Bürgerumfrage

 

Freiburger Beteiligungshaushalt: guter Rücklauf der Umfrage absehbar

Städteumfrage zu Beteiligungsformen bei „Kommunalen Bürgerhaushalten“ zeigt: Freiburgs Pilotprojekt zu Gender Budgeting mit vielseitigen Beteiligungsmöglichkeiten

Eine Umfrage der Stadt Mannheim unter 19 deutschen Städten zeigt, dass die Teilnahmemöglichkeiten beim Freiburger Beteiligungshaushalt vielseitig und umfangreich sind. Erst vor zehn Tagen startete das Freiburger Verfahren zum Doppelhaushalt 2009⁄2010 mit der repräsentativen Bürgerumfrage, bei der 5000 Haushalte zu städtischen Themen allgemein aber auch zu den speziellen Themen Finanzen und Haushalt befragt werden. Bislang gibt es rund 1000 Rückläufe, so dass eine gute Beteiligungsquote absehbar ist. Die umfassende Infophase des Beteiligungshaushaltes beginnt im März nächsten Jahres. Dabei wird es vier dezentrale Informations‑ und Diskussionsveranstaltungen geben. Zusätzlich wird ein Infobus unterschiedliche Orte und Veranstaltungen im Stadtgebiet anfahren, um für das Verfahren zu werben und Informationen vor Ort weiterzugeben. Neben der Stadtkonferenz im Juni, auf der die Teilnehmenden den Gesamthaushalt und seine Gewichtung aus verschiedenen Blickwinkeln diskutieren, sind außerdem Beteiligungsmöglichkeiten im Internet mit Haushaltsrechner und Online-Diskussionsforen sowie Umfragen geplant.

Die Auswertung der Mannheimer Umfrage zeigt, dass Freiburg ähnlich wie die Verfahren in Berlin-Lichtenberg oder Erfurt versucht, ein breit gefächertes Beteiligungsangebot zu bieten und die Bürgerschaft durch einen Mix aus Diskussionsmöglichkeiten vor Ort, begleitenden Umfragen oder über das Internet einzubinden. Ziel des Freiburger Verfahrens ist es, ein breites Bevölkerungsspektrum für den Prozess zu aktivieren und dafür zu sorgen, dass auch beteiligungsferne Personen über Multiplikatoren daran teilnehmen können. Das Deutsche Forschungsinstituts für öffentliche Verwaltung in Speyer, das den Bürgerhaushalt in Berlin – Lichtenberg eingehend untersucht hat, lobte dort den Einsatz dieser methodischen Vielfalt mit dem Ziel der Aktivierung von Bürgerinnen und Bürgern ausdrücklich.

Dadurch, so die Evaluation des Instituts aus dem Jahr 2006, sei es gelungen, eine große Zahl von Bürgerinnen und Bürgern für die Teilnahme am Bürgerhaushalt zu motivieren und mobilisieren. Zudem habe der Medienmix bei der Repräsentativität, wie auch bei der Einflussnahme auf das Verfahren durch einzelne Interessengruppen eine ausgleichende Funktion gehabt. In der Evaluation wird auch auf die Schwierigkeiten eines lang dauernden Verfahrens hingewiesen. Je länger das Verfahren dauert, desto weniger nehmen nicht organisierte Bürgerinnen und Bürger daran teil.

Aus diesem Grund werden die intensiven bürgerschaftlichen Beratungen auf der eineinhalbtägigen Stadtkonferenz stattfinden. Dort soll die Bürgerschaft über die Gewichtung von städtischen Leistungen sowie die Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse von Männern und Frauen diskutieren. Dieses Ergebnis wird dann im Herbst nächsten Jahres dem Gemeinderat vorgelegt, der die Ergebnisse im Rahmen seiner Haushaltsberatungen beraten wird.

Mit der Fragestellung des Gender Budgetings, also der Frage nach den Auswirkungen auf die unterschiedlichen Lebensverhältnisse von Frauen und Männern, hat der Freiburger Beteiligungshaushalt zudem einen einzigartigen Pilotcharakter unter den insgesamt 19 angefragten Städten, wie der Umfrage zu entnehmen ist. Aufgrund der Berücksichtigung von Gender Mainstreaming wird der Freiburger Beteiligungshaushalt zudem von der Landesstiftung Baden-Württemberg gefördert, um die Relevanz dieses Verfahrens auch für andere Städte auszuloten.

