)Standes incl. Vertretern des Kinder‑ und Jugendparlaments wird es auch einen „Tag der Politik“ geben, das heißt, dass in den vorhandenen Fraktionsräumen auch Vertreterinnen und Vertreter der BVV zum Gespräch zur Verfügung stehen. Die eigentliche Konsultationsphase ist für 2008 vorgesehen und soll über kiezorientierte Bürgerversammlungen erfolgen. Zu deren Vorbereitung werden noch engagierte Bürgerinnen und Bürger gesucht. Über die Ergebnisse der Konsultationsphase wird dann die BVV voraussichtlich bis Oktober 2008 entscheiden, damit die für den Bezirkshaushalt relevanten Vorschläge erstmals in der Haushaltswirtschaft 2009 berücksichtigt werden können.

Die 3. Phase, die Rechenschaftsphase, ist für Anfang 2009 durch die BVV vorgesehen. Hier wird die BVV über die Umsetzung der Vorschläge Rechenschaft gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern ablegen. Gleichzeitig soll die Beteiligung für den Haushalt 2010⁄2011 eingeleitet werden, damit diese Vorschläge noch vor der Beschlussfassung der BVV bereits in die Haushaltsplanung einfließen können.

Wenn alles gelingt, wird danach von einem selbstverständlichen Routine(Beteiligungs)verfahren ausgegangen. BVV und BA sowie die an der Vorbereitung und Durchführung beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuen sich auf die neuen Herausforderungen und setzen auf eine zahlreiche Beteiligung und gute Vorschläge unserer Bürgerinnen und Bürger, wie das wenige vorhandene Geld besser zum Wohle der Allgemeinheit ausgegeben werden kann. Wir rechnen mit Ihnen!

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Berlin Lichtenberg: Das Volk verteilt 30 Millionen Euro, Bürger reden mit beim Etat

Quelle: Berliner Zeitung online
Datum: 24.08.2007

LICHTENBERG. 5 000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Lichtenberger bekommen demnächst Post von der Bezirksbürgermeisterin. Christina Emmrich (Linke) lädt sie zu den Beratungen über den Bürgerhaushalt ein. Wie schon in den beiden Vorjahren können die Lichtenberger mit darüber entscheiden, wofür der Bezirk Geld ausgibt. Unter dem Motto „Wir rechnen mit ihnen“ steht diesmal der Haushalt 2009 zur Debatte. Es geht um 30,7 Millionen Euro – jene Summe, die 2009 für Bibliotheken, Sportstätten, Verkehr, Senioreneinrichtungen, Volkshochschule, Kultur oder Umwelt zur Verfügung steht.

Lesen Sie den Originalbeitrag auf www.berlinonline.de/berliner-zeitung.

Informationen zum Bürgerhaushalt in Berlin Lichtenberg erhalten Sie unter http://www.buergerhaushalt-lichtenberg.de

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Salzgitter: Faltblatt Bürgerhaushalt 2006

Quelle: www.salzgitter.de

Die Stadt Salzgitter erstellt jährlich den sogenannten Bürgerhaushalt. Dieses Faltblatt soll in geraffter Form einige Informationen über die städtischen Finanzen geben. Bürgerhaushalt 2006: Tresor mit Geld.

So wird unter anderem über den Produkthaushalt, die 24 kostenträchtigsten Produkte im Verwaltungshaushalt, Entwicklung des Haushaltsvolumens, die Pro-Kopf-Verschuldung und die Fehlbetragsentwicklung informiert. Aber auch die wichtigsten Steuer‑ und Gebührensätze werden dargestellt. Erhältlich ist das Werk in den Bürger-Centern im Rathaus Lebenstedt und in der Außenstelle Salzgitter-Bad sowie in der Stadtbibliothek und Volkshochschule.

