Aachen

 

Aachener Bürgerhaushalt in der Kritik

Bis zum 11.12. hatten die Aachener Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, den Vorschläge der Verwaltung zum Haushalt zu diskutieren und zu bewerten und eigene Vorschläge zum Haushalt einzubringen. 1591 Bürger haben diese Möglichkeit genutzt – ein „unbefriedigendes“ Ergebnis, laut einem Artikel der Aachener Zeitung:

Bei 1591 online registrierten Bürgern und 80.000 Euro Kosten für den Steuerzahler hat die Stadt – über den Daumen gepeilt – gut 50 Euro pro Teilnehmer für die Aktion «Aachen rechnet mit Ihnen!» ausgegeben. Da hätte die Verwaltung auch jeden Fragebogen zum Bürgerhaushalt von Sachbearbeitern per Taxi persönlich zustellen und abholen können – ganz ohne Internet,

heißt es in dem Artikel. Kritisiert wird neben den Kosten vor allem die Beteiligungszahlen:

Nicht einmal ein Prozent der Wahlberechtigten der jüngsten Kommunalwahl (ab 16 Jahre) nahm teil.

Damit wird einer der Hauptkritikpunkte an Bürgerhaushalten und ähnlichen Online-Beteiligungen: Es fehle diesen Online-Verfahren im Vergleich zu Wahlen sowohl ausreichend Teilnehmende als auch an Repräsentativität. Ersteres wird sogar solchen Verfahren vorgeworfen, die bislang die höchsten je gemessenen Teilnehmendenzahlen hatten wie etwa die Bürgerbeteiligung am Haushalt der Stadt Bonn (über 12.000 Teilnehmende und mehrere zehntausend Besucher). Befürworter dieser Verfahren verweisen dagegen darauf, dass der Vergleich mit der Wahlbeteiligung nicht richtig sei, da es sich bei Bürgerbeteilgiung am Haushalt um Beteiligung zwischen den Wahlen handele, und daher die Beteiligungszahlen vor der Einführung einer Bürgerbeteilgung oder einer internet-basierten Erweiterung der Beteiligung maßgeblich für den Vergleich seien. In die gleiche Richtung geht es bei dem Thema Repräsentativität: Während Gegner von Bürgerhaushalten darauf verweisen, dass diese nicht repräsentativ seien, und daher wenig aussagekräftig für die Politik, verweisen Befürworter auch hier darauf, dass Bürgerhaushalte keine Wahlverfahren seien, sondern Verfahren, um ein zusätzliches Feedback aus der Bevölkerung zum Haushalt zu erhalten.

Solange noch nicht klar ist, wie Bürgerhaushalte oder andere konsultative Verfahren (mit oder ohne Internet) einzuordnen sind, solange wird eine sehr kontroverse und politisierte Diskussion und Bewertung über Kosten und Nutzen zu erwarten sein, wie sie auch in Aachen (nicht nur) innerhalb der Politik geführt wird.

So berichtet die Aachener Zeitung weiter, dass die CDU skeptisch sei, was die Fortführung des Verfahrens betrifft, SPD und FDP sähen die Beteiligung zwar auch durchaus kritisch, suchten aber vor allem nach Verbesserungsansätzen. SPD-Fraktionschef Höfken sehe laut der Aachener Zeitunjg die Beteiligung ebenfalls

nicht gerade als rauschenden Erfolg. Das liege aber wohl vor allem daran, dass kaum jemand angesichts der zeitlichen Nähe zu den Haushaltsberatungen der Politiker und der geplanten Beschlussfassung am 21. März 2012 daran geglaubt habe, dass er als Bürger wirklich noch etwas bewegen könne,

Er gehe außerdem davon aus, dass das Budget von 80.000 Euro sogar noch zu gering gewesen sei,

um ein solches Verfahren professionell über die Bühne zu bringen. Andere Städte investieren deutlich mehr,

wird er zitiert. Trotz oder gerade durch die Kritik hat das Verfahren innerhalb der Stadt durchaus einige Aufmerksamkeit bekommen: So setzte der Aachener Christian Scholz, alias MrTopf, kurzfristig eine alternative Darstellung der Vorschlagseite um. Hendrik vom Lehn visualisierte die Beteiligungsstatistiken der Plattform während der Online-Phase.

