E-Partizipation

 

Auftakt Bürgerhaushalt in Köln

Aus der KölnAgenda Seite:

„Wenn am 22. Oktober um 18 Uhr der Kölner Bürgerhaushalt mit einer zentralen Auftaktveranstaltung im Gürzenich startet, ist dies gleich in dreifacher Hinsicht eine Kölner Premiere. Neben dem Beteiligungsangebot an die Bürger/innen wird der Haushalt das erste Mal nach den Vorgaben des neuen Kommunalen Finanzmanagements eingebracht. Zugleich erblickt die für den Kölner Bürgerhaushalt leitende ‚E-Partizipation-Plattform’ das Licht der Öffentlichkeit, die in Zukunft die Bürgerbeteiligung via Internet vermehrt ermöglichen soll.

Bundesweit bisher einmalig, wird erstmals ein Call-Center in das Verfahren einbezogen. Dort können Bestellwünsche für die Haushaltsbroschüre entgegengenommen, grundlegende Fragen zum Bürgerhaushalt beantwortet und auch direkt Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger zum Haushalt 2008 in ein speziell entwickeltes Formular aufgenommen werden. Hierdurch kann die schriftliche Beteiligungsmöglichkeit der Bürgerschaft wesentlich vereinfacht und der Versand von Fragebögen reduziert werden. Zugleich wird zumindest beim Bürgerhaushalt 2008 auf dezentrale Bürgerversammlungen verzichtet.

Die Macher des Bürgerhaushaltes, allen voran die Kämmerei und die E-Government und Online-Dienste arbeiten derzeit unter Hochdruck: Umfangreiche Werbemaßnahmen sind vorgesehen, Anfang Oktober soll das Verfahren der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nachdem am 18.10.07 der Haushalt in der Rat eingebracht wird, findet die eigentliche Konsultation der Bürger/innen in der Zeit vom 22.10.07 – 19.11.07 statt. Im Vordergrund stehen dabei die Produktbereiche ‚Straßen, Wege, Plätze’, Grünflächen und Sport. Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Kölner Bürgerhaushalt in vielen Bereichen Neuland betritt, z.T. mit europaweiter Vorreiterrolle – ein Umstand, den Kritiker berücksichtigen sollten.“

Links zum Originalbeitrag

Weitere Informationen zum Bürgerhaushalt in Köln auf den Seiten der KölnAgenda finden Sie hier.

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Bezirksbürgermeisterin Lichtenberg: Bürgerhaushalt ist normales Dienstgeschäft geworden

Der Lichtenberger Bürgerhaushalt geht in die 3. Runde

Für den Haushalt 2009 werden ab dem 3.9.2007 über 6 Wochen in 13 Stadtteilkonferenzen Vorschläge gesammelt und durch Voten in eine Rangfolge gebracht. In der gleichen Zeit steht auch das Internet als weiterer Beteiligungskanal zur Verfügung (E-Partizipation): Auch dort können Vorschläge abgegeben werden und durch die Vergabe von Pro‑ oder Contra-Chips bewertet werden. Die Vorschläge bzw. Voten aller 13 Stadtteilversammlungen und aus dem Internet werden zusammengeführt (jeweils 10 = 140) und durch eine Redaktion (gewählt in den Stadtteilkonferenzen und im Internet) redaktionell bearbeitet, bevor sie dann als überarbeitete Liste erneut zu einer Abstimmung (per Post oder Internet) den Bürger/innen vorgelegt werden. Abschließend werden die so gewählten Vorschläge (Rangliste aller Vorschläge) im Rahmen einer Abschlussveranstaltung an die Bezirksverordnetenversammlung übergeben.

Zur Disposition und Diskussion stehen die sogenannten steuerbaren Produkte, also alle freiwilligen Ausgaben wie Bibliotheken, Musikschule, usw.