[…]

Die Reform des städtischen Rechnungswesens wurde auch in 2006 weiter fortgeführt, damit die Umstellung auf die doppische Haushaltsführung zum 1. Januar 2007 erfolgen kann. Erstmalig wurde in 2006 ein produktorientierter Haushaltsplan aufgestellt. Dies ermöglicht dem Bürger eine größere Transparenz, für welche Aufgaben finanzielle Mittel eingesetzt wurden.

Lesen Sie den Originalartikel auf http://www.salzgitter.de/rathaus/presse_news/2006.

Hier finden Sie das Faltblatt als Download.

Weitere Informationen zur Haushaltsreform in Salzgitter finden Sie hier.

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Jenaer sollten Chance zum Mitreden nicht vertun

Quelle: Ostthüringer Zeitung online
Datum: 07.08.2007

Fragebogen-Aktion zum Bürgerhaushalt Jena (OTZ). Mit dem Bürgerhaushalt sollen die Jenaer künftig mehr Mitsprache bei wichtigen kommunalpolitischen Entscheidungen bekommen.

Sie sollen mitbestimmen können, in welchen Bereichen vorrangig Geld ausgegeben und wo in der Stadt mehr als bisher gespart werden sollte. Um den Bürgern dafür das nötige Fachwissen zu vermitteln, wurde eine Broschüre erarbeitet und an rund 3100 Haushalte verschickt. Ihr lag ein Fragebogen bei, auf dem die Jenaer ihre Wünsche und Anregungen zur Geldverwendung in der Stadt eintragen können.

Diese Fragebogen sollten eigentlich bis 14. August an die Stadtverwaltung zurückgesandt werden. Bisher sind dort jedoch nur wenige hundert Antwortbogen eingegangen.

„Wir möchten die Jenaer auffordern, ihre Chance zum Mitreden nicht zu verschwenden, sondern uns möglichst schnell die Fragebogen zurückzusenden“, sagt Finanzdezernent Frank Jauch.

[…]

Lesen Sie den Originalartikel auf www.otz.de

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Köln: Bürgerhaushalt gefragt

Quelle: KölnAgenda e.V.
Datum: 01. August 2007

Der Bürgerhaushalt stößt bei den Kölner/innen auf großes Interesse. 12.000 Mal hatte das Amt für Statistik die Bevölkerungsumfrage „Kölner Bürgerhaushalt“ an zufällig ausgewählte Personen zwischen 18 und 80 Jahren verschickt. Insgesamt 4175 Personen, davon 2215 weiblich (53%) und 1934 männlich (47%) antworteten. Die gute Rücklaufquote von knapp 35 % liegt damit deutlich über den üblichen 20–25 % bei ähnlichen Umfragen.

Fast 90 % der Antwortenden begrüßen den Bürgerhaushalt, gut ein Drittel finden die Idee, sich an der Aufstellung des städtischen Haushalts beteiligen zu können, sogar sehr gut …

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf http://www.koeln-agenda.de/news.

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Hamburg: E-Partizipation wird an Bedeutung gewinnen

Quelle: www.demos-monitor.de
Autor: Rolf Lührs, 28. Mai 2007

Dr. Verena Lappe (GRÜNE), Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft und Sprecherin für Frauen und Sport sowie Mitglied des Haushaltsausschusses über E-Partizipation in Hamburg und die Internetdiskussion zur Hamburger Haushaltsplanung.

Ein Interview mit Rolf Lührs. Lesen Sie mehr auf www.demos-monitor.de

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Halle/Saale: Bürgerhaushalt online 2007

Quelle: Halle online
Datum: 19.03.2007

Erstmals wird der Haushaltsentwurf der Stadt Halle (Saale) als Bürgerhaushalt auf der Homepage www.halle.de veröffentlicht. Die Bürgerinnen und Bürger sollen frühzeitig in die Diskussion zum Haushalt 2007 einbezogen werden. Das beschloss der Stadtrat der Stadt Halle (Saale) in seiner Sitzung am 28. Februar 2007.

