Publikationen

 

Öffentliche Bibliotheken im Bürgerhaushalt – Diplomarbeit

Heike Stadler hat sich in Ihrer Diplomarbeit mit der Frage beschäftigt, inwiefern Bürgerhaushalte das Potenzial haben, zur Modernisierung öffentlicher Bibliotheken beitragen kann. Sie ist im Universitätsverlag Potsdam erschienen und wurde unter anderem von Dr. Carsten Herzberg betreut.

Intention der Arbeit war es, die bibliothekarische Fachwelt zunächst auf den Begriff und die Bedeutung des Bürgerhaushaltes aufmerksam zu machen und eine Auseinandersetzung mit der Thematik zu fördern. Die Öffentliche Bibliothek kann ein Diskussions‑ bzw. Beteiligungsgegenstand zwischen Bürgerschaft und Politik sowie
Verwaltung sein, wenn es im partizipatorischen Verfahren des Bürgerhaushaltes darum geht, Modernisierungsergebnisse in einer Stadt durch gezielte Finanzierung zu erlangen. Eruiert wurde, ob der Bürgerhaushalt das Potential hat, zur Modernisierung von Dienstleistungen Öffentlicher Bibliotheken beizutragen. Mittels
Interviews wurden Informationen gesammelt, aufbereitet und ausgewertet,
heißt es im Klappentext der Veröffentlichung.

Stadler, Heike: Öffentliche Bibliotheken im Bürgerhaushalt
Potsdam : Universitätsverlag Potsdam, 2011. – 104 S. : Ill., graph.
Darst.
(KWI-Arbeitshefte ; 20)
Zugl.: Potsdam, Fachhochschule, Diplomarbeit, 2010
ISSN 1616–8127
ISBN 978–3–86956–111–0

[mehr]

 

Gütersloh startet mit unerwartet geringer Beteiligung

Der Gütersloher Bürgerhaushalt startete am Freitag in die zweite Runde. Nach einem erfolgreichen Projektstart im letzten Jahr bleibt die Beteiligung in den ersten Tagen nun aber hinter den Erwartungen zurück – lediglich 12 Vorschläge gingen laut einem Artikel der Neuen Westfälischen seit Projektstart ein. Der Artikel wirft die Frage auf, ob das neue Registrierungsverfahren, bei dem nur Anmeldungen mit dem vollständigen Namen zulässig sind, der Grund für die zurückhaltende Beteiligung sei.

Kämmerin Christine Lang zeigt sich enttäuscht: „Ich hätte mir schon etwas mehr gewünscht“, wird sie zitiert. Sie wolle aber nicht ausschließlich das Registrierungsverfahren dafür verantwortlich machen. Dem zweiten Verfahren könne auch einfach der Reiz des Neuen fehlen.

Bisher registrierten sich 51 Nutzer für den zweiten Bürgerhaushaltder Stadt Gütersloh. Es bleibt abzuwarten, ob sich im Verlauf des Verfahrens die Beteiligung steigert. In der zweiten Phase des Bürgerhaushaltes, in der die Bürger über die eingegangenen Vorschläge abstimmen können, ist eine anonyme Beteiligung weiterhin möglich. Kämmerin Lang gab gegenüber der Neuen Westfälischen an, den Erfolg des Verfahrens auch erst nach dem Abschluss dieser Phase bewerten zu wollen.

Link zum vollständigen Artikel der Neuen Westfälischen

Link zum Bürgerhaushaltsportal

[mehr]

 

Bachelorarbeit mit kritischer Analyse der Bügerhaushalte Köln und Freiburg

In seiner Bachelorarbeit „Der Bürgerhaushalt: Partizipation in der kommunalen Haushaltspolitik am Beispiel der Städte Freiburg und Köln“ beschäftigt sich Tom Eich mit der Bedeutung der Bürgerhaushalte in der kommunalen Haushaltspolitik. Seine Ergebnisse fallen kritisch aus: Sowohl mit Bezug auf die Input als auch Output-Legitimität sieht er bei beiden untersuchten Beispielen deutliche Grenzen. Mit seiner Arbeit leistet Tom Eich einen weiteren wertvollen Beitrag in der kritischen Evaluation bürgerbeteiligter Verfahren der Haushaltsplanung.

Die Arbeit ist als Download (PDF) erhältlich.

