Köln

 

Evaluation des Frankfurter Bürgerhaushaltes

Ähnlich wie bereits in Köln und in Berlin-Lichtenberg wird auch in Frankfurt am Main parallel zum ersten Durchlauf des Bürgerhaushaltes eine unabhängige wissenschaftliche Evaluation durchgeführt.

An der wissenschaftlichen Begleitung und Auswertung arbeiten die Politikwissenschaftlerinnen Prof. Dr. Brigitte Geißel und Alma Kolleck von der Goethe-Universität. Sie wollen klären, inwiefern der Frankfurter Bürgerhaushalt zum einen den Dialog zwischen der städtischen Politik und Verwaltung und dem Bürger verbessert, ob zum anderen Bürger eine bessere Einsicht in den Haushalt und die Mittelverteilung bekommen und ob schließlich umsetzbare Vorschläge dabei herauskommen.

Während der zwei Jahre, die das Projekt an der Frankfurter Universität läuft, stehen unterschiedliche Bereiche des Bürgerhaushalts auf dem Prüfstand. Durch eine Online-Umfrage und direkte Befragungen können die Teilnehmer der Onlinephase und an den anschließenden Workshops ihre Sicht auf die Stärken und Schwächen des Bürgerhaushalts schildern. Interviews mit Mitgliedern aus Politik und Verwaltung ergänzen diese Sicht. Durch teilnehmende Beobachtung und eine Inhaltsanalyse der Vorschläge sollen sowohl das Verfahren, als auch die Ergebnisse in der Evaluation Berücksichtigung finden.

In den Befragungen verwenden die Frankfurter zum Teil ähnliche Fragen wie sie bereits in Berlin-Lichtenberg und in Köln gestellt wurden, so dass sich die Ergebnisse zumindest teilweise vergleichen lassen werden.

Der Frankfurter Bürgerhaushalt befindet sich derzeit noch in seiner ersten Beteiligungsphase: Die Bürger können ihre Vorschläge für den Haushalt 2013 online abgeben, kommentieren und bewerten. Im März 2012 wählen 100 FrankfurterInnen bei einem Bürger-Workshop die besten Vorschläge aus.

Die Seite des Frankfurter Bürgerhaushaltes findet sich unter http://www.ffm.de
Mehr Informationen zum Frankfurter Evaluations-Projekt (Sie verlassen buergerhaushalt.org)
Mehr Informationen zur Evaluation des Kölner Bürgerhaushaltes

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Köln: Dritte Verfahren mit mäßiger Beteiligung

In Köln ist diese Woche die Vorschlagsphase zu Ende gegangen. 643 Vorschläge wurden eingereicht – so wenig Vorschläge wie noch nie (Vergleich: 1245 Vorschläge im zweiten Verfahren zum Haushalt 2011). Die Vorschläge können noch bis zum 13. November bewertet werden, anschließend werden die 25 am besten bewerteten aus jeder Sparte dem Rat zur Entscheidung vorgelegt.

Mit der Beteiligung sei man nicht zufrieden, wird der Kämmerer Manfred Ropertz von den Köln Nachrichten zitiert. Positiv hervorzuheben sei aber, dass in diesem Verfahren weniger inhaltsgleiche Vorschläge abgegeben wurden als in den letzten Jahren. Außerdem sei die Beteiligung in Form von Bewertungen und Kommentaren ähnlich hoch gewesen wie bei den letzten Verfahren.

Die niedrige Beteiligung wird zumindest von Seiten der Linken Ratsfraktion auch auf die unzureichende Öffentlichkeitsarbeit zurückgeführt, berichten die Köln Nachrichten. Insgesamt aber ist er mit der Teilnahme zufrieden – „die Anfangseuphorie ist verfolgen“ –, bemängelt aber eine unzureichende und verspätete Information der Kölner Bürgerinnen und Bürger durch die Stadt. Eine Kritik, die Ropertz so nicht gelten lassen will. Er will allerdings eine regelmäßigere Berichterstattung über die Umsetzung von Bürgerhaushalts-Vorschlägen überdenken.

