Finanzkrise

 

13. Bayerischer Budgetierungs‑ und Finanzkongress

15. und 16. Juni 2010
Augsburg

Zeughaus Augsburg
Zeugplatz 4
86150 Augsburg
Tel. (0821) 324 – 39 60
zeughaus.stadt@augsburg.de

Zielgruppe:
Bürgermeister, Landräte, Kämmerer, Leiter Finanzabteilungen,
Controller, Rechnungsprüfer , Hauptamtsleiter und deren
Stellvertreter, Kassenverwalter

Die Auswirkungen der Finanz‑ und Wirtschaftskrise zwingt die kommunalen Haushalte zu teilweise drastischen Sparmaßnahmen. Die Schere zwischen sinkenden Einnahmen und steigenden Ausgaben wird immer größer. Können die Kommunen ihre öffentlichen Aufgaben noch in gewohntem Umfang und in der gewünschten Qualität erfüllen? Haushaltskonsolidierung bleibt ein wichtiges Thema und kurzfristig führt kein Weg an weiteren Sparmaßnahmen vorbei. Allerdings sind die Einsparmöglichkeiten bei vielen Kommunen ziemlich ausgeschöpft. Stellenabbau oder ein weiterer Verkauf von Vermögenswerten ist nicht mehr vertretbar.

Wie gehen Sie bei der Haushaltskonsolidierung systematisch vor? Welche erfolgreichen Praxisbeispiele gibt es? Können Bürger bei den Sparmaßnahmen eingebunden werden? Was bringen bislang wenig genutzte Maßnahmen wie kommunale Leistungsnetzwerke oder Shared Services? Zu diesen Fragen rund um die Haushaltskonsolidierung haben wir interessante Beiträge für Sie gefunden. Langfristig wird nur ein Umdenken in der kommunalen Finanzpolitik dafür sorgen, dass die Verwaltungen ihre Handlungsfähigkeit beibehalten.

Zukünftig wird es stärker auf eine strategische Steuerung ankommen. Aus diesem Grund haben wir auch in diesem Jahr das Thema „Steuerung“ am zweiten Tag auf die Agenda gesetzt. Steuerung mit Zielen, welche praktischen Erfahrungen gibt es und wie kann ein softwaregestütztes Führungssystem bei der systematischen Verfolgung der Ziele helfen? Abschließend haben wir die Leiterin des Europabüros der bayerischen Kommunen zu einem Überblick über die EU-Förderung für Kommunen eingeladen.

Die Einladung als PDF >>>

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Bürgerbeteiligte Haushaltskonsolidierung in Essen

Mitteilung der Stadt Essen zur Pressekonferenz am 29.4.2009 zum Start der Bürgerbeteiligung „Essen kriegt die Kurve!“

„Essen kriegt die Kurve“
Bürgerinnen und Bürger beteiligen sich am Haushalt

„Als Stadt in drohender Überschuldung ist Essen handlungsunfähig und wir können die Zukunft unserer Stadt nicht gestalten. Daher ist das Erreichen der Konsolidierungslinie alternativlos. Hierzu sind Haushaltsverbesserungen allein für 2010 von über 110 Millionen Euro notwendig“, so die deutlichen Worte von Oberbürgermeister Reinhard Paß Anfang März bei der Pressekonferenz zur Vorstellung des kommunalen Sparpaketes.

In der Tat ist die kommunale Selbstverwaltung in Essen bedroht, wenn die weiter wachsenden Schulden (aktuell rund drei Milliarden Euro) das gesamte städtische Vermögen übersteigen. Um eine solche Überschuldung, also den vollständigen Verbrauch des Eigenkapitals, noch abzuwenden, muss die Ruhrmetropole jetzt einen harten Konsolidierungskurs verfolgen. Alle Investitionen in freiwilligen Bereichen wie Kultur oder Sport wären sonst nahezu unmöglich.

Um jetzt „Die Kurve zu kriegen“ und die Überschuldung abzuwenden hat die Verwaltung ein Haushaltssicherungskonzept (HSK) mit rund 100 Vorschlägen für Einsparungen und Einnahmeerhöhungen entwickelt, das dem Rat der Stadt am kommenden Mittwoch (28.4.) zur Beratung vorgestellt wird. Einen Tag später, ab Donnerstag, 29. April, haben dann auch alle Bürgerinnen und Bürger erstmals in der Geschichte der Stadt Essen die Gelegenheit, sich drei Wochen lang im Internet über die einzelnen Sparvorschläge zu informieren, sie positiv oder negativ zu bewerten und sogar zu kommentieren.

Sparen geht fast immer mit Verzicht einher – insofern sind auch einige unpopuläre Sparvorschläge dabei. Als Link unter „www.essen.de“ oder direkt unter „www.essen-kriegt-die-kurve.de“ hat jeder die Möglichkeit, Einfluss auf die politische Willensbildung zu nehmen. Durch die Bewertung der Vorschläge können die Internetnutzer ihre Meinung abgeben, an welcher Stelle zuerst und wo gar nicht gespart werden sollte. Sie können damit dem Rat signalisieren, was ihnen wichtig oder weniger wichtig ist.

Wer über keinen heimischen PC mit Internetanschluss verfügt, für den stehen öffentliche Computer im Foyer des Rathauses, in der Volkshochschule, im Bürgeramt Gildehof, im Familienbüro und in den Bezirksvertretungsstellen Altenessen, Stoppenberg und Steele zur Verfügung.

Nach Abschluss der Beteiligungsphase werden alle Bewertungen und Bürgervorschläge ausgewertet, geprüft und nach Möglichkeit mit einem Sparpotential hinterlegt. Die Fraktionen beraten anschließend über die Sparvorschläge und können die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung in die politische Meinungsbildung mit einfließen lassen. Bei dem Essener Verfahren handelt es sich um ein öffentliches Forum; im Sinne einer maximalen Transparenz wird es daher keinerlei Beschränkungen geben. Die Stadtverwaltung wird während der Beteiligungsphase zeitnah auf die Vorschläge reagieren und wo es möglich ist, auch eine Rückmeldung zu Umsetzbarkeit veröffentlichen. Nach Abschluss der Beratungen und Entscheidungen, wird an alle Teilnehmenden über die Internetseite „www.essen-kriegt-die-kurve.de“ eine Rückmeldung gegeben, wie mit den Ergebnissen aus dem Bürgerhaushalt umgegangen wurde.

Hinweis an die Redaktionen:

Am kommenden Donnerstag (29.4.), 13 Uhr möchten wir Ihnen im Rathaus, Ratstrakt, 1. Etage, Raum R.1.17 (Saal Grenoble) das Internetportal zum Bürgerhaushalt gern persönlich vorstellen und Einzelheiten erläutern.

Ihre Gesprächspartner sind:
– Oberbürgermeister Reinhard Paß,
– Stadtkämmerer Lars-Martin Klieve,
– Dr. Oliver Märker, Zebralog GmbH & Co KG,
– Dr. Josef Wehner, Fraunhofer-Institut IAIS,
– Eberhard Kanski, Bund der Steuerzahler NRW,
– Reiner König, Projektleiter, Stadtkämmerei Essen,
– Gerhard Grabenkamp, Büroleiter des Stadtkämmerers.


DETLEF FEIGE
Pressesprecher
Presse‑ und Kommunikationsamt
Rathaus
Porscheplatz
45121 Essen
Telefon: 0201⁄88–88011
Internet: www.essen.de

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Beteiligungsphase von solingen-spart.de beendet – Dankesworte von Oberbürgermeister und Kämmerer

P R E S S E S T E Ⅼ L E
Gebäude Rathaus – Rathausplatz 1 (Altbau)
Pressestelle 0212⁄290–2111
Lutz Peters 0212⁄290–2132
Birgit Wenning 0212⁄290–2613
Sabine Rische 0212⁄290–2210
Fax 0212⁄290–2209
eMail pressestelle@solingen.de

(pa) Seit dem 25.März, 24 Uhr, ist die Beteiligungsplattform
www.solingen-spart.de geschlossen. Bürgerkommentare,
Vorschläge und Bewertungen bleiben aber weiterhin online und
können von allen Besucherinnen und Besuchern gelesen werden.
Auf der Startseite bedanken sich Oberbürgermeister und
Kämmerer bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie den
Organisatoren im Hintergrund:

Liebe Solingerinnen und Solinger,

„solingen-spart.de.“ war das erste Onlinebeteiligungsverfahren,
das die Stadt Solingen im Internet durchgeführt hat und die
überwältigende Beteiligung hat allen Recht gegeben, die sich für
dieses Verfahren ausgesprochen hatten:

Rund 3.600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern haben sich auf
solingen-spart.de registriert. Das heißt: rund zwei Prozent der
Solinger Bevölkerung haben sich aktiv über die Sparvorschläge
informiert und sie bewertet. Und sie haben mitdiskutiert – zum
Teil leidenschaftlich. Dazu kommen weit über 20.000
Internetnutzer, die solingen-spart.de ohne Anmeldung – also
lediglich als Leserin und Leser – besucht haben. Mit welchem
anderen Verfahren hätten wir so viele Menschen erreicht?

Seit dem 25. März ist die Beteiligungsphase
abgeschlossen. Was geschieht nun?

Bis Mitte Mai:
Ihre Pro‑ und Contra-Voten sowie die Vorschläge fließen in einen
Bericht für die Ratsfraktionen, der auch auf dieser Internetseite
veröffentlicht wird. Die Auswertung enthält auch die
Bürgervorschläge, die von der Verwaltung nach Möglichkeit mit
einem Sparpotential hinterlegt und kommentiert werden.

8. Juli.
Der Stadtrat trifft den „Haushaltsbegleitbeschluss 2010“ und
entscheidet damit auch über jeden Sparvorschlag. Der Rat hat
die schwerste Aufgabe: er muss Entscheidungen treffen, die
wohlerwogen sind und doch wegen der unvermeidbaren
Einschnitte niemanden glücklich stimmen dürften. Doch nur so
erhält Solingen eine Perspektive für die Zukunft.

Mitte Juli
Nach Abschluss der Beratungen und Entscheidungen erhalten
alle Teilnehmenden auf www.solingen-spart.de eine
Rückmeldung darüber, wie mit den Ergebnissen aus dem
Bürgerhaushalt umgegangen wurde, wo den Voten der
Bürgerinnen und Bürger gefolgt wurde und wo die Politik
möglicherweise anders entschieden hat. Diese Rückmeldung
erfolgt mit kurzen Begründungen in Form eines
Rechenschaftsberichtes.

Allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich in den letzten drei
Wochen auf solingen-spart.de eingebracht haben, sagen wir
unseren herzlichen Dank. Dank geht auch an die Moderatoren,
die darauf geachtet haben, dass die Regeln der Fairness
eingehalten wurden. Und an die Mitarbeiter der
Finanzverwaltung, die sich bemüht haben, die Fragen der
Bürgerinnen und Bürger zügig und kompetent zu beantworten.

Norbert Feith
Oberbürgermeister

Ralf Weeke
Stadtkämmerer

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Ansturm auf solingen-spart.de

Pressemitteilung der Stadt Solingen vom 8. März 2010. Nr. 152/pe – 08.03.2010.

(pa) „Kölner Verhältnisse“ registriert Oliver Märker vom
Beratungsunternehmen zebralog auf der Internetplattform
www.solingen-spart.de. Nur beim Kölner Bürgerhaushalt 2008
habe er eine ähnlich rege Teilnahme in den ersten Onlinetagen
erlebt. Doch Köln sei eine Millionenstadt. Auch wenn der
Zuspruch bis zum 25. März abflauen sollte, rechnet der Experte
damit, dass das Ziel, ein Prozent der Bevölkerung auf die
Beteiligungsplattform zu locken, erreicht, wenn nicht sogar
übertroffen wird.
Am Montag nachmittag, 16:30 Uhr, lagen folgende Nutzerzahlen
vor: 1.285 registrierte Teilnehmende, 6.482 Besucherinnen und
Besucher auf der Seite insgesamt; dazu kamen 1.654
Kommentare und rund 34.000 Pro‑ und Contra-Bewertungen.
Das heißt: durchschnittlich hatte jeder registrierte Nutzer rund
30 Sparvorschläge bewertet. Märker: „Und das nach vier Tagen
 – das sind im Vergleich zu anderen Bürgerhaushalten
hervorragende Beteiligungszahlen.“ Ab Dienstag morgen wird
die Startseite um eine sogenannte „Statistikbox“ erweitert –
dann kann jeder Internetnutzer die Teilnehmerzahlen selbst
verfolgen.

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Solinger Bürgerinnen und Bürger helfen ihrer Stadt beim Sparen

Pressemitteilung der Stadt Solingen, 4.3.2010

(pa) Heute um 18 Uhr geht der Solinger Bürgerhaushalt im
Internet online. Unter der Adresse „www.solingen-spart.de“ ist
vom 4. bis zum 25. März eine Internet-Plattform geschaltet, auf
der 78 Sparvorschläge des Solinger
Haushaltssicherungskonzeptes diskutiert und bewertet werden
können.

„Bürgerhaushalte“, auch elektronische gab es zwar schon in
anderen deutschen Städten – Solingen geht trotzdem neue
Wege. Neu ist: Solingens Bürger sind aufgerufen, ihrer Stadt
beim Sparen zu helfen und nicht, Vorschläge für neue Ausgaben
und Leistungen zu machen. Denn die „Klingenstadt“ muss bis
2013 ihr Defizit um 45 Millionen Euro reduzieren. Sonst droht ihr
womöglich die Entsendung eines „Staatskommissars“ durch die
Bezirksregierung.

Solingen beschreitet erstmalig der Weg einer Bürgerbeteiligung
via Internet. Verwaltung und Politik erhoffen sich Hilfestellung
bei der politischen Willensbildung. Während der Onlinephase
vom 4. bis zum 25. März können Teilnehmerinnen und
Teilnehmer Sparvorschläge der Verwaltung bewerten,
kommentieren und deutlich machen, an welcher Stelle zuerst
gespart werden sollte. Sie können so Prioritäten setzen und dem
Rat den Bürgerwillen signalisieren. Auch zusätzliche Anregungen
sind willkommen und gehen in die weitere Beratung. Das letzte
Wort hat der Stadtrat. Er entscheidet am 8. Juli über den
Nachtragshaushalt für 2010; im Zentrum des Nachtrags steht
das Sparpaket..

Zum Onlinegang von solingen-spart.de luden Oberbürgermeister
Feith und Kämmerer Weeke interessierte Bürgerinnen und
Bürger in den Konzertsaal der Stadt ein (heute 18 Uhr). Oliver
Märker von der Berliner Beratungsfirma zebralog führt in das
System ein. Oberbürgermeister, Kämmerer und Berater stellen
sich ersten Fragen der Bürgerschaft. Außerdem stehen im Foyer
einige Laptops, an denen Interessierte das System ausprobieren
konnen.

Auch wer nicht über einen eigenen Internetzugang und nicht
über PC-Kenntnisse verfügt, kann mitmachen. Hilfestellung gibt
es an folgenden Stellen zu den angegebenen Zeiten:

Solingen-Mitte:

Internetcafé der VHS
Eiland 16

Die zwölf PC-Arbeitsplätze des Internetcafes der Bergischen VHS, stehen zu den folgenden Öffnungszeiten zur Verfügung:
Di. bis Fr. von 9 bis 21 Uhr
Sa. von 10 bis 21 Uhr
So. von 13 bis 20 Uhr

Haus der Jugend, Dorper Straße 10 bis 16
Mo. bis Fr. 11 bis 18 Uhr
Do. 11 bis 20:30 Uhr
Fr. 11 bis 22 Uhr

Gräfrath:

Jugendzentrum Fritz Gräbe
Schulstraße 2
Di bis Fr, 14 bis 17:30 Uhr

Aufderhöhe:

Kinder‑ und Jugendtreff Aufderhöhe
Friedenstraße 132a
42699 Solingen
Mittwoch 15 – 18 Uhr
Donnerstag 13 – 16 Uhr
Freitag 15 – 18 Uhr

Wer mit Computer und Internet allein zurechtkommt und über
einen Bibliotheksausweis verfügt, kann auch einen der neun
Internet-PCs der Stadtbibliothek (Mummstraße) nutzen.

Öffnungszeiten:
Mo. 16 – 20 Uhr
Di. – Fr. 10 – 20 Uhr
Sa 10. – 16 Uhr

Informationen zu Bürgerhaushalten:
http://www.buergerhaushalt.org

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Finanzkrise: Essen und Solingen führen Bürgerhaushalt ein

In den Städten Solingen und Essen steht die Einführung des Bürgerhaushaltes bevor. In beiden Städten werden die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, im Internet Sparvorschläge der Verwaltung zu bewerten und zu kommentieren und auch eigene Sparvorschläge zu machen.

Beiden Kommunen steht finanziell gesehen das Wasser bis zum Hals: Um die drohende Überschuldung zu vermeiden, müssen jährlich große Millionenbeträge eingespart werden. Der Bürgerhaushalt wird in Solingen und Essen im Lichte der (kommunalen) Finanzkrise daher als ein Instrument verstanden, um die Bürgerinnen und Bürger beim Sparen als Ratgeber und Pritoritätensetzer einzubeziehen. Man will die Scheere nicht ohne das Feedback der Bürgerinnen und Bürger ansetzen.

Sobald die Verfahren gestartet sind, werden wir hier berichten. Folgende Beiträge, in denen (auch) über Solingen und Essen berichtet wird, sind uns unter anderem bekannt:

–> Solinger Tageblatt: „Internet-Sparliste: Im Netz die Krallen…“ >>>
–> Solinger Tageblatt: „Kommentar: Widerstände ausloten“ >>>
–> taz.de: „Kaputtsanierung – so gehts“ >>>
–> RP-online: „Bürger sparen mit“ >>>
–> Rheinischer Merkur: „Bürgerhaushalt: Mit Löchern leben“ >>>
–> Der Westen: „Parteien setzen bei Spardebatte auf …“ >>>

Wir haben in unserer Karte Solingen und Essen aufgenommen und den Status „E“ vergeben (“E“ = Einführung: Der Bürgerhaushalt wird zum 1. oder 2. mal durchgeführt. Die Öffentlichkeit wird nicht nur über den Haushalt Informiert (z.B. durch eine Broschüre), sondern auch konsultiert: Sie hat die Möglichkeit, Verwaltungsvorschläge zu bewerten und/oder eigene Vorschläge einzubringen, zu diskutieren und zu bewerten. Darüber hinaus ist eine Rückmeldung darüber vorgesehen (Rechenschaft), ob und wie die Bürgervorschläge berücksichtigt wurden).

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Solingen: Bürger sparen mit

Wie die RP-Online berichtet, wird in Solingen (160.000 EW) Anfang März 2010 der Startschuss für den ersten Bürgerhaushalt fallen. Demnach werden die Solinger Bürgerinnen und Bürger vor allem dazu aufgerufen, Sparvorschläge der Verwaltung zu bewerten:

45 Millionen Euro muss die Stadt Solingen einsparen, damit sie nicht im Jahr 2013 pleite ist und von einem Sparkommissar regiert wird. Und damit die Einwohner mitbestimmen können, wo die finanzielle Daumenschraube fester oder lockerer angesetzt werden soll, wird es demnächst einen Bürgerhaushalt geben. „Auf einer Internetplattform können die Bürger Sparvorschläge bewerten, kommentieren und auch eigene Vorschläge machen“, erklärte Thomas Koch, Koordinator beim Stadtkämmerer, gestern im Seniorenbeirat und zuvor bereits im Behindertenbeirat.

Der Auftrag an die Bürgerinnen und Bürger ist also, sich am Sparen zu beteiligen. Wie aus dem Bericht hervorgeht, wird das Angebot daher auch kritisch gesehen. So heißt es im Bericht von Susanne GENATH vom 28. Januar auch:

Die Mitglieder des Seniorenbeirates begrüßten den ersten Solinger Bürgerhaushalt, bedauerten aber, dass die Bürger keine freien Gestaltungsmöglichkeiten hätten, sondern nur über Sparmaßnahmen entscheiden dürften. „So können wir nur zwischen Pest und Cholera wählen“, sagte Julia Freiwald (Grüne) und erntete dafür Zustimmung in der Runde. Nichtsdestotrotz regte Vorsitzender Herbert Gerbig (SPD) an, dass sich möglichst viele an der Umfrage beteiligten.

Lesen Sie hier den gesamten Artikel >>>

Wir haben in unserer Karte für Solingen den Status von „B“ auf „E“ geändert (E = Einführung: Der Bürgerhaushalt wird zum 1. oder 2. mal durchgeführt. Die Öffentlichkeit wird nicht nur über den Haushalt Informiert (z.B. durch eine Broschüre), sondern auch konsultiert: Sie hat die Möglichkeit, Verwaltungsvorschläge zu bewerten und/oder eigene Vorschläge einzubringen, zu diskutieren und zu bewerten. Darüber hinaus ist eine Rückmeldung darüber vorgesehen (Rechenschaft), ob und wie die Bürgervorschläge berücksichtigt wurden).

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Los Angeles Budget Challenge

LA Budget

Die Stadt Los Angeles führt aktuell eine Bürgerbeteiligung am Haushalt durch. Wie viele Städte weltweit nicht nur in den USA steht LA vor der Herausforderung eine Haushaltssicherung durch Einsparungen und Einnahmeerhöhungen vorzunehmen. Auf der Seite Los Angeles Budget Challenge können die Bürgerinnen und Bürger zwischen verschiedenen Vorschläge zum Haushalt auswählen und jeweils nachvollziehen wie sich Ihre Vorschläge auf das (einzusparende) Budget der Stadt auswirken. Auch wenn es sich hier nicht im engeren Sinne um einen Bürgerhaushalt handelt, ist das Projekt der Stadt Los Angeles dennoch ein sehr interessantes Beispiel für Bürgerbeteiligung über das Internet.

How will you balance the City’s budget?

The General Fund deficit for next fiscal year is projected to be about $408 million. Therefore the „status quo“ bar sets that budget deficit at $400 million. The „Your Budget“ bar shows your budget deficit before your current choice. The „New Budget“ bar shows your budget deficit after your current choice. The Los Angeles Budget Challenge attempts to provide you with enough spending reduction options and revenue options to adequately address this deficit.

Zur Bürgerbeteiligung der Stadt Los Angeles >>>

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Grußwort von Dr. Wolfgang Schäuble

Demokratie braucht Bürgerbeteiligung, Meinungsaustausch und transparente Entscheidungsprozesse. Sie sind das beste Mittel gegen Politikmüdigkeit und Politikverdrossenheit. Deshalb unterstützt die Bundesregierung gute Angebote, die den konstruktiven, zielorientierten Dialog zwischen staatlichen Institutionen und den Bürgerinnen und Bürgern fördern.

Zu solchen Angeboten zählen auf kommunaler Ebene die Bürgerhaushalte. Es gibt sie in Deutschland erst seit einigen Jahren. Aufgrund der bisherigen Erfahrungen können wir sagen: Das Verfahren hat sich bewährt.

Beim Bürgerhaushalt können sich Bürgerinnen und Bürger aller Altersgruppen und Interessenlagen beteiligen. Vielfalt der Meinungen und Ideen ist erwünscht. Moderne Abstimmungsverfahren via Internet machen politische Mitwirkung einfacher und attraktiver, auch für diejenigen, die sich schwer tun mit den traditionellen Verfahren in der kommunalen Selbstverwaltung.

Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Kassen und angesichts von Finanz‑ und Wirtschaftskrise ist es gut, wenn Menschen wissen und auch im konkreten Fall mitbestimmen, wofür ihre Steuergelder ausgegeben werden. Die Chance liegt in einem Zugewinn an Transparenz und Gestaltungskraft und, darauf aufbauend, in einer Stärkung des Vertrauens der Bürger in Politik und Verwaltung. Beide Seiten lernen voneinander, die Qualität und auch die Akzeptanz von Entscheidungen wachsen.

Die Internetseite www.buergerhaushalt.de bietet vielfältige Informationen und Erfahrungsberichte, Wissenswertes aus Theorie und Praxis. Ich wünsche all denen, die hier fündig werden und sich in ihrer Kommune für Bürgerhaushalte stark machen wollen, viel Erfolg.

Dr. Wolfgang Schäuble MdB
Bundesminister des Innern



Hier finden Sie das Grußwort des Bundesinnenministers als PDF zum Download >>>

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Köln: Scheidender OB Schramma ist stolz auf Bürgerhaushalt

Die Kölnische Rundschau berichtet von der letzten Ratssitzung des Rates der Stadt Köln unter dem scheidenden Oberbürgermeister, in der Fritz Schramm eine Bilanz seiner politischen Arbeit zog. Dabei hob er laut des Berichtes auch den Bürgerhaushalt hervor:

Der Weltjugendtag 2005 und die Fußball-WM 2006 seien Höhepunkte der letzten Jahre gewesen. Wichtige Projekte, auf die der Rat stolz sein könne, seien unter anderem die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes, die Erstellung des Leitbildes 2020, der Bürgerhaushalt, Rheinauhafen und die Ausweitung der Betreuung für Kinder unter drei Jahren. Das seien gemeinsame Erfolge des Rates, „das wird uns besonders deutlich, wenn wir uns vor Augen führen, dass wir in den vergangenen 52 Sitzungen allein dieser Legislaturperiode 95 Prozent aller Entscheidungen zu Beschlussvorlagen nahezu einstimmig gefällt haben“. Schramma unterstrich die Bedeutung des Kampfes gegen Korruption. Der Oberbürgermeister hob die Herausforderungen hervor, die die Stadt angesichts der Folgen der Finanzkrise zu bewältigen hat.

Es bleibt abzuwarten, wie der Kölner Bürgerhaushalt sich unter dem neuen Oberbürgermeister Jürgen Roters weiter entwickeln und welche Rolle er vor dem Hintergrund der von Schramma erwähnt Finanzkrise spielen wird.

Bericht der Kölnischen Rundschau „An einem Strang ziehen“ >>>

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Großbreitenbach: 2. Bürgerhaushalt startet

Nach einem Bericht von Anke Kurse in der Online-Ausgabe Freies Wort, ist in Großbreitenbach ist der 2. Bürgerhaushalt im Rahmen des „Tag des Bürgers“ vorgestellt und gestartet. Dort standen die Bürgermeisterin, Stadträte und Ausschussmitgliedern zu geplanten oder bereits durchgeführten Projekten Rede und Antwort. Und es wurde mithilfe von Schautafeln über die prekäre Haushaltssituation informiert. Dazu wird in dem Bericht die Bürgermeisterin wie folgt zitiert:

Eine weitere Schautafel veranschaulicht den Haushalt der Stadt, die in diesem Jahr ein Einnahmedefizit von 391 000 Euro verkraften muss. Für das kommende Jahr zeichnen sich schon heute 500 000 Euro weniger Gewerbesteuer ab. „Uns als Stadt ist es aber wichtig, dass wir das kommunale Leistungsangebot für die Bürger auch künftig erhalten“, betont die Stadtchefin. „Darum wollen wir gemeinsam mit ihnen nach verträglichen Lösungen für Einsparungen im Haushalt suchen.“ Dafür müssten die Bürger Bescheid wissen, was in welche Einrichtungen oder Projekte investiert werde, […]

Der Bürgerhaushalt wird also in Großbreitenbach als ein Instrument genutzt, zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern abzuwägen, welche Projekte zukünftig (in welcher Variante) realisiert werden können und welche nicht.

Noch bis zum 19. Oktober können die Großbreitenbacher ihre Vorschläge einbringen, sie können mitteilen, welche Prioritäten in der Kommunalpolitik gesetzt werden sollten oder welche konkreten Vorhaben ihnen besonders wichtig wären. Der Bürgerhaushalt ist derzeit im Foyer des Großbreitenbacher Rathauses ausgestellt.

Großbreitenbach ist ein schönes Beispiel dafür, wie in kleinen Kommunen Bürgerinnen und Bürger mit einfachen Mitteln in den Beratungsprozess des Haushaltsplanverfahrens einbezogen werden können. Einziger Wehrmutstropfen ist die nicht ganz aktualisierte Seite im Internet, in dem noch der Vorschlagsbogen aus dem Bürgerhaushalt 2009 zum Download angeboten wird. Aber vielleicht braucht man den in kleineren Kommunen wie Großbreitenbach einfach nicht :-)

Lesen Sie den gesamten Bericht „Bürger sollen mitreden und gestalten. Mehr Transparenz und Mitsprachemöglichkeit für Großbreitenbacher Bürger beim Haushalt“ >>>

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USA: The National Dialogue

Im Februar haben wir über die Einführung der Seite Recovery.gov in den USA berichtet. Die Plattform informiert die Bürgerinnen und Bürger der Vereinigten Staaten über die Verwendung der Mittel, des von Präsident Obama eingeführten Konjunkturprogramms.

Nun ist am 27.04.2009 ein 7-tägiger Online-Dialog gestartet. Unter thenationaldialogue.org können alle Interessierten Ideen und Verbesserungsvorschläge zur Seite Recovery.gov machen. Außerdem können die Ideen anderer bewertet werden und eine Diskussion über die einzelnen Vorschläge ist möglich.

Die Ankündigung zum Dialog lautet wie folgt:

Join the Recovery Dialogue on IT Solutions!

The Recovery Accountability and Transparency Board and the Office of Management and Budget in partnership with the National Academy of Public Administration, is currently hosting a week-long national online dialogue to engage leading information technology (IT) vendors, thinkers, and consumers in answering a key question:

What ideas, tools, and approaches can make Recovery.gov a place where all citizens can transparently monitor the expenditure and use of recovery funds?

Die zentralen Fragen sind: Wie kann die transparente und verständliche Darstellung der Informationen über den Umgang mit Steuergeldern im Internet noch verbessert werden? Und wie kann Recovery.gov zu einem bedeutenden, sinnvollen und innovativen Informationsangebot für alle Bürgerinnen und Bürger der USA werden?

Making Recovery.gov a useful portal for citizens requires finding innovative ways to integrate, track, and display data from thousands of federal, state, and local entities. With this online dialogue, the Recovery Accountability and Transparency Board is reaching out to the public, state and local partners, potential recipients and solution providers to help fulfill the commitment to a transparent and accountable recovery.

Die Regierung Obama setzt weiterhin auf Transparenz. Über thenationaldialogue.org gibt sie den Bürgern jetzt auch die Möglichkeit sich auf nationaler Ebene mit ihren Ideen einzubringen. Es bleibt also spannend, die Entwicklung von Online-Dialogen in den USA zu beobachten – was wir an dieser Stelle tun werden.

Thenationaldialogue.org >>>

Recovery.gov >>>

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Steinfurt: Bürgerhaushalt zum Konjunkturpaket

Wie gibt man 4,5 Millionen Euro aus? Fragt die Stadt Steinfurt am 6. und 7. Mai 2009 ihre Bürgerinnen und Bürger. Die Münstersche Zeitung berichtete am 29.04.2009 über das „Forum Bürgerhaushalt“, das die Stadt Steinfurt wohl schon zum wiederholten Male durchführt. In diesem Jahr steht das Forum unter dem Motto „Konjunkturprogramm“.

Davon träumt wohl jeder Steinfurter: Die städtischen Gelder mal selbst in die Hand zu nehmen. In der nächsten Woche kann er gleich 4,5 Mio. Euro ausgeben. Dieses und viele andere Angebote gibt es am 6. und 7. Mai (18 bis etwa 22 Uhr) beim „Forum Bürgerhaushalt“ im Rathaus.

Die Bürgerinnen und Bürger werden im Rahmen des Forum Bürgerhaushalt an mehreren Ständen über den Haushalt der Stadt und zu Themen wie z.B. der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmanagements (NKF) informiert.

Außerdem können eigene Ideen zur Verwendung der 4,5 Millionen Euro des Konjunkturpaketes eingebracht werden. 3 Millionen stehen für den Bereich Bildung zur Verfügung und 1,5 Millionen Euro für den Bereich Infrastruktur.

An verschiedenen Ständen können die Bürger Einblick nehmen in das Gesamtpaket, Stellung beziehen und ihre Gedanken zu Papier bringen. Gleichzeitig gibt es an diesem Abend Informationen zum Neuen Kommunalen Finanzmagement (NKF), dem kaufmännischen System, auf das Steinfurts 60-Mio.-Euro-Haushalt erstmals in diesem Jahr umgestellt wurde.

Die Stadt Steinfurt hat bereits 2000 Einladungen zum Forum Bürgerhaushalt per Post versandt.

Bislang wurden bereits 2000 Steinfurter im Alter 16+ persönlich eingeladen – ausgewählt nach dem Zufallsprinzip. 50 Personen aus diesem Kreis haben sich bislang angemeldet. Wie Heike Melchers sagt, haben sie sogar schriftliche Absagen erreicht: „Die Leute nehmen das Angebot wirklich sehr ernst.“

Aber auch alle anderen interessierten Bürgerinnen und Bürger können nach vorhergehender Anmeldung am Forum teilnehmen.

Wichtig ist nur die vorherige Anmeldung. [Denn] all‘ die Steinfurter, die sich beteiligen wollen, bekommen schon vorab Post von der Stadt mit erläuternden Informationen.

Anmelden kann man sich bei den Mitarbeitern der Stadt Steinfurt: Heike Melchers oder Andreas Meyer, Tel. (02552) 925132 oder per Mail: meyer@stadt-steinfurt.de.

Steinfurt hat in der Karte den Status „E“, Bürgerhaushalt wurde eingführt, erhalten.

„E“ = Einführung: Der Bürgerhaushalt wird zum 1. oder 2. mal durchgeführt. Die Öffentlichkeit wird nicht nur über den Haushalt Informiert (z.B. durch eine Broschüre), sondern auch konsultiert: Sie hat die Möglichkeit, Verwaltungsvorschläge zu bewerten und/oder eigene Vorschläge einzubringen, zu diskutieren und zu bewerten. Darüber hinaus ist eine Rückmeldung darüber vorgesehen (Rechenschaft), ob und wie die Bürgervorschläge berücksichtigt wurden.

Die Stadt scheint ihre Bürger in diesem Jahr nicht zum ersten Mal über den Haushalt zu informieren und Ideen einbringen zu lassen. Allerdings ist nicht ganz klar wie in Steinfurt die Rechenschaft gehandhabt wird, die ja zu einem vollwertigen Bürgerhaushalts dazu gehört. Wir fragen in Steinfurt nach und informieren Sie an dieser Stelle. Die Münstersche Zeitung schreibt dazu:

Die Ergebnisse des Forums werden dann der Politik zu den anstehenden Haushaltsberatungen an die Hand gegeben. Und alle Bürger, die teilgenommen haben, werden darüber auf dem Laufenden gehalten, welche ihrer Ideen in politischen Entscheidungen mündeten.

Der Artikel der Münsterschen Zeitung zum
Forum Bürgerhaushalt >>>

Die Bundesregierung hat für die Konjunkturpakete Ⅰ und Ⅱ seit November 2008 große Summen, insgesamt etwa 80 Milliarden Euro, zur Verfügung gestellt. Gerade bei der Frage, wo genau die Gelder am dringensten benötigt werden, zeigt sich die Stärke von Bürgerbeteiligungen am Haushalt. Denn so können Hinweise, Vorschläge und Kriterien für die Verteilung der Mittel direkt von Bürgerseite in Erfahrung gebracht werden.

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Berlin: Kommunalkongress 2009 der Bertelsmann Stiftung

Am 9. und 10. März findet in Berlin der 6. Kommunalkongress, der Kommunalkongress 2009 der Bertelsmann Stiftung statt. Im Mittelpunkt steht das Thema „Superwahljahr“ und „Führung“ und damit Fragen wie

→ Welchen Einfluss hat unser Führungsverhalten auf die Beziehungen zwischen Bürgern und ihrer Kommune?
→ Wird es gelingen, die Bürger für die gemeinsame Sache zu aktivieren?
→ Wie motivieren wir uns selbst?

Im Zusammenhang mit der Beteiligung der Bürger an der kommunalen Haushaltsplanung sind aus unserer Sicht insbesondere die angebotenen Foren 1 und 3 am ersten der beiden Kongresstage interessant:

1. Führen statt verführen: Finanzpolitik zwischen Wahlversprechen und Finanzkrise Nachhaltige Haushaltspolitik braucht neben der Methodenkompetenz insbesondere Führungspersönlichkeiten. Wie können die Verantwortlichen in den Kommunen wieder stärker in die Rolle des Gestalters kommen und wie sollen die notwendigen Kurskorrekturen kommuniziert werden?

Bürgerhaushalte könnten als ein Führungsinstrument in Zeiten der Finanzkrise eingesetzt werden, nicht nur um die kritische Situation in Kommunen besser für die Bürgerinnen und Bürger verständlich zu machen. Sie liefern auch wichtige Bürgerexpertise für das Führungspersonal, das dadurch seine Entscheidungen zusätzlich qualifizieren könnte. Und das aus Sicht des Führungspersonal entscheidendste ist wohl, dass durch Bürgerhaushalte die politischen Akteure und ihre verantwortungsvolle Rolle wieder in das Zentrum der Aufmerksamkeit rücken würde. Dass durch mehr Bürgerbeteiligung ein mehr an Führung möglich werden könnte, klingt zunächst paradox.
Es bleibt daher abzuwarten, inwiefern in dem 1. Forum das Thema „Führung durch Bürgerbeteiligung“ zur Sprache kommt, oder ob Instrumente wie Bürgerhaushalte überhaupt in diesem Zusammenhang diskutiert werden. Und wenn, ob sie dann eher als „führungshinderlich“ angesehen werden?

3. Web 2.0: neue Formen der Beteiligung Web 2.0 ermöglicht vollkommen neue Formen der Öffentlichkeit und der Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Bürgern. Wie lässt sich diese zweite Generation des Internets sinnvoll einsetzen, um Beteiligung zu effektivieren? Wir stellen innovative Instrumente vor.

Auch dieses Forum ist für das Thema Bürgerhaushalt interessant, da Bürgerhaushaltsverfahren auch auf das Internet als Beteiligungskanal setzen, wie etwa der Bürgerhaushalt Lichtenberg seit vielen Jahren das Internet als zusätzlichen Beteiligungskanal anbietet. Auch die Bürgerhaushalte in Bergheim, Freiburg, Jena, Köln oder Potsdam setzen auf das sogenannte „Mitmachweb“, das Web 2.0. In diesem Forum wird daher auch der Bürgerhaushalt 2008 in Köln von Guido Kahlen (Stadtdirektor, Stadt Köln) vorgestellt, an dem sich mehrere tausend Kölner/innen über eine Beteiligungsplattform mit ihren Vorschlägen zum Haushalt beteiligten.

Mehr Infos:
www.kommunalkongress.de >>>
www.bertelsmann-stiftung.de >>>
Mehr zu Bürgerhaushalte u. Web 2.0 auf dieser Plattform >>>
Mehr zum Bürgerhaushalt Köln auf dieser Plattform >>>

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Finanzkrise: Bürgerbeteiligung zum Haushalt in der Millionenstadt Philadelphia (USA)

Everything is on the line
Cuts in services are inevitable. Increased taxes may be necessary. The public’s input is vital in setting priorities.

In Philadelphia (ca. 1.5 Millionen EW im US-Bundesstaat Pennsylvania) werden die Bürgerinnen und Bürger über die Auswirkungen der Finanzkrise auf ihre und in ihrer Stadt informiert und in Bürgerversammlungen dazu aufgerufen, sich durch Vorschläge an dem Abwägungs‑ und Priorisierungsprozess zu Beteiligen, wo und wie Philadelphia sparen kann (und wo nicht), um die Finanzkrise zu bewältigen.

Ⅰ want to announce a NEW WAY in which Philadelphians will deepen their knowledge of the city budget process and inform me and my staff while working with City Council as we develop a proposed new budget [Mayor Michael A. Nutter]

In den eigens zur Budget Crisis bereitgestellten Internetseiten, auf die direkt von der Hautpseite der Stadt (s.o.) verlinkt wird, werden die Bürgerinnen und Bürger über die schwierige finanzielle Situation in ihrer Stadt, porblematische Entwicklungen (z.B. Demografie, Konsum, Arbeitsmarkt, erwartete Schulden, Verluste in den Steuereinnahmen, …) und über die neuen Möglichkeiten zur Beteiligung an den Haushaltsplanungen informiert.

Budget Crisis The national economic crisis has created a moving target for The City of Philadelphia. Unfortunately the budget projection is currently going in the grim direction and there are two major causes of this for The City of Philadelphia, the city pension fund’s and the far-lower-than-expected tax collections.

und aufgefordert, sich an den Vor-Ort-Veranstaltungen in verschiedenen Stadtteilen in verschiedenen Formaten zu beteiligen, wie z.B. Stakeholder Meetings, Public Budget Workshops, und „Kitchen Table“ Talks mit dem Bürgermeister. Diese Veranstaltungen werden zum Teil auch von University of Pennsylvania (The Penn Project for Civic Engagement) organisiert und durchgeführt.

Prozess in Philadelphia - vorher - nachher

But just because we’re in a recession, Ⅰ will not retreat from our main priorities in this government – a safe city, a smart population, excellent service and sound finances for our city. The citizens of Philadelphia elected me to lead and that’s what I’m going to do, but Ⅰ can’t do it without our citizens. We need to work together, talk together and chart a path to a better future … together [Mayor Michael A. Nutter]

Ist das nun ein Bürgerhaushalt? Auch wenn wir aus der Ferne nicht beurteilen können, wie viel Öffentlichkeitsarbeit für den Participatory Public Budget Process tatsächlich zur Mobilisierung der Bürgerschaft betrieben wird, der Blick auf die Prozessbeschreibung hilft weiter, die den „Alten Prozess“ dem „Neuen Prozess“ gegenüber stellt (vgl. Bildschirmfoto). Daraus wird ersichtlich, dass der „alte Prozess“ erweitert wird durch Konsultationen mit der Bürgerschaft. Das Ablaufdiagramm zeigt auch, dass die Ergebnisse der Beratungsprozesse mit dem Bürger in die Haushaltsberatungen einfließen und dass geplant ist über den eingebrachten Haushalt Rechenschaft gegenüber der Öffentlichkeit abzugeben. Damit sind die zentralen Säulen eines Bürgerhaushaltes Information, Konsultation und Rechenschaft gegeben.

Es wird interessant sein zu sehen, inwieweit auch in anderen Städten der USA haushaltärische Planungsprozesse aufgrund der Finanzkrise für mehr Beteiligung geöffnet werden. Aber nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und in Deutschland gibt es eine Finanzkrise. Und ob der Bürgerhaushalt auch hier als ein neues Führungs‑ und Krisenmanagement-Instrument in Zeiten knapper Kassen erkannt und genutzt werden wird, bleibt abzuwarten.

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