Zusammenfassung:

Die Anzahl der deutschen Kommunen, die Bürgerhaushaltsverfahren planen, umsetzen oder bereits fest etabliert haben, hat heute einen neuen Höhepunkt erreicht. Trotz dieser Entwicklung wurde in Umfragen der Vergangenheit immer wieder bestätigt, dass Bürger nur ein geringes Interesse an der Haushaltspolitik haben und sich lieber an konkreten Projekten beteiligen. Zudem scheinen die Komplexität des kommunalen Haushalts sowie der geringe Kenntnisstand der Bürger bei kommunalpolitischen Fragestellungen gerade in Großstädten auf Grund ihrer großen Aufgabenvielfalt hinderliche Faktoren für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung im Rahmen eines Bürgerhaushaltverfahrens zu sein. Ferner kann sich die schwierige Finanzlage vieler Kommunen und der damit häufig einhergehende Verlust von Handlungsspielräumen für die Durchführung einer Bürgerbeteiligung an der Haushaltsaufstellung in diesen Kommunen als problematisch erweisen. Dennoch ist die Anzahl von Bürgerhaushalten in deutschen Großstädten in den letzten Jahren stetig gewachsen. Doch handelt es sich hierbei um eine erfolgreiche Partizipation in der kommunalen Haushaltspolitik?

Ziel der Arbeit war es, Antworten auf diese Fragestellung mittels eines fallorientierten, qualitativen Vergleichs der Bürgerhaushaltsverfahren der Großstädte Freiburg und Köln zu erarbeiten. Dabei wurden mit Freiburg und Köln zwei Großstädte untersucht, die sich im Hinblick auf die kommunale Haushaltssituation, die Bundeslandzugehörigkeit und die Konzeption des Verfahrens unterscheiden. Auf Grund der Komplexität der Fragestellung und der Vorgaben im Hinblick auf den Zeitrahmen und die maximale Seitenanzahl einer Bachelorarbeit beschränkte sich die Untersuchung auf zwei Fälle: Dem Verfahren „Beteiligungshaushalt 2009⁄2010“ der Stadt Freiburg, das in den Jahren 2007 und 2008 durchgeführt wurde, sowie dem Verfahren „Bürgerhaushalt 2010“ der Stadt Köln, das in den Jahren 2009 und 2010 stattfand. Um neben den Dokumentationen zu den beiden Verfahren und der unabhängigen wissenschaftliche Evaluierung des Kölner Bürgerhaushalts 2010 weitere Hintergrund-Informationen zu erhalten, wurden insgesamt acht Leitfrageninterviews mit zentralen Akteuren der Verfahren geführt. Hierzu zählten die hauptverantwortlichen Mitarbeiter der Verwaltung der beiden Kommunen, Vertreter zentraler zivilgesellschaftlicher Akteure, Vertreter der kommunalpolitischen Oppositionsfraktionen sowie an dem jeweiligen Verfahren beteiligte externe Berater.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass das Kölner Verfahren „Bürgerhaushalt 2010“ auf Grund einer geringen Steigerung von Input‑ sowie Output-Legitimität nur sehr bedingt als erfolgreiche Partizipation an der kommunalen Haushaltspolitik bezeichnet werden kann. Auf Grund einer ebenfalls geringen Steigerung der Input-Legitimität und einer maximal sehr geringen Steigerung der Output-Legitimität, muss das Freiburger Verfahren „Beteiligungshaushalt 2009⁄2010“ im Vergleich als noch weniger erfolgreich angesehen werden. Dabei war das Hauptproblem des Freiburger Verfahrens, dass sowohl von den Teilnehmern der Online-Plattform wie auch von den Teilnehmern der Stadtkonferenz eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet wurden, die lediglich dokumentiert, jedoch von der Verwaltung weder bewertet noch übersichtlich aufbereitet wurden. So wurde dem Freiburger Gemeinderat eine große Menge an dokumentierten Informationen zum Ablauf und den Ergebnissen der Beteiligungsbausteine übergeben, deren Aussagekraft fraglich blieb und die nicht in greifbare Politikergebnisse verarbeitet werden konnten. Im Vergleich zu Freiburg erwies sich das Kölner Verfahren als deutlich ausgereifter. Im Verhältnis zum Aufwand des Verfahrens waren jedoch auch hier die erzielten Politikergebnisse marginal. Dies gilt insbesondere dann, wenn man die zusätzlich ausgegebenen Mittel zur Umsetzung der Vorschläge von ca. 2 Mio. Euro in Bezug zum Gesamthaushalt der Stadt Köln von ca. 3,5 Milliarden Euro pro Jahr setzt. Trotz einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit ist es dennoch in beiden Verfahren nicht gelungen mehr als 1 % bis 2 % der Bevölkerung für eine Beteiligung zu gewinnen. Aber auch wenn es in Zukunft gelingen sollte, dass durch eine weitere Verbesserung der Verfahren beispielsweise 3 % bis 4 % der Bevölkerung an den Verfahren teilnehmen, werden die zentralen Probleme beider Verfahren nicht gelöst. Daher sollten auch mögliche Alternativen in Betracht gezogen werden, die im Hinblick auf eine Steigerung der Input‑ sowie der Output-Legitimität auf kommunaler Ebene zu besseren Ergebnissen führen könnten.