Link zum Artikel der Köln Nachrichten

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Kölner Bürgerhaushalt gestartet

Heute ist der dritte Bürgerhaushalt der Stadt Köln online gegangen. Unter dem Motto „Deine Stadt, dein Geld“ können die Kölner Bürgerinnen und Bürger sich bis zum 13.11. zu den Schwerpunktthemen „Kinder/Jugend“, „Wirtschaftsförderung“ und „Kultur“ äußern und Vorschläge bewerten und kommentieren. Im Gegensatz zu den letzten Verfahren sollen in diesem Jahr nur die 25 am besten bewerteten Vorschläge an den Rat weitergeleitet werden (bisher: 100). „Das zwingt die Menschen, mehr für ihre Vorschläge zu werben“, begründet die Kämmerin Gabriele Klug diese Änderung, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.

Sie hoffe auf viele kreative Ideen, wird Klug weiterhin in der Pressemitteilung zitiert. In den bisherigen Verfahren wurde jeweils eine vergleichsweise hohe Beteiligung erreicht: 2008 reichten rund 12000 Bürger 4973 Vorschläge ein, 2010 beteiligten sich ca. 10000 KölnerInnen mit 1245 Vorschlägen.

Link zur Pressemitteilung der Stadt Köln

Link zum Online-Portal des Bürgerhaushalts Köln

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Werbemaßnahmen für dritten Bürgerhaushalt in Köln gestartet

Die Stadt Köln startete am 11. Oktober 2011 mit einer umfangreichen Werbung für den Bürgerhaushalt 2012. Mit City-Postern in den rund 230 Werbeanlagen stadtweit, mit 80 großformatigen Postern, mit Aushängen in allen Bezirksrathäusern, Radio-Werbung, Postkarten und Info-Screens an KVB-Haltestellen werden die Kölnerinnen und Kölner aufgerufen, sich aktiv an der Aufstellung des städtischen Haushalts für das Jahr 2012 zu beteiligen.

Die Stadt Köln will die Bürgerinnen und Bürger mit diesen Werbemaßnahmen dazu aufrufen, zwischen dem 17. Oktober und 13. November 2011 Vorschläge einzureichen beziehungsweise zu bewerten und zu kommentieren. Für 2012 stehen die Themen „Kinder/Jugend“, „Kultur“ und „Wirtschaftsförderung“ im Mittelpunkt. Daneben hofft die Stadtverwaltung erneut auf Sparvorschläge zum Gesamthaushalt, unabhängig von den vorgegebenen Haushaltsbereichen.

Eine Beteiligung ist dann ab Montag, 17. Oktober 2011, möglich im Internet, über einen schriftlichen Antwortbogen oder telefonisch beim Call-Center. Dann können bis zum 6. November 2011 Vorschläge eingereicht oder gemachte Vorschläge bewertet werden. Vom 7. bis 13. November 2011 ist die Kommentierung der eingereichten Ideen weiter möglich, neue können aber nicht mehr abgegeben werden.

Die Verwaltung prüft jeweils die 25 Vorschläge, die in jedem Themenbereich am höchsten bewertet sind, und legt die Ergebnisse den politischen Gremien für die Etatberatungen vor. Abschließend entscheidet der Rat der Stadt Köln über die Ideen der Bürgerinnen und Bürger und beschließt den Haushalt 2012.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Köln Amt für Presse‑ und Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen der Stadt Köln zum Bürgerhaushalt 2012

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Düren plant Einführung eines Bürgerhaushaltes

Bei den Planungen zum Doppelhaushalt 2012⁄13 sollen die Dürener Bürger mitreden können. Die ersten Diskussionen und Konzeptionen über einen online-basierten Bürgerhaushalt laufen bereits, eine Entscheidung vom Stadtrat soll laut einem Artikel der Aachener Zeitung am Mittwoch, den 28.09., getroffen werden.

Von Seiten der CDU herrsche momentan noch Skepsis. Vor allem die Möglichkeit von Manipulationen wird kritisch gesehen. Etwa dann, wenn Bürger zahlreich, bisweilen Hunderte Male, zu einem Thema abstimmen würden. Skeptisch gesehen wurde auch die zu erwartende geringe Beteiligung und die Kosten, die unter anderem von den Grünen angesprochen wurden. Die SPD zeigte sich dagegen offen und will weiter beraten, so die Aachener Zeitung.
Kämmerer Sievers betonte, dass die Möglichkeit von Manipulationen ausgeschlossen werden könnte und müsste.

Der Bürgerhaushalt soll den Dürener Bürgern die Möglichkeit geben, eigene Haushaltsvorschläge einzureichen und diese zu kommentieren und bewerten. Eine Bestenliste von 30–50 Vorschlägen soll anschließend in den politischen Beratungsprozess einfließen. Wichtig sei auch, dass die Bürger anschließend ein Feedback bekommen, so wird ein Experte der Firma Zebralog von der Aachener Zeitung zitiert. Das Konzept soll angelehnt an erfolgreiche Projekte wie den Bürgerhaushalt in Köln, Münster oder Solingen umgesetzt werden.

Wir haben Düren mit dem Status „D“ wie Diskussion in unsere Karte aufgenommen und sind gespannt auf die Entscheidung des Stadtrates.

Link zum vollständigen Artikel der Aachener Zeitung

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Lampertheim: Ein Forum macht noch keinen Bürgerhaushalt

Die Stadt Lampertheim stellt ihren Bürgern derzeit ein Forum zur Verfügung, in dem über die Haushaltsplanung der Stadt diskutiert und eigene Haushaltsvorschläge gemacht werden können. Nach Angaben der Stadt soll so „mit Ihrer Mitarbeit in einem offenen und transparenten Verfahren ein „Bürgerhaushalt“ entstehen“.

Die momentane Umsetzung der Haushaltsdiskussion kann leider auch noch nicht als Bürgerhaushalt bezeichnet werden. Die Stadt hatte zwar bereits im Rahmen einer Informationsinitiative über die aktuelle Haushaltslage und den Haushaltsplan 2011 informiert, das Bürgerforum knüpft allerdings an diese Informationen nicht direkt an. Statt die Verwaltungsvorschläge in verständlich aufgearbeiteter Form zur Verfügung und Diskussion zu stellen, können die Bürgern momentan nur ohne konkrete Fragestellungen eigene Anregungen in ein Diskussionsforum einstellen. Die Beteiligungshürden sind dementsprechend hoch – dies zeigt sich auch daran, dass bisher kein Beitrag in dem Forum eingegangen ist. Darüber hinaus entspricht das Diskussionsforum derzeit nicht dem aktuellen Stand der Kunst: Betrachtet man erfolgreiche Beteiligungsprojekte wie Köln, Solingen und Stuttgart fällt auf, dass diese sich alle durch eine eigenständige Diskussionsplattform auszeichnen.

Auch über die Form der Rechenschaft fehlt bisher ein konkreter Hinweis. Ob die Bürgervorschläge demnach tatsächlich von der Politik aufgegriffen werden, ist derzeit unklar.

Link zu einer Meldung der Stadt zum Bürgerforum

Link zum Bürgerforum

Wir werden die Entwicklungen der Stadt weiterhin beobachten, belassen den Status auf unserer Karte aber derzeit noch auf „I“ wie Information.

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Dreieich: Bürgerhaushalt wegen zu hohem Aufwand zurückgestellt

Die Dreieicher Grünen hatten mit ihrem Antrag auf einen Bürgerhaushalt bisher wenig Erfolg: Das Magistrat teilte auf eine aktuelle Nachfrage seitens der FDP mit, dass das Projekt Bürgerhaushalt zunächst zurückgestellt werden müsse, da der zu erwartende Aufwand zu hoch sei, heißt es in einem Artikel der Frankfurter Neuen Presse.

Man habe den Aufwand der Stadt Köln als Maßstab genommen und dabei festgestellt, dass der Personal‑ und Verwaltungsaufwand zu hoch sei: Dabei hatten sie festgestellt, dass für den Bürgerhaushalt geworben werden müsse, dass er bei den Bürgern bekannt gemacht und über eine Internetplattform umgesetzt werden müsse. Zudem seien die Entscheidungen und Befugnisse zum Budgetrecht der Stadtverordneten zu regeln und es müsse ein stetes Feedback aller eingereichten Vorschläge und Kommentare geben. Mit anderen Worten eine Fülle an Aufgaben, so berichtet die Frankfurter Neue Presse.

In Dreieich stehe momentan die Haushaltskonsolidierung im Vordergrund, Personal für die Konzeptionierung und Umsetzung des Bürgerhaushaltes könne nicht entbehrt werden. Daher solle das Thema derzeit ruhen und erst wieder im nächsten Jahr aufgegriffen werden.

Link zum vollständigen Artikel der Frankfurter Neuen Presse

Die Stadt Dreieich behält weiterhin den Status „D“ wie Diskussion.

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Tool zur Evaluation von Bürgerhaushalten

Einzelne Bürgerhaushaltsverfahren wurden bereits wissenschaftlich evaluiert (z.B. der Bürgerhaushalt Köln), ein weltweiter Evaluierungsstandard fehlt bislang allerdings, viele Verfahren werden gar nicht abschließend ausgewertet. InfoPB stellt jetzt ein Tool zur Verfügung, das mit Hilfe von operationellen Hilfestellungen eine Evaluation von Bürgerhaushaltsverfahren vereinfachen soll. Die Ergebnisse sollen wiederum in die Konzeption anderer Verfahren einfließen und dadurch Bürgerhaushaltsverfahren insgesamt stetig verbessern.

Informationen zu dem Angebot von InfoPB gibt es auf der Website:

Link zu InfoPB

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Stuttgarter Bürgerhaushalt mit guter Beteiligung abgeschlossen

Seit Anfang August ist die Online-Beteiligung des Stuttgarter Bürgerhaushaltes nun beendet. Rund 9000 Bürger und Bürgerinnen haben sich an dem Verfahren beteiligt und insgesamt 1745 Vorschläge abgegeben. Die 120 am besten bewerteten Vorschläge werden nun von der Verwaltung gesichtet und anschließend dem Stadtrat zur Verwaltung vorgelegt.

Die Stadt zeigt sich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. In einem Artikel der Stuttgarter Nachrichten heißt es dazu: In keiner anderen deutschen Großstadt, die solches unternahm, hätten die Menschen so viele Hinweise geliefert, wo man investieren oder lieber sparen sollte. In Köln hätten 10.000 Bürger etwa 1250 Vorschläge geliefert und 39.000 Bewertungen vorgenommen. In Essen lieferten rund 4000 Bürger rund 250 Vorschläge und rund 114.000 Bewertungen. Aber dass Stuttgart vorne liege, sei ja nicht ungewöhnlich, meinte Schuster.

Im bundesweiten Vergleich von Bürgerhaushaltsverfahren in Städten über 100.000 Einwohner hat Stuttgart in der Tat eine gute Beteiligung erzielt: Im Vergleich zu anderen Verfahren erreicht Stuttgart mit einer Beteiligungsquote von knapp 1,5 % einen beachtlichen Wert. Andere Verfahren erreichten ähnliche Werte, wie zum Beispiel Bonn (3,9%), Solingen (2,4%), Trier (1,9%), Essen (0,7%), Köln (unter Berücksichtigung der Fragebögen und Call-Center und ohne Gast-Beiträge nicht registriert Teilnehmender = 1,3 %), und Hamburg (0,04%). Grundsätzlich sind diese Zahlen aber mit Vorsicht zu genießen, da beispielsweise auch immer die konzeptuellen Unterschiede der einzelnen Verfahren zu beachten sind. So wurde in Solingen und Essen beispielsweise eine „bürgerbeteiligte Haushaltskonsolidierung“ durchgeführt, bei der die Bürger lediglich Spar‑ und Einnahmevorschläge der Verwaltung kommentieren und bewerten konnten. Auch in Hamburg wurde ein anderes Konzept zugrunde gelegt, indem Teilnehmende in einem dreiphasigen Dialogprozess aufgefordert waren, Vorschläge und Kriterien für den Hamburger Haushalt entwickeln.

Die Stadt sei sich sicher, dass es die Aktion auch künftig geben werde, heißt es in dem Artikel der Stuttgarter Nachrichten. Bis März nächsten Jahres soll außerdem eine Evaluation des Verfahrens stattfinden.

Für die kommenden Verfahren wünschen wir Stuttgart weiterhin viel Erfolg!

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Rüsselsheim: Bürgerhaushalt als Instrument gegen Politikverdrossenheit

Der Rüsselsheimer Oberbürgermeister-Kandidat Patrick Burghardt spricht sich für die Einführung eines Bürgerhaushaltes aus: „Die Rüsselseheimer Bürger müssen endlich direkt in das Stadtgeschehen einbezogen werden. Die Politik braucht ihre Ideen und Vorschläge, denn nur dadurch kann die notwendige Bürgernähe zur Politik entstehen“, wird er in einem Artikel der Main-Spitze zitiert.

Der Bürgerhaushalt sei ein geeignetes Mittel, um mehr Transparenz in der Haushaltsplanung zu erreichen und das Internetein guter Weg, um allen Generationen eine Beteiligung zu ermöglichen. Andere Städte wie Köln und Frankfurt hätten bereits erfolgreich gezeigt, dass Bürgerhaushalte die Haushaltsplanung von Kommunen positiv ergänzen könne, heißt es in dem Artikel.

Link zum vollständigen Artikel der Main-Spitze

Wir haben Rüsselsheim mit dem Status „D“ wie Diskussion in unsere Karte aufgenommen.

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Bachelorarbeit mit kritischer Analyse der Bügerhaushalte Köln und Freiburg

In seiner Bachelorarbeit „Der Bürgerhaushalt: Partizipation in der kommunalen Haushaltspolitik am Beispiel der Städte Freiburg und Köln“ beschäftigt sich Tom Eich mit der Bedeutung der Bürgerhaushalte in der kommunalen Haushaltspolitik. Seine Ergebnisse fallen kritisch aus: Sowohl mit Bezug auf die Input als auch Output-Legitimität sieht er bei beiden untersuchten Beispielen deutliche Grenzen. Mit seiner Arbeit leistet Tom Eich einen weiteren wertvollen Beitrag in der kritischen Evaluation bürgerbeteiligter Verfahren der Haushaltsplanung.

Die Arbeit ist als Download (PDF) erhältlich.

Zusammenfassung:

Die Anzahl der deutschen Kommunen, die Bürgerhaushaltsverfahren planen, umsetzen oder bereits fest etabliert haben, hat heute einen neuen Höhepunkt erreicht. Trotz dieser Entwicklung wurde in Umfragen der Vergangenheit immer wieder bestätigt, dass Bürger nur ein geringes Interesse an der Haushaltspolitik haben und sich lieber an konkreten Projekten beteiligen. Zudem scheinen die Komplexität des kommunalen Haushalts sowie der geringe Kenntnisstand der Bürger bei kommunalpolitischen Fragestellungen gerade in Großstädten auf Grund ihrer großen Aufgabenvielfalt hinderliche Faktoren für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung im Rahmen eines Bürgerhaushaltverfahrens zu sein. Ferner kann sich die schwierige Finanzlage vieler Kommunen und der damit häufig einhergehende Verlust von Handlungsspielräumen für die Durchführung einer Bürgerbeteiligung an der Haushaltsaufstellung in diesen Kommunen als problematisch erweisen. Dennoch ist die Anzahl von Bürgerhaushalten in deutschen Großstädten in den letzten Jahren stetig gewachsen. Doch handelt es sich hierbei um eine erfolgreiche Partizipation in der kommunalen Haushaltspolitik?

Ziel der Arbeit war es, Antworten auf diese Fragestellung mittels eines fallorientierten, qualitativen Vergleichs der Bürgerhaushaltsverfahren der Großstädte Freiburg und Köln zu erarbeiten. Dabei wurden mit Freiburg und Köln zwei Großstädte untersucht, die sich im Hinblick auf die kommunale Haushaltssituation, die Bundeslandzugehörigkeit und die Konzeption des Verfahrens unterscheiden. Auf Grund der Komplexität der Fragestellung und der Vorgaben im Hinblick auf den Zeitrahmen und die maximale Seitenanzahl einer Bachelorarbeit beschränkte sich die Untersuchung auf zwei Fälle: Dem Verfahren „Beteiligungshaushalt 2009⁄2010“ der Stadt Freiburg, das in den Jahren 2007 und 2008 durchgeführt wurde, sowie dem Verfahren „Bürgerhaushalt 2010“ der Stadt Köln, das in den Jahren 2009 und 2010 stattfand. Um neben den Dokumentationen zu den beiden Verfahren und der unabhängigen wissenschaftliche Evaluierung des Kölner Bürgerhaushalts 2010 weitere Hintergrund-Informationen zu erhalten, wurden insgesamt acht Leitfrageninterviews mit zentralen Akteuren der Verfahren geführt. Hierzu zählten die hauptverantwortlichen Mitarbeiter der Verwaltung der beiden Kommunen, Vertreter zentraler zivilgesellschaftlicher Akteure, Vertreter der kommunalpolitischen Oppositionsfraktionen sowie an dem jeweiligen Verfahren beteiligte externe Berater.

Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass das Kölner Verfahren „Bürgerhaushalt 2010“ auf Grund einer geringen Steigerung von Input‑ sowie Output-Legitimität nur sehr bedingt als erfolgreiche Partizipation an der kommunalen Haushaltspolitik bezeichnet werden kann. Auf Grund einer ebenfalls geringen Steigerung der Input-Legitimität und einer maximal sehr geringen Steigerung der Output-Legitimität, muss das Freiburger Verfahren „Beteiligungshaushalt 2009⁄2010“ im Vergleich als noch weniger erfolgreich angesehen werden. Dabei war das Hauptproblem des Freiburger Verfahrens, dass sowohl von den Teilnehmern der Online-Plattform wie auch von den Teilnehmern der Stadtkonferenz eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet wurden, die lediglich dokumentiert, jedoch von der Verwaltung weder bewertet noch übersichtlich aufbereitet wurden. So wurde dem Freiburger Gemeinderat eine große Menge an dokumentierten Informationen zum Ablauf und den Ergebnissen der Beteiligungsbausteine übergeben, deren Aussagekraft fraglich blieb und die nicht in greifbare Politikergebnisse verarbeitet werden konnten. Im Vergleich zu Freiburg erwies sich das Kölner Verfahren als deutlich ausgereifter. Im Verhältnis zum Aufwand des Verfahrens waren jedoch auch hier die erzielten Politikergebnisse marginal. Dies gilt insbesondere dann, wenn man die zusätzlich ausgegebenen Mittel zur Umsetzung der Vorschläge von ca. 2 Mio. Euro in Bezug zum Gesamthaushalt der Stadt Köln von ca. 3,5 Milliarden Euro pro Jahr setzt. Trotz einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit ist es dennoch in beiden Verfahren nicht gelungen mehr als 1 % bis 2 % der Bevölkerung für eine Beteiligung zu gewinnen. Aber auch wenn es in Zukunft gelingen sollte, dass durch eine weitere Verbesserung der Verfahren beispielsweise 3 % bis 4 % der Bevölkerung an den Verfahren teilnehmen, werden die zentralen Probleme beider Verfahren nicht gelöst. Daher sollten auch mögliche Alternativen in Betracht gezogen werden, die im Hinblick auf eine Steigerung der Input‑ sowie der Output-Legitimität auf kommunaler Ebene zu besseren Ergebnissen führen könnten.

In Bezug auf mögliche Alternativen zu einer Partizipation über ein Bürgerhaushaltsverfahren hat das Verfahren „Kölner Bürgerhaushalt 2010“ – das im Kern ein themenbezogenes Anliegenmanagement, welches an die Haushaltsaufstellung der Kommune gekoppelt wurde – bereits gute Ansätze geliefert. Der Vorteil für die am Verfahren beteiligten Bürger war dabei, dass sie sich nicht mit dem Haushalt auseinandersetzen mussten und dennoch ihr Anliegen in das Verfahren einbringen konnten. Dabei hat die Arbeit gezeigt, dass aus Perspektive des Bürgers eher der Wunsch zu bestehen scheint, ein persönliches Anliegen unabhängig vom Themenbereich in das politische System einzubringen als umgekehrt, zunächst Themenbereiche zu beleuchten und sich dann ein Anliegen zu überlegen. Eine zukünftige Lösung hierfür könnte in Köln beispielsweise die Etablierung eines ständigen Anliegenmanagements sein. Ein Vorteil eines solchen Vorgehens wäre, dass persönliche Anliegen von Bürgern der Stadt zeitnah nach ihrem Entstehen in das politische System eingespeist werden könnten. Für die Verwaltung hätte ein ständiges Anliegenmanagement zudem den Vorteil, dass die Vorschläge nicht innerhalb kurzer Zeit eingehen und bearbeitet werden müssen sondern sich diese auf die gesamte Haushaltsperiode verteilen. Auf Grund des Bürgerhaushaltverfahrens scheinen in Köln bereits eingespielte Strukturen und Prozesse innerhalb der Verwaltung zu existieren, auf denen für die Etablierung eines Anliegenmanagements aufgebaut werden könnte. Ergänzt werden müsste dieses durch den Einsatz partizipativer und direktdemokratischer Elemente bei Projekten mit einem hohen Finanzierungsbedarf, die gerade in Großstädten keine Seltenheit darstellen. In diesem Zusammenhang machte ein Gesprächspartner in Bezug zum Kölner Bürgerhaushalt folgende Aussage: „Schade ist, dass die großen Themen, wie die Messe, der U-Bahn-Bau, die Neugestaltung des Rhein-Ufers, politisch alle durch sind und so hat der Bürger bisher auch nicht das Gefühl, dass es um große Themen geht.“ In Zukunft könnte man ähnlich bedeutende Themen, die auch in der Öffentlichkeit diskutiert werden, zum Anlass nehmen, im Vorfeld ein Partizipationsverfahren zu etablieren, das auf der Beteiligungsplattform des Bürgerhaushalts aufbaut und bei dem die Wünsche und Anregungen der Bürger einfließen können. Auf Basis des Partizipationsverfahrens sollte anschließend ein Bürgerentscheid stattfinden, bei dem die Bürger der Stadt über die Durchführung des Vorhabens entscheiden können. Beispiele wie der Konflikt um Stuttgart 21 oder der Bürgerentscheid zum Verkauf der Freiburger Wohnungsgesellschaft zeigen, dass mit den Bürgern durchaus zu rechnen ist, wenn Sie über bedeutende Themen der Stadt mit großen finanziellen Auswirkungen entscheiden dürfen.

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Karlsruhe: Erneute Diskussion über Bürgerhaushalt

Bisher seien bereits mehrere Anläufe, einen Bürgerhaushalt in Karlsruhe einzuführen, gescheitert, heißt es in einem Bericht der ka-news. Die Freien Wähler starten nun mit einer Anfrage an die Stadtverwaltung einen erneuten Versuch.

Die beiden Stadträte der Freien Wähler Karlsruhe hatten die Stadtverwaltung gebeten, eine Erklärung darüber abzugeben, unter welchen Voraussetzungen die Einführung eines Bürgerhaushaltes möglich sei. Ziel des Projekts sei, eine stärkere Bürgerbeteiligung auf allen Ebenen, so die ka-news. Als Vorbild gelten internationale Beispiele aus Brasilien und Neuseeland, aber auch deutsche Projekte, wie das Kölner Verfahren oder der aktuell laufende Stuttgarter Bürgerhaushalt.

Laut einem Bericht auf Boulevard Baden habe sich die Stadtverwaltung zu der Anfrage bisher nicht geäußert.

Link zu dem Artikel der ka-news

Link zu dem vollständigen Bericht auf Boulevard Baden

Wir haben Karlsruhe mit dem Status „D“ wie Diskussion in unsere Karte aufgenommen.

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ruhrbaron.de: Bürgerhaushalte als Beispiel für demokratischen Wandel

Vom Ende der korporatistischen Demokratie spricht Martin Boettger von den Ruhrbaronen in seinem gleichnamigen Artikel und meint damit die kaum mehr aufzuhaltende Entwicklung von einer wirklichkeitsfernen, in eigenen Sphären treibenden zu einer bürgernahen und in der Gesellschaft verankerten Politik.

Alleine internationale Entwicklungen wie der arabische Frühling zeigen, dass Bürger es mittlerweile nicht mehr akzeptieren, von Entscheidungen und Informationen ausgeschlossen zu werden. Auch in Deutschland zeichnet sich diese Entwicklung deutlich ab, Stuttgart21 ist nur eines von viele Beispielen hierfür. Boettger verweist an dieser Stelle auf den Versuch mancher Kommunen, über Bürgerhaushalte einen Rückbezug zum Bürger zu gewinnen. Vor allem traditionelle Verfahren – öffentliche Sitzungen und Versammlungen – kritisiert er hierbei aber als vergeblich, da dorthin immer nur die kommen, die es beruflich bedingt müssen, als lokaler Geschäftsmensch oder PolitikerIn, und die, die viel Zeit und Langeweile haben.

Als erfolgsversprechender bewertet er hingegen Onlinebeteiligungen. Bereits die Bürgerhaushalte in Solingen, Essen und Köln hätten gezeigt, dass online eine größere Anzahl von Beteiligten mobilisiert werden könne. Besonders hervorgehoben wird aber der Bonner Bürgerhaushalt, an dem sich ca. 12.700 Menschen beteiligten (Einwohner Bonn: rund 300.000). Daraus schließt Boettger: Das Bonner Verfahren hat bewiesen: es gibt einen sehr großen Beteiligungsbedarf bei den BürgerInnen. Sie haben jedoch bisher kaum eine Möglichkeit dazu. Und weder die Kommunalverwaltung noch die Parteien kommen damit klar, wenn sich mal ein Beteiligungsventil öffnet. Das parteipolitische Gerangel und die zum Teil vorherrschende Unfähigkeit, mit neuen Beteiligungskanälen umzugehen, zeigten, dass auch Verwaltung und Politik noch an den Möglichkeiten wachsen können und müssen.

