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	<title>Bürgerhaushalt.org &#187; Checkliste</title>
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	<description>Alles zu Bürgerhaushalten in Deutschland</description>
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		<title>Checkliste f&#252;r einen B&#252;rgerhaushalt</title>
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		<pubDate>Mon, 21 May 2007 15:00:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten Herzberg</dc:creator>
				<category><![CDATA[Grundlagen]]></category>
		<category><![CDATA[Checkliste]]></category>

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		<description><![CDATA[In der einschl&#228;gigen Ratgeber&#8209; und Best-Practice-Literatur werden h&#228;ufig Empfehlungen gegeben, ja ganze Kataloge zusammengestellt, anhand derer neue Verfahren eingef&#252;hrt werden sollen. Ich pers&#246;nlich stehe dieser Herangehensweise kritisch gegen&#252;ber. Eine Checkliste suggeriert, dass man sie nur befolgen m&#252;sse, und alles liefe wunderbar und wie von selbst. Mit Checklisten verh&#228;lt es sich mitunter so, wie mit der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der einschl&auml;gigen Ratgeber&#8209; und Best-Practice-Literatur werden h&auml;ufig Empfehlungen gegeben, ja ganze Kataloge zusammengestellt, anhand derer neue Verfahren eingef&uuml;hrt werden sollen. Ich pers&ouml;nlich stehe dieser Herangehensweise kritisch gegen&uuml;ber. Eine Checkliste suggeriert, dass man sie nur befolgen m&uuml;sse, und alles liefe wunderbar und wie von selbst. Mit Checklisten verh&auml;lt es sich mitunter so, wie mit der Verfassungswirklichkeit in manchen lateinamerikanischen Staaten: Formal gesehen handelt es sich um eine Demokratie, doch die Realit&auml;t kann ganz anders aussehen. Es macht eben einen Unterschied, ob die in den Institutionen arbeitenden Menschen von der Demokratie &uuml;berzeugt sind oder nicht. Auf den B&uuml;rgerhaushalt &uuml;bertragen bedeutet dies: Ein Verfahren kann nur funktionieren, wenn bei den betroffenen Akteuren der entsprechende Wille zur Partizipation existiert und ausreichende Ressourcen zu ihrer Umsetzung zur Verf&uuml;gung stehen.</p>
<p>Nehmen wir einmal an, diese beiden Voraussetzungen seien gegeben, so m&ouml;chte ich trotz aller Bedenken gegen eine Best-Practice-Ideologie folgende Prinzipien zur Diskussion stellen, die auf B&uuml;rgerhaushalte unterschiedlicher Auspr&auml;gung  bezogen werden k&ouml;nnen.</p>
<p><strong>Prinzip Nr.&#160;1: Holen Sie sich die Unterst&uuml;tzung des Rates! </strong><br />
In vielen St&auml;dten ist die Einf&uuml;hrung von B&uuml;rgerhaushalten gescheitert, weil Ratsmitglieder eine Entmachtung bef&uuml;rchteten. Entgegen aller Aufkl&auml;rungsversuche h&auml;lt sich hartn&auml;ckig die Vorstellung, dass beim B&uuml;rgerhaushalt &bdquo;B&uuml;rger&ldquo; statt &bdquo;Politiker&ldquo; entscheiden. Auch wenn die Delegation eines Teilbudgets m&ouml;glich ist, bleibt die Entscheidung &uuml;ber den Gesamthaushalt stets beim Rat. Vor diesem Hintergrund scheint es sinnvoll zu sein, die Ratsmitglieder wie aber auch andere lokale Akteure bei der Erarbeitung eines Konzeptes mit einzubeziehen.</p>
<p><strong>Prinzip Nr.&#160;2: &Uuml;bertreiben Sie es mit dem Konsens nicht! Fangen Sie an!</strong><br />