In Bezug auf mögliche Alternativen zu einer Partizipation über ein Bürgerhaushaltsverfahren hat das Verfahren „Kölner Bürgerhaushalt 2010“ – das im Kern ein themenbezogenes Anliegenmanagement, welches an die Haushaltsaufstellung der Kommune gekoppelt wurde – bereits gute Ansätze geliefert. Der Vorteil für die am Verfahren beteiligten Bürger war dabei, dass sie sich nicht mit dem Haushalt auseinandersetzen mussten und dennoch ihr Anliegen in das Verfahren einbringen konnten. Dabei hat die Arbeit gezeigt, dass aus Perspektive des Bürgers eher der Wunsch zu bestehen scheint, ein persönliches Anliegen unabhängig vom Themenbereich in das politische System einzubringen als umgekehrt, zunächst Themenbereiche zu beleuchten und sich dann ein Anliegen zu überlegen. Eine zukünftige Lösung hierfür könnte in Köln beispielsweise die Etablierung eines ständigen Anliegenmanagements sein. Ein Vorteil eines solchen Vorgehens wäre, dass persönliche Anliegen von Bürgern der Stadt zeitnah nach ihrem Entstehen in das politische System eingespeist werden könnten. Für die Verwaltung hätte ein ständiges Anliegenmanagement zudem den Vorteil, dass die Vorschläge nicht innerhalb kurzer Zeit eingehen und bearbeitet werden müssen sondern sich diese auf die gesamte Haushaltsperiode verteilen. Auf Grund des Bürgerhaushaltverfahrens scheinen in Köln bereits eingespielte Strukturen und Prozesse innerhalb der Verwaltung zu existieren, auf denen für die Etablierung eines Anliegenmanagements aufgebaut werden könnte. Ergänzt werden müsste dieses durch den Einsatz partizipativer und direktdemokratischer Elemente bei Projekten mit einem hohen Finanzierungsbedarf, die gerade in Großstädten keine Seltenheit darstellen. In diesem Zusammenhang machte ein Gesprächspartner in Bezug zum Kölner Bürgerhaushalt folgende Aussage: „Schade ist, dass die großen Themen, wie die Messe, der U-Bahn-Bau, die Neugestaltung des Rhein-Ufers, politisch alle durch sind und so hat der Bürger bisher auch nicht das Gefühl, dass es um große Themen geht.“ In Zukunft könnte man ähnlich bedeutende Themen, die auch in der Öffentlichkeit diskutiert werden, zum Anlass nehmen, im Vorfeld ein Partizipationsverfahren zu etablieren, das auf der Beteiligungsplattform des Bürgerhaushalts aufbaut und bei dem die Wünsche und Anregungen der Bürger einfließen können. Auf Basis des Partizipationsverfahrens sollte anschließend ein Bürgerentscheid stattfinden, bei dem die Bürger der Stadt über die Durchführung des Vorhabens entscheiden können. Beispiele wie der Konflikt um Stuttgart 21 oder der Bürgerentscheid zum Verkauf der Freiburger Wohnungsgesellschaft zeigen, dass mit den Bürgern durchaus zu rechnen ist, wenn Sie über bedeutende Themen der Stadt mit großen finanziellen Auswirkungen entscheiden dürfen.