Die 50 Vorschläge der Bestenliste sollen nun in die Haushaltsberatungen der Stadt eingehen. Damit beginnt nun – unabhängig von den Beteiligungszahlen – eine weitere kritische Phase des Verfahrens: Werden sich Verwaltung und Politik mit den Bürgervorschlägen ernsthaft und intensiv auseinandersetzen und ein Feedback geben, wie und warum über welche Vorschläge entschieden wurde?

Links:
Link zum vollständigen Artikel der Aachener Zeitung
Link zur Plattform des Aachener Bürgerhaushaltes
Link zur alternativen Darstellung von MrTopf
Link zur Visualisierung der Beteiligungsstatistig von Hendrik vom Lehn

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Aachen rechnet mit seinen Bürgern

Bis zum 11. Dezember können Aachener Bürger und Bürgerinnen sich nun am Haushalt beteiligen. Im Vordergrund soll dabei das Sparen stehen: Unser finanzieller Spielraum ist sehr eng und somit steht auch die Bürgerbeteiligung am Haushalt ganz klar unter dem Zwang den Haushalt zu beschneiden, nicht ihn zu vergrößern, heißt es im Grußwort der Kämmerin auf der Dialog-Plattform. Eines der am heißesten diskutierten Themen bisher: Finanzielle Unterstützung für die Alemannia Aachen.

Der Dialog lief gestern mit kurzen Startschwierigkeiten an: Wer am Montagmorgen mündiger Bürger spielen wollte, musste notgedrungen erst einmal stumm bleiben – digital sprachlos sozusagen. Erst quasi kurz vor zwölf ging sie an den Start, die zweite Onlinebefragung zum Thema Haushalt, berichtet die Aachener Zeitung in einem Artikel. Trotz des holprigen Starts lief die Beteiligung bisher aber gut an: 425 Teilnehmer registrierten sich bisher und gaben 39 Vorschläge ab.  Zur Teilnahme am Verfahren müssen die Bürger sich mit Ihrer E-Mailadresse auf der Plattform registrieren. Das war bei der Erstauflage ein Hauptkritikpunkt. Beliebig oft konnte die Seite angeklickt werden, Abtimmen im Sekundentakt quasi. Was für viele eine absolute Verfälschung der Daten darstellte, heißt es dazu in der Aachener Zeitung.

Link zur Plattform des Aachener Bürgerhaushaltes

Link zum Artikel der Aachener Zeitung

Wir gratulieren der Stadt Aachen zum Einstieg in den Bürgerhaushalt und haben den Status der Stadt auf „E“ wie Einführung gesetzt.

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Aachen: Fragenkatalog zur Haushaltsplanung

Die Stadt Aachen will ihren Bürgern ab Ende Januar eine Beteiligungsmöglichkeit am städtischen Haushalt bieten: Im Rahmen einer Internetumfrage sollen die Haushaltsvorschläge der Stadt zur Bewertung stehen.

Der Fragenkatalog wird laut einem Bericht der Aachener Zeitung unter anderem Themen wie eine Gewerbe‑ und Grundsteuererhöhung sowie die Erhöhung der Eintrittspreise des Aachener Theaters beinhalten. Der genaue Inhalt sei bisher aber noch unbekannt: Die Vorlage für den Finanzausschuss am 18. Januar, die jetzt in den Mehrheitsfraktionen diskutiert wurde, wird der Öffentlichkeit noch vorenthalten – nicht einmal allen CDU-Fraktionsmitgliedern lag die Liste dem Vernehmen nach schriftlich vor.

Die Internetbefragung wird voraussichtlich am 20. Januar online gehen; die Ergebnisse werden in die Haushaltsberatungen des Rats im April einfließen.

Link zum vollständigen Artikel der Aachener Zeitung

Wir haben den Status der Stadt Aachen in „E“ wie Einführung abgeändert.

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Aachen (PLZ 52058)

Standortdaten

Stadt/Kommune

Name: Aachen

Postleitzahl: 52058

Status: Einführung


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