Die Unterst&uuml;tzung muss ausreichend sein, damit der B&uuml;rgerhaushalt nicht vom Rat gestoppt wird. Seien Sie sich jedoch bewusst, dass es immer Zweifler gibt, die nie oder erst im Laufe des Verfahrens &uuml;berzeugt werden. Ein Konzept kann auch zerredet werden, bzw. kann der B&uuml;rgerhaushalt zum Spielball der Parteien werden, z.B. dann, wenn sich manche mit dem Thema in der &Ouml;ffentlichkeit profilieren wollen und Anforderungen an einen B&uuml;rgerhaushalt stellen, die selbst die B&uuml;rger von Porto Alegre vor Neid erblassen lie&szlig;en.</p>
<p><strong>Prinzip Nr.&#160;3: Binden Sie die B&uuml;rger bzw. die Verwaltung/Politik ein!</strong><br />
Es geht hierbei um die Vorbereitung einer zahlenm&auml;&szlig;ig hohen Beteiligung. Der Begriff &bdquo;B&uuml;rgerhaushalt&ldquo; erkl&auml;rt sich nicht von  allein. Von daher macht es Sinn, aktive B&uuml;rger bei der Verfahrensentwicklung mit einzubinden. Sie sind die &bdquo;Experten&ldquo; der Partizipation und k&ouml;nnen sagen, an welchen Themen die B&uuml;rgerschaft ein Interesse hat und an welchen nicht. Sollten Sie Teil einer B&uuml;rgergruppe sein, die einen B&uuml;rgerhaushalt einfordert, sollten Sie andersherum Verwaltung und Politik einbeziehen. Denn: ohne den B&uuml;rgermeister und den K&auml;mmerer zu &uuml;berzeugen, hat ein B&uuml;rgerhaushalt keine Chance.</p>
<p><strong>Prinzip Nr.&#160;4: Bereiten Sie die Verwaltung vor!</strong><br />
Der Erfolg von Partizipation h&auml;ngt davon ab, ob sie von den Kollegen in der Verwaltung als Chance oder als Bedrohung wahrgenommen wird. Zu einer guten Vorbereitung k&ouml;nnen u.a. eine Diskussion &uuml;ber das Verfahren sowie Schulungen in Moderation und anderen Techniken geh&ouml;ren. Bedenken Sie auch, dass der B&uuml;rgerhaushalt eine zus&auml;tzliche Aufgabe darstellt, f&uuml;r die ein Ausgleich bzw. eine Entlastung an anderer Stelle zu schaffen ist.</p>
<p><strong>Prinzip Nr.&#160;5: Kl&auml;ren Sie, wie weit die Kompetenz&uuml;bertragung gehen soll!</strong><br />
Bei vielen Formen der B&uuml;rgerbeteiligung werden die Ergebnisse der Diskussion von der Verwaltung bzw. von der Politik zusammengefasst. Bei manchen B&uuml;rgerhaushalten wird dies &uuml;berwunden und eine neue Qualit&auml;t der Partizipation erreicht, indem die Teilnehmer durch eine Abstimmung eine Reihenfolge ihrer Vorschl&auml;ge festlegen. Diese hierarchisierte Liste wird der Verwaltung/dem Rat zur endg&uuml;ltigen Entscheidung &uuml;bergeben. Noch einen Schritt weiter w&uuml;rde man gehen, wenn der B&uuml;rgerschaft ein Fonds &uuml;bergeben wird, &uuml;ber den sie mittels geeigneter Verfahren (z.B. Zufallsauswahl der Jury) entscheiden kann.</p>
<p><strong>Prinzip Nr.&#160;6: Passen Sie das Verfahren Ihren Zielen an!</strong><br />
Ein B&uuml;rgerhaushalt dient der Partizipation der B&uuml;rger. Dar&uuml;ber hinaus kann er mit weiteren Zielen verbunden werden, wie z.B. der politischen Bildung der B&uuml;rger, der Modernisierung der Verwaltung oder der sozialen Entwicklung einer Stadt oder eines Quartiers. Dementsprechend sind die an die B&uuml;rgerschaft zu stellenden Fragen anzupassen, sowie der Gegenstand der Beteiligung (Produkte, Investitionen, Normen), die Art und der Umfang der Diskussion (Teilnehmer, Anzahl, Regelm&auml;&szlig;igkeit etc.) und der Grad der zu &uuml;bertragenden Entscheidungskompetenz (Hierarchisierung durch die B&uuml;rger, Budgetdelegation).</p>
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