[mehr]

 

Broschüre: 7. Netzwerktreffen Bürgerhaushalt

Zum Thema „Sparen mit dem Bürgerhaushalt“ fand im Februar 2011 das Siebte Netzwerktreffen Bürgerhaushalt in Eisenach statt, u.a. mit einem Gastbeitrag zu den Haushaltskonsultationen in Solingen und Essen. Dazu gab es Weitere Schwerpunkte zu den Themenbereichen Netzwerkentwicklung und internationale Projekte. Hier ging es vor allem um die Weiterentwicklung von Landesnetzwerken (am Beispiel Thüringen) und internationale Erfahrungsberichte (Argentinien, Peru). Eine Dokumenation des Treffens ist nun online verfügbar oder kann kostenlos als Heftversion bestellt werden.

Link zur Dokumentation mit den Ergebnissen des siebten Netzwerktreffens

[mehr]

 

Forschungsbericht Bürgerhaushalte in China

Die Arbeit Civic Engagement through Participatory Budgeting in China: Three Different Logics at Work“ von Baogang He (Deakin University, Australia) beschäftigt sich mit der Entwicklung  von Bürgerhaushalten in China. Es wird ein Überblick über die Projekte in China und deren Charakteristiken gegeben. Das Ziel soll eine Analyse der Frage, wie die drei Grundlagen der Verwaltung, des zivilgesellschaftlichen Engagements und die politischen Reformen die Bürgerhaushalte in China beeinflussen, sein.

Link zur vollständigen Arbeit (PDF)

[mehr]

 

4. Statusbericht: Bürgerhaushalte in Deutschland

Der 4. Statusbericht seit dem Bestehen der Seite buergerhaushalt.de im Jahr 2007 bietet einen kurzen Überblick über alle auf der Seite dokumentierten Bürgerhaushalt-Kommunen und ihre Status: 207 Kommunen sind inzwischen in die Karte der Bürgerhaushalte in Deutschland aufgenommen. Zu den aktiven Kommunen – also jenen mit dem Status „I“, „E“, „F“ oder „B“ – zählen mittlerweile insgesamt 94 Kommunen. Der Großteil davon (54) fällt unter die Kategorie „Einführung“. Zum Vergleich: Im Juli 2009 waren es insgesamt 58 aktive Kommunen.

Insgesamt lässt sich in beinahe allen Sparten ein Anstieg verzeichnen; besonders deutlich ist dieser in den Sparten „Diskussion“ und „Einführung“: Der Status „D“ ist beispielsweise von 52 im letzten Statusbericht auf mittlerweile 106 gelistete Kommunen gestiegen. Diese Entwicklung zeigt, dass das Thema Bürgerhaushalt besonders in Zeiten knapper Kassen in immer mehr Kommunen zum Thema wird.

Auch Kommunen mit dem Status „I“ sind seit 2008 kontinuierlich mehr geworden: Von 10 im Jahr 2008 bis hin zu mittlerweile 21 Kommunen. Ein geringer Anstieg (von 4 auf 9 Kommunen) ist in der Sparte „Beschluss“ zu erkennen. Lediglich die beiden Status „Fortführung“ und „Abstellgleis“ lassen sich kaum Veränderungen erkennen. Dies zeigt vor allem, dass bisher nur wenige Städte ihre Bürgerhaushaltsverfahren eingestellt haben. Den Status „F“ wie „Fortführung“ erhalten nur Kommunen, die bereits drei oder mehr Bürgerhaushaltsverfahren durchgeführt haben – der geringe Anstieg in diesem Bereich ist daher unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die Seite buergerhaushalt.de erst seit vier Jahren Kommunen mit Bürgerhaushalten erfasst.

Das Interesse an dem Thema „Bürgerhaushalt“ lässt sich auch an den wachsenden Besucherzahlen auf der Seite buergerhaushalt.de erkennen:

Von 3.122 im Januar 2008 bis zu mittlerweile über 31.575 Besuchern in diesem Jahr; das bedeutet eine Verzehnfachung der Besucherzahlen innerhalb von vier Jahren. Noch weitaus stärker angestiegen ist die Zahl der Seitenaufrufe: Im Januar 2010 wurde mit 202.678 Seitenaufrufen ein bisheriger Höchstwert erreicht. Anfang 2011 wurden 128.755 Seitenaufrufe verzeichnet – weniger als im Vorjahr, aber deutlich mehr als zum Zeitpunkt des ersten Statusberichtes 2008 (9.835 Seitenaufrufe).

Link zum vollständigen 4. Statusbericht als PDF

[mehr]

 

Buchtipp: Bürgerhaushalte – Chancen und Grenzen

Wer sich vertieft mit den Chancen und Grenzen des Beteiligungsinstrumentes „Bürgerhaushalt“ auseinandersetzen möchte, dem sei die folgende Veröffentlichung von Jochen Franzke und Heinz Kegler empfohlen: Bürgerhaushalte – Chancen und Grenzen, edition sigma Verlag, 2010. In dieser Veröffentlichung wird versucht – auch unter Bezugnahme auf (die wenigen existierenden) wissenschaftlichen Studien, die Herkunft, Entwicklung und die vielfältigen Formen und Methoden und ebenfalls (die damit verbundenen) vielfältigen Zielsetzungen von Bürgerhaushalten aufzuzeigen. Anhand von Praxisbeispielen werden (mögliche) Wirkungen diskutiert und Probleme aufgezeigt, wie zum Beispiel Repräsentativität, Einfluss von Lobbyismus. Es wird aber auch nicht versäumt, den Bürgerhaushalt in größeren Kontext der lokalen Demokratie als auch gesamtgesellschaftlicher Entwicklungen zu stellen und zu diskutieren.

Beschreibung von edition sigma zur Veröffentlichung:
Titelinformationen: Bürgerhaushalte sind eine moderne Form der Beteiligung der Bürger an der Erstellung kommunaler Haushalte, bei der die Einwohner direkt, dauerhaft und eigenständig bei dessen Diskussion und Entscheidung mitwirken. Die Idee partizipativer Haushalte hat sich seit ihrer erstmaligen Verwendung im brasilianischen Porto Alegre 1989 weltweit verbreitet. Sie entfaltet sich unter differierenden politisch-administrativen Umständen und wird mit unterschiedlichen politischen und sozialen Inhalten gefüllt. Auch in Deutschland findet der Gedanke der Bürgerhaushalte immer mehr Befürworter. Sie gelten als probater Weg, die lokale Demokratie zu fördern, breitere Bevölkerungsschichten in die kommunalpolitische Debatte einzubinden und problemadäquatere Lösungen zu finden, indem lokales Bürgerwissen stärker genutzt wird. Dieses Buch diskutiert die Möglichkeiten von Bürgerhaushalten, aber auch ihre Grenzen und die Probleme der Realisierung. Die Autoren stellen Lösungen für die Vorbereitung und Durchführung vor, thematisieren die Wahl und Reichweite des Verfahrens, den nötigen Verfahrenskonsens, Kombinationen mit anderen Verfahren lokaler Demokratie, die Steuerungsinstitutionen, die Verfahrensabläufe und –standards sowie Fragen der Rechenschaftslegung.

[mehr]

 

Lesetipp: Kommunen im Online-Dialog

Kommune 21, Ausgabe 7 / 2010

Wie empfehlen in der aktuellen Ausgabe der Kommune 21 (7⁄2010) den Themenschwerpunkt „Elektronische Bürgerbeteiligung: Kommunen im Online-Dialog“: In 5 Beiträgen zum Thema elektronische Partizipation in Kommunen werden auch elektronisch unterstützte Bürgerhaushalte thematisiert. In dem Einleitungsbeitrag „Bürger dein Haushalt“ wird das Verfahren Bürgerhaushalt als eines der zurzeit „bliebtesten E-Partizipationsangebote“ anhand verschiedener Beispiele (Essen, Freiburg, Hamburg, Köln, Lichtenberg, Solingen, Trier) vorgestellt und die jeweiligen Konzepte der (mit Ausnahme Freiburgs und des Berliner Bezirks Lichtenberg) weitgehend online durchgeführten Beteiligungen diskutiert, unter anderem auch die Frage, wie diese Projekte weiterentwickelt und in gesamtstädtische Strategien elektronischer Partizipation integriert werden. In zwei weiteren Beiträgen „Bürgerhaushalt überzeugt“ und „Interaktives Forum“ werden die Bürgerhaushalt der Städte in Trier beziehungsweise Mülheim a.d.R. vorgestellt. Auch hier geht es um strategische und technische Fragen der Weiterentwicklung dieser Beteiligungsverfahren.