Unter Rathaus online steht der Haushaltsplanentwurf mit seinen über 700 Seiten zum Download bereit. Um weder die Kapazitäten beim Herunterladen noch beim Lesen zu übersteigen, wurde er in einzelne Abschnitte gegliedert. Der kommunale Haushalt ist ähnlich dem privaten Haushalt zu sehen. Einnahmen und Ausgaben müssen sich decken bzw. bei Investitionen muss die Kreditwürdigkeit gegeben sein. Zum besseren Verständnis werden einzelne Begriffe im Haushalts-ABC erklärt.

Zugleich besteht die Möglichkeit, Änderungsvorschläge und Kommentare zum Haushaltsentwurf über ein Online-Fragebogen einzubringen. „Die Hallenserinnen und Hallenser können sich auf diese Weise aktiv an der Haushaltsplanung der Kommune beteiligen. Darin sehen wir einen wichtigen Baustein zu mehr Transparenz und Bürgerbeteiligung“, so Egbert Geier, Beigeordneter Zentraler Service.

Die über den Fragebogen eingebrachten Vorschläge werden an die Fraktionen und die Stadtverwaltung geleitet und ausgewertet. Da die finanzielle Situation der Stadt prekär ist, ist jede praktikable Idee zu einem ausgeglichenen Haushalt willkommen.

Link zur Pressemitteilung auf halle.de

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Bürger sollen bei Haushalt mitreden

Quelle: SWR online
Datum: 13. Juli 2007

Als erste Großstadt in Baden-Württemberg will Freiburg künftig seine Bürger stärker an der Finanzpolitik der Stadt beteiligen. Der Gemeinderat stimmte am Dienstagnachmittag mit großer Mehrheit für ein neues Modell von Bürgerbeteiligung.

Damit machte der Freiburger Gemeinderat den Weg frei für den ersten Bürgerhaushalt der Stadt. Die 210.000 Einwohner der badischen Universitätsstadt sollen künftig selbst entscheiden, wo in ihrer Stadt gespart oder investiert wird.

Link zur Originalquelle

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Mehr als eine Teeparty organisieren

Auch in Großbritannien ist der Bürgerhaushalt angekommen. So erschien am 05.07.2007 in der Online-Ausgabe des „The Guardian“ ein Beitrag mit dem Titel „Voters to get direct say on local spending“. Demnach wird der Bürgerhaushalt von nationaler Ebene aus (hier durch Hazel Blears, Secretary of State for Communities and Local Government) verschiedenen Städten in Großbritannien verordnet – u.a.: Birmingham, Merseyside, Lewisham, Bradford, Salford, Sunderland, Newcastle and Southampton. Hazel Blears, Communities Secretary (vielleicht vergleichbare Funktion wie ein Staatssekretär eines Ministeriums in Deutschland), sieht den „Bürgerhaushalt“ als ein Instrument zur Weiterentwicklung der Demokratie in Großbritanien:

„I think the world has changed. Ⅰ think voting every four years and basically handing over responsibility and power to other people and then doing nothing again for four years, Ⅰ think our democracy is not like that any more.“

Hier der gesamte Artikel von Patrick Wintour, political editor, Thursday July 5, 2007, The Guardian:

Voters to get direct say on local spending
Cash for schemes such as parks, litter and Asbos to be decided by ballot

Voters will be given powers to decide how ten of millions of pounds should be spent in their neighbourhood under radical plans being unveiled today.

In a potentially dramatic extension of direct democracy, councils will have to hold ballots before deciding where money should be targeted. It would mean that, for the first time, people could direct cash to areas that concern them most, such as parks, curbing antisocial behaviour, targeting drug trouble spots or cleaning up litter.

The idea comes from Latin America where it is being rapidly adopted. It began in 1989 in the southern Brazilian city of Porto Alegre, but has swept through the region and some of the more radically led cities. Thanks in part to the success of the scheme, the UN has nominated Porto Alegre as the Brazilian city with the „best quality of life“.

When Hazel Blears, the new communities secretary, outlines the scheme she will say that she wants every neighbourhood to have control of some of the council’s cash within five years.

She told the Guardian that communities will be asked to take control of council budgets through local debates, neighbourhood votes and public town meetings.