In einem Interview des Inforadio.de wird die Bürgermeisterin des Bezirks Lichtenberg, Christina Emmrich, u.a. dazu befragt, auf welche Ressonanz das Verfahrensangebot der Verwaltung stoßen würde. Demnach nahmen im letzten Jahr 2006 (für den Haushalt 2008) 4000 Lichtenberger und Lichtenbergerinnen teil. Auf dem ersten Blick könnte man fast der interviewführenden Journalisten des Inforadio.de, die das Interview mit „Demokratie stößt auf wenig Interesse“ betitelt, zustimmen. Denn 4000 erscheinen auf dem ersten Blick gering bei einer Einwohnerzahl von 260.000. Aber im Vergleich zu Haushaltsaufstellungen ohne Bürgerbeteiligungshaushalte – in ganz Deutschland dürfte dann die Beteiligung egal in welcher Kommune gegen „Null“ tendieren – ist dies eine durchaus ansehnliche Zahl. Frau Emmrich geht in dem Interview davon aus, dass durch die Ausweitung der Stadtteilkonferenzen von 5 (letztes Verfahren) auf jetzt 13 die Teilnehmerzahl im Lichtenberger Bürgerhaushaltsverfahren noch weiter steigen wird.

Interessant ist die Aussage der Bezirksbürgermeisterin, dass der Lichtenberger Bürgerbeteiligungshaushalt mittlerweile zum normalen Dienstgeschäft, also ein selbstverständlicher Teil des Verwaltungshandelns geworden sei. Allerdings hätte man auch in Lichtenberg zunächst die Hürde des 1. Verfahrens, das immer viel aufwändiger sei als die Folgeverfahren, nehmenn müssen.

„Der eigentliche Aufwand hält sich schon in Grenzen. Und wenn man ihn vergleicht mit dem was man da erlebt an Diskussionen, an Vorschlägen, an Engagement, dann ist es gar keiner“.

Das ganze Interview mit der Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich können Sie hier hören.

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„Esslinger Haushalt im Dialog“ – Ein frühes Pilotprojekt im Internet

Das Projekt „Esslinger Haushalt im Dialog“ wurde 2003 durchgeführt. Es war das erste Bürgerhaushaltsverfahren in Deutschland dieser Art, in der das Internet nicht nur zur Information, sondern auch für den Dialog mit den Bürger/innen eingesetzt wurde.

Das Verfahren wurde in 2 Online-Phasen im Internet und 3 Vor-Ort-Veranstaltungen durchgeführt (vgl. Abbildung „Verfahrensablauf“). Die Präsenzveranstaltungen wurden als „typische Bürgerversammlungen“ realisiert, also mit starken Informationscharakter. In der Auftaktveranstaltung wurde über den Haushalt der Stadt Esslingen informiert und über die Beteiligungsmöglichkeiten via Internet. In der ersten, 4-wöchigen, Online-Phase (“Informations‑ und Themensammlung“) wurde im Internet ausführlich über den Haushalt informiert (“Bibliothek“) und durch die Teilnehmer/innen Themen gesammelt, aber auch schon konkrete Vorschläge gemacht (in moderierten Diskussionsforen). Die so eingebrachten und im Internet diskutierten Ideen wurden anschließend durch die Redaktion gesichtet und nach zuvor festgelegten Kriterien (insbesondere: „Entscheidungsspielraum vorhanden?“) ausgewertet und zu Themen für die 2. Online-Phase (“Vertiefungsphase“) zusammengefasst. In dieser 2. Online-Phase (2-wöchig), diesmal durch zuvor geschulte Esslinger Bürger moderiert, wurden die Themen in einem weiteren Online-Dialog vertieft und weitere Sparvorschläge entwickelt. Die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung wurden in einer Abschlussveranstaltung präsentiert und im Internet in Form einer Dokumentation zusammengefasst zur Verfügung gestellt.

Auch wenn das Projekt aus heutiger Sicht nicht mehr dem Stand-der-Kunst entspricht, weist es Ansätze in der Verfahrensgestaltung und Umsetzung auf, die wichtige Impulse für andere Verfahren geben (können). Dazu gehören etwa:

–> Der Versuch ein medien‑übergreifendes Verfahren zu realisieren, also die Verbindung von Vor-Ort-Veranstaltungen mit dem Internet. Dieser Ansatz wurde beispielsweise im Bürgerhaushalt Lichtenberg aufgenommen und dort erfolgreich umgesetzt (Mehr unterschiedliche Teilnehmer/innen durch unterschiedliche Beteiligungsmöglichkeiten). In Esslingen hingegen wurde kritisiert, dass die Vor-Ort-Veranstaltungen nicht interaktiv genug gestaltet wurden (Schwerpunkt des Projektes lag im Internet).

–> Bürger/innen und Verwaltungsmitarbeiter/innen wurden als Online-Moderatoren ausgebildet und eingesetzt. Eine Beteiligung der Bürger/innen nicht nur im Verfahren, sondern auch bei der eigentlichen Realisierung und Umsetzung wird wohl in Zukunft eine größere Rolle spielen: Sollen Verfahren institutionalisiert, also fester Bestandteil des Verwaltungshandelns werden, ist auch ein höheres Engagement der Bevölkerung notwendig. Einerseits, um Verfahren kosteneffizient durchführen zu können. Andererseits, um auch die Realisierung und Weiterentwicklung im engen Kontakt mit den Adressaten zu ermöglichen. Zudem ist auch die Entwicklung von Verfahrens‑ bzw. Moderations-Know-how in der Verwaltung notwendig. Auch dieser Punkt wurde in Lichtenberg realisiert: Moderation des Internet-Dialoges zunächst teilweise dann hauptsächlich durch Verwaltungsmitarbeiter/innen.

–> Neben einer Online-Moderation wurde in Esslingen eine „Redaktion“ installiert, die als Scharnier zwischen Bürger/innen (die Informationsfragen in den Diskussionsforen stellten) und den Fachverwaltungen fungierte: Informationsanfragen wurden an die Fachverwaltungen weitergeleitet, Antworten, durch die Redaktion koordiniert und zusammengefasst, in die Diskussionsforen eingespeist. Dadurch konnte eine bedarfsorientierte und zügige Beantwortung von Fragen gewährleistet werden. Und durch die Redaktion konnten zudem Mitarbeiter in den Verwaltungen dazu motiviert werden, Informationen selbst in die Foren einzustellen. Insbesondere Letzteres wurde sehr positiv durch die Teilnehmer/innen bewertet: Eine Verwaltung, die in den Dialog mit Teilnehmer/innen tritt. Ein Konzept, das zunehmend auch in anderen Verfahren, wie z.B. Lichtenberg oder Köln beobachtet werden kann.

–> Die Evaluation des Verfahrens: Evaluation wird leider in vielen Projekten zur Öffentlichkeitsbeteiligung immer noch sehr stiefmütterlich behandelt. In Esslingen wurde eine Evaluation durchgeführt und dadurch Schwachpunkte des Verfahrens aufgedeckt (z.B.: zu geringe Öffentlichkeitsarbeit für das Verfahren, zu geringe Einbettung/politische Relevanz des Verfahrens). Nur durch eine begleitende Evaluation und/oder abschließende Evaluation können Verfahren systematisch verbessert werden und, regelmäßig durchgeführt, Veränderungen (z.B. in der Zusammensetzung der Teilnehmerschaft) beobachtet werden. (Kritisch anzumerken ist im Falle Esslingens, dass dort das Verfahren und die Evaluation vom gleichen Akteur durchgeführt wurde – dies ist zwar kein grundsätzlicher Widerspruch. So evaluiert etwa die Verwaltung der Stadt Hilden ihre Bürgerhaushalte jährlich mit Hilfe eines Fragebogens selbst. Dennoch ist es sinnvoll, bei Pilotprojekten zunächst eine externe Evaluierung zu beautragen, letztlich auch, um so methodischen Know-how zu gewinnen).

Das Pilotprojekt wurde evaluiert und ausführlich dokumentiert: Projektbericht [PDF | 1MB] . Auch sind (noch immer) die fast musealen Internetseiten des Dialoges“ online.

Abschließend bleibt noch zu sagen, dass das Pilotprojekt „Haushalt im Dialog“ leider nicht fester Bestandteil der Beteiligungskultur der Stadt Esslingen wurde. Dazu mag es verschiedene Gründe geben. Ein gewichtiger war (und ist?) der fehlende politische Wille der Mehrheit der Ratsmitglieder, ein Verfahren dieser Art als festen Bestandteil zur aktiveren Einbeziehung der Bürger zu fördern. Vielleicht deshalb, weil auch in Esslingen durch den Bürgerhaushalt typische Vorurteile zutage traten: „Die Bürger würden über den Haushalt entscheiden“, „Der Bürger seien nicht zur qualifizierten Auseinandersetzung mit dem Haushalt in der Lage“ oder „Die Bürger würden nur Wünsche äußern, was zu zusätzlichen Ausgaben führen würde“ … .

