Beitrag

Ja – Bonns Bürger wollen mitreden ODER Qualitative Vorstudie zum Bürgerhaushalt

Erstmal fragen, ob die Bürger überhaupt gefragt werden möchten – hat man sich in Bonn gedacht und das Zentrum für Evaluation und Methoden (ZEM) zu einer qualitativen Vorstudie zu einer Bürgerbefragung beauftragt. Der Bonner General Anzeiger berichtet:

Ursprünglich hatte Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD) am Tag der Landtagswahl am 9. Mai alle Wahlberechtigten im Rahmen einer Vollbefragung fragen wollen, was ihnen in der Stadt lieb und teuer ist und worauf sie eher verzichten würden. Seine Idee stieß jedoch bei der schwarz-grünen Ratsmehrheit auf Ablehnung. Nach einigem Hickhack einigte sich der Stadtrat auf diese Vorstudie mit dem Ziel, die Bürger zunächst zu fragen, zu was und wie sie dazu befragt werden wollen.

Nur sieben Prozent der 237, durch das ZEM unter Leitung von Prof. Georg Rudinger, Befragten lehnen laut GA eine Bürgerbefragung ab. 55 Prozent möchten über klassische Papierfragebögen befragt werden, 35 Prozent das Internet nutzen:

Fast 90 Prozent der Interviewten bewerteten die Idee einer Bürgerbefragung in Bonn mit „gut“ (67,9 Prozent) oder „eher gut“ (21,9), sagte Rudinger. Etwas mehr als sieben Prozent lehnen dagegen eine Befragung ab. Von denen, die eine Bürgerbefragung gut fänden, sprachen sich 55 Prozent für eine Befragung – ganz klassisch – per Papier-Fragebögen aus. Eine Online-Befragung im Internet würden 35 Prozent begrüßen.

Ein Bürgerhaushalt über mehrere Kanäle – wie die meisten Bürgerhaushalt-Kommunen ohnehin verfahren – würde sich folglich auch für Bonn anbieten. Zumal die städtische Finanzlage als Thema oft genannt wurde. Ein wenig fraglich ist, wie repräsentativ die Telefonumfrage mit 237 Befragten ist und ob sie alle potentiellen Zielgruppen erreicht hat. So verwundert es ein wenig, dass nur 35 Prozent der Befragten für eine Beteiligung im Internet plädieren, wo das Internet bei laufenden Bürgerbeteiligungsverfahren der meist am stärksten genutzte Kanal ist.

„Ich halte für denkbar, dass es nach der Sommerpause eine Bürgerbeteiligung zu den beiden großen Themen Haushalt und Festspielhaus geben kann“, sagte Nimptsch auf GA-Anfrage, wie es jetzt weiter gehen soll. Dabei orientiere sich die Verwaltung an Modellen, wie sie in Köln oder Solingen umgesetzt werden, ohne dass er jetzt schon sagen könne, welche Variante in Bonn zum Zuge komme.

Da man sich inzwischen wohl gegen das neue Festspielhaus entschieden hat, vielleicht also tatsächlich bald ein Bürgerhaushalt für Bonn?

Zum Artikel des Bonner General Anzeiger >>>

ausdrucken Kommentar schreiben

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Bisher keine Bewertungen)
Loading ... Loading ...
Kommentar hinterlassen: