Nürnberg: Zu hohe Erwartungen?
Auch in Nürnberg wird momentan die Einführung eines Bürgerhaushaltes diskutiert, die CSU-Fraktion hatte sich sogar bereits in diesem Jahr eine erste Bürgerbeteiligung gewünscht. Statt einem vollständigen Bürgerhaushaltsverfahren hat die Stadt nun aber erstmal einen Live-Chat mit dem Kämmerer angeboten. Die Beteiligung war eher gering – doch kann man daraus auf mangelndes Interesse der Bürger schließen?
In den anderthalb Stunden waren nicht einmal mehr als zehn „User“ zugleich online, die Experten mitgerechnet. Auch der Wechsel war nicht sehr hoch. Eine bemerkenswerte Zahl vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über einen Bürgerhaushalt in der Stadt Nürnberg, heißt es in einem Artikel der Nürnberger Nachrichten.
Ob man daraus aber tatsächlich auf mangelndes Interesse der Bürger schließen kann ist fraglich. Zum einen werden bei zeitlich punktuellen Beteiligungsangeboten grundsätzlich weniger Beteiligte erreicht als bei Beteiligungsprozessen über einen längeren Zeitraum, zum anderen stellt sich bei einem offenen Chat-Angebot grundsätzlich die Frage, inwiefern die Ergebnisse in das weitere Haushaltsplanungsverfahren integriert sind. Es bleibt daher zu hoffen, dass die Stadt Nürnberg von der geringen Beteiligung in diesem Fall nicht auf fehlendes Interesse der Bürger generell schließt.