Zum Inhalsverzeichnis der Ausgabe 7⁄2010 (PDF) >>>

[mehr]

 

Kommune21-Report: „Bürger dein Haushalt“

Kommune21, Zeitschrift für E-Government, Internet und Informationstechnik, veröffentlichte am 29. März in ihrer Online-Ausgabe einen Report zum Thema Bürgerhaushalt. Beleuchtet werden darin Erfolgfaktoren und Strategien für Bürgerhaushalte sowie verschiedene Beispielstädte, die bereits einen Bürgerhaushalt durchgeführt haben: Köln, Trier, Solingen, Berlin-Lichtenberg, Solingen und Hamburg.

In Zeiten klammer Kassen ist es für Politik und Verwaltung wichtiger denn je, herauszufinden, an welcher Stelle die Bürger bereit sind, Verzicht zu üben. Die Krise der öffentlichen Haushalte ist somit ein Grund für das wachsende Interesse an Bürgerhaushalten. 67 Kommunen in Deutschland haben ein derartiges Beteiligungsprojekt bereits durchgeführt, beschlossen oder informieren die Bürger zumindest über den Haushalt. Durch die höhere Transparenz soll nicht zuletzt das Verständnis für finanzpolitische Zusammenhänge und Handlungszwänge gefördert werden.

Der Bürgerhaushalt Solingen als Beispiel für einen „Spar-Bürgerhaushalt“:

Rein ums Sparen ging es beim ersten Bürgerhaushalt der Stadt Solingen. Die Bürger konnten die 78 Sparvorschläge des Haushaltssicherungskonzeptes online diskutieren und bewerten. Hinzu kamen 30 Sondervorschläge mit denkbaren Sparmaßnahmen, wie etwa die Schließung von Museen oder der historischen Burganlage, die im Rahmen der vorhergegangenen verwaltungsinternen Beratungen verworfen worden waren. Zudem hatten Bürger die Möglichkeit, selbst Sparvorschläge einzureichen.

Der Bürgerhaushalt Hamburg mit Einsatz eines Haushaltsrechners:

Nicht sparen, aber rechnen mussten die Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg, die sich für den Einsatz eines Haushaltsrechners entschieden hatte. Damit können Bürger selbst Haushalte aufstellen und die Ausgangsbudgets nach eigenem Gutdünken verändern. So soll ein Gefühl für die Möglichkeiten und Grenzen der Haushaltsplanung geweckt werden.

Zum Beitrag der Kommune21 >>>

[mehr]

 

3. Statusbericht: Bürgerhaushalte in Deutschland (März 2010)

von Oliver Märker und Sophia Rieck

Der 3. Statusbericht seit dem Bestehen der Seite Buergerhaushalt.de bietet einen kurzen Überblick über alle auf der Seite dokumentierten Bürgerhaushalt-Kommunen und ihre Status. Alle Kommunen sind nach ihren Status in einer Tabelle gelistet.

140 Kommunen sind inzwischen in die Karte der Bürgerhaushalte in Deutschland aufgenommen. 67 davon sind bereits aktive Kommunen, das heißt sie haben einen Bürgerhaushalt beschlossen (Status „B“), eingeführt („E“), fortgeführt („F“) oder informieren ihre Bürger über den Haushalt („I“) – zum Vergleich im Juli 2009 waren es 58 aktive Kommunen.

Innerhalb der aktiven oder diskutierenden Kommunen gab es außerdem einige Statusänderungen im vergangenen halben Jahr. Für Münster änderte sich der Status von „I“ zu „D“. Bei den Kommunen Ingolstadt, Hürth, Strausberg und Jüterbog änderte sich der Status von „D“ zu „E“. In Solingen und Trier änderte sich der Status zunächst von „D“ zu „B“ und dann weiter zu „E“. Oldenburg veränderte seinen Status von „B“ zu „E“. Für Bad Wildungen änderte sich der Status von „E“ zu „F“.

Seit dem letzten Statusbericht im Juli 2009 ist besonders die Zahl der Kommunen, in denen ein Bürgerhaushalt diskutiert wird – Kommunen mit Status „D“ – angestiegen, von 52 auf 69. Diese Entwicklung zeigt, dass das Thema Bürgerhaushalt besonders in Zeiten knapper Kassen in immer mehr Kommunen zum Thema wird.