She said she may introduce new powers that will give people the right to petition councils. They would then be under an obligation to consider it. She hinted strongly that even these measures were not radical enough.

As a start she will announce 10 national pilot projects, to include Birmingham, Merseyside, Lewisham, Bradford, Salford, Sunderland, Newcastle and Southampton.

In the case of Sunderland the council will set aside £23m of its budget over the next two years for local residents to decide how the money is spent.

Ms Blears said: „In these areas people will be given a direct say on their big mainstream budgets. This is not about small grant-making, such as a community chest of £5,000 to organise a tea party. This is about involving the public in some of the big choices.

„The public will be able to decide whether their priorty is play areas, youth facilities, traffic calming or more community wardens. It will be down to them. The purpose of the pilot projects is to show that this can be done, and you get better decisions. Participatory budgeting is not just consultation. It is where people come together, set priorities and vote on what is going to happen.“

She added: „I think the world has changed. Ⅰ think voting every four years and basically handing over responsibility and power to other people and then doing nothing again for four years, Ⅰ think our democracy is not like that any more.“

The communities department has hired Church Action on Poverty to act as a facilitator to help communities hold discussions on their priorities before a vote.

She admitted there is careful politics in that „councillors must not feel their democratic mandate is bypassed, and instead recognise that it will strengthen their relationship with their local community“

Ms Blears insisted: „My overriding belief is that people are capable of making quite complex difficult decisions, setting priorities, doing trade-offs if they are given the opportunity to do it. Ⅰ have never believed in a paternalistic society that tells people what is good for them. We are now at a tipping point where there is a political will right across government to devolve power.

„My task is to say how and what the practical ways in which we can make this a reality for people.“

Ms Blears will also announce small-scale funding for for projects in 20 areas where local authorities are to let communities take ownership of their assets in line with the government’s recent Quirk review.

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Landkreis Greiz: „Mit Bürgerhaushalt abgeblitzt“

Aus TLZ.de – Gera:
Von Kathrin Schulz,
Greiz/26.06.2007:

Die Fraktion der PDS/Die Linke ist gestern Abend im Kreistag mit ihrem Antrag auf Einführung eines Bürgerhaushaltes abgeblitzt.

Die überwiegende Mehrheit der Kreistagsmitglieder sprach sich gegen den Vorschlag aus und folgte damit der Bitte der Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) um eine „sinnvolle und pragmatische Entscheidung“.

Diana Skibbe (PDS/Die Linke) hatte den Antrag ihrer Fraktion auf einen Bürgerhaushalt als ein Instrument direkter Demokratie begründet. Auf diese Weise sollen die Bürger über Ziele und konkrete Projekte im Landkreis mitreden, können Prioritäten setzen und mehr Transparenz erreichen. Die Entscheidung über den Etat allerdings bleibe den Kreisräten überlassen. Skibbe räumt ein, dass der Arbeitsaufwand hoch sei, führt aber Erfahrungen aus Erfurt, Gotha oder Jena ins Feld. Die Bürger, so erläutert sie auf Nachfrage der Landrätin, sollen über die finanzielle Lage, die Handlungsmöglichkeiten und die Schulden informiert werden. Der Haushalt wird für die Bürger-Mitsprache aufbereitet. Natürlich werde man damit nicht die Pflichtaufgaben infrage stellen.

Peter Höfer (Pro Kommune) begrüßt den Bürgerhaushalt für die Kommunen sehr, dort mache er Sinn, doch im Landkreis sei der Einfluss zu gering, lehnt er den Antrag ab.

Auch Martina Schweinsburg (CDU) hat sich schlau gemacht: Die Förderperiode für den Bürgerhaushalt sei vor zwei Jahren ausgelaufen. Über einen Umfang von 4,2 Millionen Euro sei im Flächenlandkreis Greiz zu kommunizieren, was aus ihrer Sicht mindestens 20 Moderatoren beschäftige. „Die Vorlage des Etats“, so Schweinsburg, „ist meine Sache. Wie sie damit umgehen, ist ihre Sache.“

Karsten Halbauer (PDS/Die Linke) drückt tiefstes Bedauern darüber aus, dass der Kreistag „zum wiederholten Male Bürgerbeteiligung und Dialog“ ablehne. Zudem sehe er die 20-Mitarbeiter-Aussage sehr kritisch.

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Freiburg: „Bürger können über Etat mitentscheiden“

SWR.de, 22.06.2007, 14:57 Uhr:

Die 210.000 Einwohner Freiburgs sollen stärker an der Finanzpolitik von Rathaus und Gemeinderat beteiligt werden. Als erste Stadt im Land werde Freiburg ein Beteiligungsmodell für den städtischen Haushalt erarbeiten, sagte Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) ….

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Köln: „Bürger als Ratgeber der Politik“

Bürger als Ratgeber der Politik
VON ANDREAS DAMM, 21.06.07, 22:24h

Etwa jeder Fünfte erklärt sich zur Mitarbeit am „Bürgerhaushalt“ bereit.

Wie sehen die Straßen, Wege und Plätze aus, und wie ist es um die Grünanlagen bestellt? Das sind die Themen, für die sich die Kölnerinnen und Kölner unter finanzpolitischen Gesichtspunkten am meisten interessieren. Wenn die Bürger demnächst erstmals von den Politikern in Haushaltsfragen zurate gezogen werden, wollen sie vor allem über die Ausgaben für ein besseres Erscheinungsbild ihrer Stadt mitentscheiden. Dieses Zwischenergebnis einer repräsentativen Befragung teilte die Stadtverwaltung dem Finanzausschuss des Rates mit. Themen wie Schule, kulturelle Angebote, Sport und Kindertagesstätten hätten die Teilnehmer als weniger interessant eingestuft.

Alltägliche Erfahrung

Der „Bürgerhaushalt“ wird von dem Gedanken getragen, dass Einwohner, Vereine und gesellschaftliche Gruppen durchaus als Fachleute für ihre Stadt betrachtet werden können. Ihr Wissen fußt auf alltäglicher Erfahrung, und das will der Rat nutzen. Der Umfrage zufolge halten 38 Prozent der Kölnerinnen und Kölner diese Form der Beteiligung für „längst überfällig“. Lediglich vier Prozent vertreten die Meinung, das dieses Verfahren „nichts bringe“. Etwa jeder Fünfte erklärte sich zur Mitarbeit bereit. Die Mehrheit will erst entscheiden, wenn weitere Informationen vorliegen.

Zumindest bei den am häufigsten genannten Themen sollen die Bürger den Etat für das Jahr 2008 an mitgestalten. Später soll die Beteiligung auf andere Gebiete ausgedehnt werden. Zur Vorbereitung will die Stadtverwaltung bis zum kommenden Herbst allen Einwohnern ein Informationsblatt schicken. Interessenten sollen dann eine umfassende Haushaltsbroschüre erhalten. Zudem will die Stadt für den Bürgerhaushalt eine Internet-Seite erstellen lassen.

Das Verfahren sehe vor, dass der Rat den Bürgern Rechenschaft darüber ablegt, warum er einen Vorschlag aufgenommen oder abgelehnt hat. Gerade negative Entscheidungen müssten schlüssig begründet sein. Andernfalls könnten sich die Bürger verprellt fühlen. Die Öffentlichkeit, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung, müsse „bei der Ablehnung ihrer Vorschläge die Beweggründe des Rates nachvollziehen können“. So lasse sich eine Akzeptanz der Ablehnungen erreichen.