Oliver Märker

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Hamburg: E-Partizipation wird an Bedeutung gewinnen

Quelle: www.demos-monitor.de
Autor: Rolf Lührs, 28. Mai 2007

Dr. Verena Lappe (GRÜNE), Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft und Sprecherin für Frauen und Sport sowie Mitglied des Haushaltsausschusses über E-Partizipation in Hamburg und die Internetdiskussion zur Hamburger Haushaltsplanung.

Ein Interview mit Rolf Lührs. Lesen Sie mehr auf www.demos-monitor.de

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Frankfurt: „Wenn Bürger über ihre Stadt nachdenken“

Beitrag aus der FR-Online von Jüren Schultheis:

Frankfurt baut eine Brücke, die niemand sehen kann. Eine Brücke, die mitten in den Römer führt und die Bürger mit denen verbinden soll, die sie regieren. Eine Brücke, die den Weg frei macht für das wertvollste Gut, das die Stadt in ihrer Mitte hat – für die Ideen und Gedanken der Menschen, die hier leben und die mitarbeiten wollen an einer Zukunft, die ein bisschen besser sein soll als die Gegenwart. Elektronische Bürgerbeteiligung heißt das Bauwerk, und Markus Frank und Olaf Cunitz, die Fraktionschefs der CDU und der Grünen im Frankfurter Römer, haben den Vorschlag gemacht, diese Brücke zu bauen.

Die Pläne für den Bau sind zwar noch nicht gezeichnet, der Magistrat prüft gerade Sinn und Zweck des Bauwerks und wird wohl zum Ende der Sommerferien am 20. August vortragen, zu welchem Ergebnis er gekommen ist. Aber Einigkeit herrscht in diesen Tagen schon im Parlament, dass man die Bürger stärker beteiligen möchte an den manchmal schwierigen Diskussionen über die großen Projekte der Stadt. Diskussionen, die auch für Parlamentarier schon deshalb schwierig sind, weil die Welt komplizierter und das Wissen so komplex geworden ist, dass jede Hilfe der Sache nur dienen und eine gute Entscheidung nur befördern kann.

Frankfurts Bürger sollen sich online und interaktiv in die Kommunalpolitik einbringen können, hatte CDU-Fraktionschef Frank Ende Mai gesagt. Instrumente der Stadtpolitik und die Möglichkeiten der Teilhabe sollen deshalb modernisiert und erweitert werden. Bürgerfreundlicher soll die Stadt werden und die Menschen einen leichteren Zugang zur Politik haben, setzt Cunitz hinzu, der von einem „niedrigschwelligen Angebot“ spricht.

nternet-basierte Bürgerbeteiligung ist kein neues Thema für die Städte in Deutschland. Fast alle größeren Kommunalverwaltungen haben längst ihr Tor auch im Netz der Netze geöffnet und erleichtern es ihren Bürgern, sich Informationen oder Unterlagen zu beschaffen. Doch die Möglichkeiten, die das Medium bietet, sind längst nicht ausgeschöpft. Das Fraunhofer Institut für Autonome Intelligente Systeme geht etwa davon aus, dass die Möglichkeiten der Internet-basierten Bürgerbeteiligung nicht einmal annähernd ausgeschöpft sind. Zwar liegt eine Großstadt wie Frankfurt in der Spitzengruppe der Städte, die solche Zugänge aufgebaut haben, wie aus einer Studie der Initiative eParticipation hervorgeht, ein Zusammenschluss aus zehn elektronischen Dienstleistern und wissenschaftlichen Institutionen in Deutschland. Aber auch Spitzenreiter wie Berlin, Essen, Osnabrück und Stuttgart seien noch weit davon entfernt, „echte E-Partizipations-Metropolen zu sein. Die positiven Chancen von E-Partizipation zu mehr Bürgernähe und Bürgerzufriedenheit werden noch lange nicht umgesetzt“, heißt es im zweiten Website-Ranking der Initiative.

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