Den häufig genannten Kritikpunkt, dass Bürgerhaushalte häufig erst dann durchgeführt würden, wenn die Kassen bereits leer sind, lässt Boettger nicht gelten. Im Gegenteil seien gerade knappe Kassen ein Grund, Bürger stärker zu beteiligen: Sollen wir es deswegen also lieber weiter denen überlassen, die nicht mehr weiter wissen?, fragt er und folgert: Die BürgerInnen sind nicht dümmer, sondern klüger als Verwaltung und politische Klasse. Wer sie mitmachen und mitentscheiden lässt, ist gut beraten und tut was Gutes für seine Stadt und ihren sozialen Zusammenhalt.

Das Fazit des Artikels: Es wird kein Weg daran vorbeiführen, immer mehr kommunale Entscheidungen aus Fraktionssitzungen heraus wieder in die Stadtgesellschaften zu verlagern. Das wird Lobbyinteressen nicht abschaffen, sie vielleicht noch nicht einmal wirklich schwächen. Aber es zwingt zu mehr öffentlicher Rechtfertigung, es erweitert die Diskursfelder. Das ist keine hinreichende, aber eine notwendige Bedingung, um die Demokratie, wie sie das Grundgesetz meinte, zu erhalten.

Link zum vollständigen Artikel auf ruhrbarone.de

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Stuttgarter Bürgerhaushalt startet

Mit einer Informationsveranstaltung, zu der laut Informationen der Stadt rund 100 Bürgerinnen und Bürger kamen, läutete Stuttgart gestern offiziell den Beginn des Bürgerhaushaltes ein. Ab morgen können auf der Internetplattform eigene Vorschläge zum Haushalt eingegeben und andere Vorschläge bewertet und kommentiert werden.

Die 100 am besten bewerteten Vorschläge werden nach dem Abschluss der Online-Phase Ende Juli von der Verwaltung geprüft und anschließend dem Gemeinderat zum Beschluss vorgelegt. Mitmachen beim Bürgerhaushalt darf jeder Stuttgarter Bürger: Bei der Registrierung im Internet müssen die TeilnehmerInnen neben einer E-Mail-Adresse ihre Wohnadresse angeben. Für Bürger, die keinen Zugang zum Internet haben, bietet die Stadt an, Vorschläge und Bewertungen auch schriftlich, per Telefon oder persönlich abzugeben. Um auch Migranten am Haushalt zu beteiligen, hat die Stadt außerdem Migrantenvereine und Moscheen kontaktiert.

Die Stadt ist in der komfortablen Lage, für 2011 mit Einnahmen von knapp 2 Milliarden Euro rechnen zu können. Auf der anderen Seite stehen derzeit gerade etwa 130 Euro Schulden pro Einwohner – „so niedrig wie in keiner anderen deutschen Großstadt“, so Stadtkämmerer Föll.

Link zum Onlineportal des Bürgerhaushaltes

Link zum vollständigen Artikel auf newsroom.stuttgart.de

Wir haben den Status von Stuttgart auf „E“ wie Einführung gewechselt.

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Lokale Agenda 21 fordert Bürgerhaushalt für Gießen

Unter dem Motto „Beteiligt wird, wer mitmacht“ sind alle interessierten Gießener Bürger zu den Treffen der Projektgruppe Bürgerhaushalt in Gießen eingeladen. Seit Anfang Mai trifft sich die Gruppe, die von der Lokalen Agenda 21 initiiert wurde, um konkrete Ideen für einen Bürgerhaushalt in Gießen zu entwickeln.

Die Treffen finden an jedem zweiten Dienstag im Monat statt, beim nächsten Treffen am 14. Juni sollen verschiedene Bürgerhaushaltsmodelle (Köln, Solingen, Essen, Porto Allegre, Berlin u.a.) vorgestellt werden.

Link zum Artikel beim Gießener Anzeiger

Wir haben Gießen mit dem Status „D“ wie Diskussion in unsere Karte aufgenommen.

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