Für Freiburg wird mit starkem Interesse der Bürgerschaft gerechnet, nachdem bereits die Auftaktveranstaltung Mitte September sehr gut besucht war.

Weitere Informationen unter www.freiburg.de/beteiligungshaushalt

(Pressemitteilung der Stadt Freiburg)

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Start für ersten Baustein des Freiburger Beteiligungshaushaltes

Bürgerumfrage diesmal mit Schwerpunkt zu haushaltsrelevanten Fragen – Ergebnisse werden bei späteren Beteiligungsschritten und in Gesamtergebnis berücksichtigt

Wofür soll die Stadt Freiburg mehr Geld ausgeben als bisher, und wo sollte sie stattdessen sparen? Der Gemeinderat hat beschlossen, diese Frage, die er bisher selbst beantworten musste, jetzt einmal der Bürgerschaft zu stellen. Aufgabenstellung wird sein, städtische Leistungen unter Berücksichtung der Auswirkungen auf Menschen in unterschiedlichsten Lebenslagen zu gewichten.

Zwischen März und Juni 2008 bestehen für die Bürgerschaft vielfältige Gelegenheiten, ausführlich mitzureden und mitzurechnen. In verschiedenen Phasen dieses in Kooperation mit der Landesstiftung Baden‑ Württemberg durchgeführten Projektes wird es zahlreiche Angebote zur Information und Diskussion geben und auch im Internet wird es die Möglichkeit geben, sich über Foren und einen Haushaltsplaner zu beteiligen und mitzudiskutieren.

Abschluss des mehrmonatigen Verfahrens im nächsten Jahr wird eine zweitägige Stadtkonferenz Ende Juni sein. Sämtliche Bausteine werden dann zu einem Gesamtergebnis zusammengeführt werden, das dann den Gemeinderätinnen und Gemeinderäten vorgelegt wird. Was der Gemeinderat mit dem Ergebnis der Bürgerinnenbeteiligung macht, wird sich dann in den Haushaltsberatungen zum Doppelhaushalt im Herbst nächsten Jahres zeigen.

Den Auftakt des Verfahrens bildet jetzt eine Umfrage, für die 5.000 repräsentativ aus dem Melderegister ausgewählte Bürgerinnen und Bürger angeschrieben werden. Einem Brief des Oberbürgermeisters liegt ein 27 Fragen umfassender Erhebungsbogen bei. Die Teilnahme ist freiwillig. Alle Angaben unterliegen den Anforderungen des Datenschutzes und werden ohne Namensangabe beim Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung gespeichert. Sie sind ausschließlich für zusammenfassende und statistische Auswertungen bestimmt.

„Um ein möglichst umfassendes Meinungsbild zu erhalten und um sichere Grundlagen für eine an den Interessen der Bürgerinnen und Bürger orientierte Kommunalpolitik zu schaffen“, bittet Oberbürgermeister Dieter Salomon in seinem Schreiben, die Fragen zu beantworten. Die Ergebnisse sollen bis Ende Februar vorliegen.

Vorrangiges Interesse der Bürgerumfrage zum Beteiligungshaushalt sind haushaltsrelevante Fragen: So wird Auskunft darüber gewünscht, wie gut man sich über städtische Finanzen informiert fühlt und wie man die Gewichtung der Ausgaben gegebenenfalls ändern würde. Dabei ist es möglich, anhand 29 konkreter Projekte wie Schwimmbäder oder Betreuungsangebote eigene Schwerpunkte zu setzen. Darüber hinaus werden die Teilnehmenden gebeten, Fragen zur Beteiligung am politischen Geschehen sowie zur eigenen Person zu beantworten. Alle Befragten haben zudem die Möglichkeit über Angabe der E-Mail-Adresse oder Telefonnummer an weiteren Befragungen im späteren Verlauf des Verfahrens teilzunehmen.

www.freiburg.de/beteiligungshaushalt

(Pressemitteilung Stadt Freiburg im Breisgau)

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