Der 3. Statusbericht als PDF zum Download >>>

[mehr]

 

Dokumentation | Internationaler Kongress zum kommunalen Bürgerhaushalt in Berlin im Januar 2010

Bürgerhaushalt Kongress Berlin, Quelle: Zebralog Vom 21. bis 22. Januar 2010 fand in Berlin der erste internationale Kongress zu Modellen des Bürgerhaushaltes statt. Die Veranstaltung der Bundeszentrale für politische Bildung, der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, InWent sowie dem Centre Marc Bloch richtete sich an Entscheidungsträger/innen und Meinungsführer/innen aus Politik und Verwaltung.

Bericht über den Kongress von Carsten Herzberg, Centre Marc Bloch, Berlin >>>

Pressemitteilung von InWent und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt >>>

Über 160 internationale Experten und Praktiker aus 13 Ländern diskutierten über den kommunalen Bürgerhaushalt. Einige Beiträge von Referentinnen und Referenten des Kongresses finden Sie hier als PDF-Dokument veröffentlicht:

Jürgen Behrendt, Amt für E-Government und Online-Dienste, Stadt Köln: Bürgerhaushalt und Internet: Die Erfahrungen der Stadt Köln >>>

Graciela Ciciliani, General Coordinator Participatory Budget, Municipality of Rosario, Argentina: Participatory Budget “Genre-Based Participatory Budget” – The Experience in Rosario – Argentina >>>

Christina Emmrich, Bezirksamt Berlin-Lichtenberg: Bürgerhaushalt im Bezirk Berlin-Lichtenberg >>>

Steve Floros, Toronto Community Housing, Canada: Tenant Engagement & Participatory Budgeting at Toronto >>>

Ernesto Ganuza Fernández, Instituto de Estudios Sociales Avanzados, Spain: How participatory democracy works? Mobilization: who participate and how >>>

Ruth Jackson, PB Unit, Great Britain: Values, Principles and Standards of Participatory Budgeting >>>

Prof. Dr. Helmut Klages, Deutsches Forschungsinstitut für
öffentliche Verwaltung (FöV) Speyer: Warum Bürgerhaushalt – Chancen und Voraussetzungen >>>

Thomas Ködelpeter, Ökologische Akademie e.V., München: Jugendliche und Bürgerhaushalt >>>

Lena Langlet, Swedish Association of Local Authorities and Regions, Stockholm: Participatory Budgeting in Sweden >>>

Ulrike Löhr, Rechtsanwältin und Beigeordnete a. Ⅾ., Düsseldorf: Bürgerhaushalte im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland >>>

Dr. Oliver Märker, Zebralog, Berlin/Bonn: Möglichkeiten des Internets für Bürgerhaushalte >>>

Christa Widmaier, Diplom-Soziologin, Bonn: Politische Bildung und Bürgerhaushalt >>>

[mehr]

 

Neue Publikation: Der Bürgerhaushalt in Rosario

Der Bürgerhaushalt in Rosario (Argentinien) In Argentinien setzen mehrere Städte den Bürgerhaushalt um. Die Stadt Rosario (ca. 1 Mio. Einwohner) implementierte das Verfahren im Jahr 2002 als erste Stadt des Landes und konnte ähnlich wie Porto Alegre internationale Aufmerksamkeit als Beispiel für eine gute Regierungsführung auf sich ziehen. In der internationalen Forschung hingegen wurde der Bürgerhaushalt von Rosario bisher jedoch weniger berücksichtigt. Eva Roeder beleuchtet im Rahmen dieser Publikation detailliert die Erfahrungen in Rosario und untersucht neben den Lernerfahrungen der Bürger-Delegierten auch den Jugend-Bürgerhaushalt sowie den spezifische Gender-Ansatz.

Eva Roeder: „Der Bürgerhaushalt in Rosario (Argentinien) – Ein Beitrag zur Demokratisierung der lokalen Ebene“ Erschienen im LIT-Verlag in der Reihe/Region – Nation – Europa,/Bd. 60, ISBN 978–3–643–10508–0.
Zur Verlagsseite: http://www.lit-verlag.de/isbn/3–643–10508–0.

[mehr]

 

Evaluation des Kölner Bürgerhaushalts

Der Kölner Bürgerhaushalt wird zurzeit von der Universität Bielefeld im Auftrag der Stadt Köln evaluiert. Dies ist sehr begrüßenswert, da die Evaluation von Bürgerhaushalten – und von Beteiligungsverfahren im Allgemeinen – bislang vernachlässigt wird. Bislang wurde nur der Lichtenberger Bürgerhaushalt durch externe, unabhängige Wissenschaftler untersucht. Dadurch fehlt es an der Möglichkeit, Beteiligungsverfahren systematisch zu vergleichen und (auch dadurch) weiter zu verbessern. Über die Untersuchungsergebnisse werden wir hier berichten.

Zurzeit läuft eine Online-Befragung, die sich an die über 10.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des 2. Kölner Bürgerhaushaltes wendet, also an die Teilnehmenden, die sich auf der Plattform (http://buergerhaushalt.stadt-koeln.de) registriert haben.

Hier geht es zu der Infoseite der Universität Bielefeld:
http://www.uni-bielefeld.de/iwt/projekte/koeln/

Eine umfassende Evaluation wurde zum Bürgerhaushalt im Berliner Bezirk Lichtenberg durchgeführt. Hierzu gibt es eine Veröffentlichung:

Klages, Helmut und Carmen Daramus (2007): „‚Bürgerhaushalt Berlin-Lichtenberg‘. Partizipative Haushaltsplanaufstellung, –entscheidung und –kontrolle im Bezirk Lichtenberg von Berlin. Begleitende Evaluation des ersten Durchlaufs. Abschlussbericht.“

[mehr]

 

neue Literatur: Bürgerbeteiligung und Macht und Bürgerhaushalte in Europa

Zwei neue Titel im Bereich Bürgerbeteiligung und neue Medien sind kürzlich erschienen:

„Von der Bürger zur Solidarkommune – Lokale Demokratie
in Zeiten der Globalisierung“
von Carsten Herzberg:

Ausgehend von den Bürgerhaushalten in Deutschland und einigen internationalen Beispielen diskutiert Carsten Herzberg die Frage der Macht bei Verfahren der Bürgerbeteiligung. Welchen Einfluss haben Bürger auf die lokale Demokratie, wie kann Partizipation zu einer Entlastung von Kommunen in Zeiten der Globalisierung beitragen?

Und „Der Bürgerhaushalt in Europa – eine realistische Utopie?“ von Yves Sintomer, Carsten Herzberg und Anja Röcke:

Es gibt eine Wahlverwandtschaft von Partizipation und Verwaltungsmodernisierung – dies ist die zentrale These des Buches, die anhand einer systematisch-vergleichenden Studie zum Bürgerhaushalt in Europa vorgestellt wird. Bürgerhaushalte gehören zu den innovativsten
Verfahren der Bürgerpartizipation heute und haben sich während der letzten Jahre in mehreren europäischen Ländern entwickelt. In diesem Buch werden die Verfahrensweise und Ergebnisse der Bürgerhaushalte in Europa vorgestellt sowie eine Typologie der partizipativen Demokratie allgemein. Darüber hinaus gibt das Buch Einblick in die Parallelen und Differenzen lokalpolitischer Systeme und der (lokalen) Demokratie in Europa heute.

[mehr]

 

E-Partizipation und Haushaltsplanung 2.0

Die Seite Partizipation & Nachhaltige Entwicklung in Europa des österreichischen Bundesministeriums für Land‑ und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft bietet diverse Informationen zum Thema E-Partizipation.

Mehr als 70 interessante Praxisbeispiele gelungener Partizipationsprozesse, einen Überblick über unterschiedliche Methoden der Beteiligung, eine Übersicht über Fachliteratur, Veranstaltungen zum Thema und vieles mehr.

Sie informiert über verschiedene Projekte in Österreich und im Ausland zum Beispiel zu den Themen E-Partizipation und Umwelt oder Haushaltsplanung 2.0.

In diesem Zusammenhang informiert ein Artikel von Markus Klima, Oliver Märker und Josef Wehner über Elektronische Bürgerbeteiligung in der kommunalen Haushaltsplanung. Weiterhin informiert ein Steckbrief über den Bürgerhaushalt Köln als Praxisbeispiel.

Zur Seite „Partizipation & Nachhaltige Entwicklung in Europa“ >>>

[mehr]

Seite 1 von 212»