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Frankfurt: „Wenn Bürger über ihre Stadt nachdenken“

Beitrag aus der FR-Online von Jüren Schultheis:

Frankfurt baut eine Brücke, die niemand sehen kann. Eine Brücke, die mitten in den Römer führt und die Bürger mit denen verbinden soll, die sie regieren. Eine Brücke, die den Weg frei macht für das wertvollste Gut, das die Stadt in ihrer Mitte hat – für die Ideen und Gedanken der Menschen, die hier leben und die mitarbeiten wollen an einer Zukunft, die ein bisschen besser sein soll als die Gegenwart. Elektronische Bürgerbeteiligung heißt das Bauwerk, und Markus Frank und Olaf Cunitz, die Fraktionschefs der CDU und der Grünen im Frankfurter Römer, haben den Vorschlag gemacht, diese Brücke zu bauen.

Die Pläne für den Bau sind zwar noch nicht gezeichnet, der Magistrat prüft gerade Sinn und Zweck des Bauwerks und wird wohl zum Ende der Sommerferien am 20. August vortragen, zu welchem Ergebnis er gekommen ist. Aber Einigkeit herrscht in diesen Tagen schon im Parlament, dass man die Bürger stärker beteiligen möchte an den manchmal schwierigen Diskussionen über die großen Projekte der Stadt. Diskussionen, die auch für Parlamentarier schon deshalb schwierig sind, weil die Welt komplizierter und das Wissen so komplex geworden ist, dass jede Hilfe der Sache nur dienen und eine gute Entscheidung nur befördern kann.

Frankfurts Bürger sollen sich online und interaktiv in die Kommunalpolitik einbringen können, hatte CDU-Fraktionschef Frank Ende Mai gesagt. Instrumente der Stadtpolitik und die Möglichkeiten der Teilhabe sollen deshalb modernisiert und erweitert werden. Bürgerfreundlicher soll die Stadt werden und die Menschen einen leichteren Zugang zur Politik haben, setzt Cunitz hinzu, der von einem „niedrigschwelligen Angebot“ spricht.

Internet-basierte Bürgerbeteiligung ist kein neues Thema für die Städte in Deutschland. Fast alle größeren Kommunalverwaltungen haben längst ihr Tor auch im Netz der Netze geöffnet und erleichtern es ihren Bürgern, sich Informationen oder Unterlagen zu beschaffen. Doch die Möglichkeiten, die das Medium bietet, sind längst nicht ausgeschöpft. Das Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme geht etwa davon aus, dass die Möglichkeiten der Internet-basierten Bürgerbeteiligung nicht einmal annähernd ausgeschöpft sind. Zwar liegt eine Großstadt wie Frankfurt in der Spitzengruppe der Städte, die solche Zugänge aufgebaut haben, wie aus einer Studie der Initiative eParticipation hervorgeht, ein Zusammenschluss aus zehn elektronischen Dienstleistern und wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland. Aber auch Spitzenreiter wie Berlin, Essen, Osnabrück und Stuttgart seien noch weit davon entfernt, „echte E-Partizipations-Metropolen zu sein. Die positiven Chancen von E-Partizipation zu mehr Bürgernähe und Bürgerzufriedenheit werden noch lange nicht umgesetzt“, heißt es im zweiten Website-Ranking der Initiative.

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Kassel: „Fehlt die Leidenschaft?“

Artikel aus der HNA-Online:

Fehlt die Leidenschaft?
Stadtkämmerer erklärt Bürgerhaushalt für gescheitert – Kritik der Bündnisgrünen

Kassel. Ist Kassels Stadtkämmerer leidenschaftlich? Und wenn nicht: Wie kann seine Leidenschaft geweckt werden? Dafür interessierte sich Roswitha Rüschendorf von den Grünen in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten.

Seine Leidenschaft für einen städtischen Haushalt, der von Kassels Bürgern mitgestaltet wird, meint die Grünen-Kommunalpolitikerin. Den Bürgerhaushalt. Den nämlich hatte Kämmerer Dr. Jürgen Barthel, SPD, Mitte Mai für gescheitert erklärt, nachdem zu den vier öffentlichen Informations‑ und Diskussionsveranstaltungen kaum jemand gekommen war.

Die Kritik:

Vor allem Barthel habe es nicht wirklich gewollt, die Bürger der Stadt am Haushalt zu beteiligen – obwohl es ein Wahlversprechen seines Parteikollegen Oberbürgermeister Bertram Hilgen gewesen war. Rüschendorf sagt: Wäre der Bürgerhaushalt wirklich gewollt gewesen, wäre alles besser gelaufen. Immerhin gebe es Städte, in denen er funktioniere. Hamburg etwa.

Die Alternative:

Die Grünen belassen es aber nicht bei der Kritik. Sie haben ein Konzept erarbeitet, das zeigt, wie ein Bürgerhaushalt umzusetzen ist (Artikel links). Daraus gehe vor allem eines hervor: Für einen Haushalt, der von Bürgern mitgestaltet werde, sei ein langer Vorlauf nötig. Unter anderem deshalb versteht es Roswitha Rüschendorf nicht, dass der Stadtkämmerer das Experiment für gescheitert erklärt hat.

Das sagen Stadtkämmerer und Oberbürgermeister:

Nicht der Plan der Beteiligung sei gescheitert, sagt Jürgen Barthel – und ist da mit dem Oberbürgermeister einer Meinung. Die Menschen in Kassel sollen auf jeden Fall bei wichtigen Finanzfragen mitreden dürfen. Gescheitert sei lediglich das Modell, die Einwohner für das gesamte Zahlenwerk zu interessieren.

Stattdessen sollen nun Schwerpunkte gesetzt werden, zu denen die Bürger ihre Meinung sagen sollen. Mit Kassels Bädern habe es begonnen. Soll es künftig nur noch ein Bad geben, oder sollen alle erhalten bleiben? Während öffentlicher Informationsveranstaltungen und Treffen mit Nutzergruppen wurde darüber gesprochen. Außerdem seien unter anderem Vereine, Schulen, Eltern, Senioren‑ und Behindertenbeirat nach ihrer Meinung dazu gefragt worden.

Solche für Kassel wichtige Themen sollen künftig öffentlich diskutiert werden. Dann sollen die Einwohner ihre Meinung darüber äußern können – die in der Planung berücksichtigt würde. Eines der nächsten Themen sei etwa der Plan, auf dem Langen Feld ein Gewerbegebiet zu schaffen.

Link zur Originalquelle

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Bürgerhaushalt auch in Berlin Friedrichshain-Kreuzberg

Nach Berlin Lichtenberg plant nun auch der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg einen Bürgerhaushalt durchzuführen. Nach dem Bericht des Berliner Tagesspiegels soll der Bürgerhaushalt in Friedrichshain-Kreuzberg in drei Stufen eingeführt werden:

„Die erste Stufe heißt Transparenz: Wie ist ein Haushalt aufgebaut, wie liest man ihn, welche Spielräume gibt es bei der Verteilung der Mittel? Eine Broschüre soll diese Fragen noch in diesem Jahr beantworten. Zugleich soll der Haushalt 2008 in leicht verständlicher Form im Internet zu finden sein. Zweite Stufe: Für Frühjahr 2008 sind dann Veranstaltungen im ganzen Bezirk geplant, bei denen auch erste Bürgerwünsche geäußert werden können. […] In den Haushalt 2008 schaffen es die Wünsche aber nicht mehr, aber 2009 könnten dann erstmals einzelne Bürgervorschläge zu Schwerpunktthemen berücksichtigt sein. […] In der dritten Stufe sei dann volle Bürgerbeteiligung bei allen Themen erreicht, erstmals im Haushalt 2010. Das Ganze diene der Motivation der Menschen, sich mehr für kommunale Belange zu interessieren. Auch Jugendliche sollen mitreden können, etwa über Sportanlagen und Jugendclubs.“

In dem Artikel wird auch darüber berichtet, dass der Prozess noch umfassender als in Berlin-Lichtenberg durchgeführt werden soll. Wir werden das beobachten und hier über die Umsetzung des Bürgerhaushaltes in Friedrichshain-Kreuzberg berichten.

Ein weiterer Artikel ist in der der Online-Ausgabe der TAZ erschienen.

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