Großstadt

 

Abschluss des Kölner Bürgerhaushalts? Jetzt schon ein Erfolg?

„Der Bürgerhaushalt war war ein Supererfolg“, so zitiert köln.de Stadtkämmerer Peter Michael Soénius am Dienstag, 20.11.2007. Die Presse überschlägt sich mit Erfolgsmeldungen und die Projektpartner zeigen sich sehr zufrieden und überrascht über die sehr hohen Beteiligungszahlen.

In der Tat war die Beteiligung überwältigend. Bis zur Halbzeit am 09.11. wurde die Internetseite des Kölner Beteiligungshaushaltes 2007 „Deine Stadt – Dein Geld“ etwa 300000 mal abgerufen. 4200 Teilnehmer machten etwa 3250 Vorschläge, ergänzten diese mit 5350 Kommentaren und bewerteten die Beiträge 28000 mal. Bis zum Ende der Konsultationsphase am Montag, 19.11. setzten die Kölner noch einen obendrauf: 670000 Seitenabrufe, 10200 Beteiligte (davon 7600 mit Benutzerregistrierung), ca. 5000 Vorschläge mit 9200 Kommentaren und 52600 Bewertungen.

Diese Zahlen übertreffen die Erwartungen aller Projektpartner bei weitem. Und bei aller berechtigter Freude über den bisherigen, so erfolgreichen Verlauf des Verfahrens, bergen die Zahlen eine schwere Verantwortung: „Wenn dieses Verfahren nicht angenommen würde, wäre das eine Katastrophe“, so Dr. Josef Wehner vom Fraunhofer Institut IAIS und wissenschaftlicher Begleiter des Verfahrens. Die Kölnerinnen und Kölner haben das Beteiligungsspiel aufgenommen und den Ball Ihrer Verwaltung und ihren politischen Vertretern zugespielt. Nun liegt es an den Verantwortlichen im Kölner Rathaus, diesen aufzunehmen und die eingebrachten Vorschläge in den anstehenden Haushaltsverhandlungen zu berücksichtigen. Dabei geht es weniger darum, auf Gedeih und Verderb, jeden der gemachten Vorschläge aufzunehmen und in irgendeiner Art und Weise in den neuen Haushalt einfließen zu lassen. Vielmehr muss den engagierten Bürgerinnen und Bürgern – und allen anderen, die diesmal nur zugesehen haben – deutlich gemacht werden, dass sich ihr Engagement lohnt, dass ihre Meinung nicht nur im Äther, sondern auch in den anschließenden politischen Verhandlungen als Input gefragt ist. Und das die Kölnerinnen und Kölner inhaltlich relevanten Input in einer angemessenen Diskussionsatmosphäre geben können, haben sie zur genüge bewiesen.

Bei der Auswertung der Beiträge möchte sich die Stadt an den Bewertungen der Beteiligten orientieren. Konkret sollen Bestenlisten aller Beiträge aus den drei Diskussionsthemen erstellt werden. Die Beiträge, die von den meisten Bürgerinnen und Bürgern positiv bewertet werden, sollen in den nächsten Wochen von den entsprechenden Fachverwaltungen auf ihre rechtliche und pragmatische Umsetzbarkeit geprüft werden und ab Anfang Januar 2008 in die anstehenden Haushaltsberatungen eingebracht werden. Letztendlich muss die Politik über die Vorschläge entscheiden und ihren Bürgerinnen und Bürgern eine qualifizierte und nachvollziehbare Begründung für ihre Entscheidung liefern.

In diesem Sinne hat der erste Kölner Bürgerhaushalt gerade erst begonnen. Die Konsultationsphase wurde zwar am vergangenen Montag sehr erfolgreich abgeschlossen. Die Phase der Umsetzung‑ und Rechenschaft liegt aber noch vor den Beteiligten. Ob der Kölner Bürgerhaushalt zum „vollen Erfolg“ wird, wird also erst feststehen, wenn der neue Haushalt 2008 für Köln beschlossen wurde und die Kölner dargelegt bekamen, wie und warum (nicht) ihre Vorschläge politische Realität wurden.

Ginge es nach dem Willen von Kämmerer Soénius, so sollten die Bürgerinnen und Bürger Kölns demnächst auch über andere haushaltsrelevante Politikbereiche öffentlich diskutieren und auf diesem Wege Politik und Verwaltung auf noch breiterer Basis Handlungsvorschläge unterbreiten. Bis es so weit ist, bleibt die Internetseite des Kölner Bürgerhaushalts mit allen Beiträgen und Kommentaren unter https://buergerhaushalt.stadt-koeln.de online. Zu gegebener Zeit möchte die Stadtverwaltung ihre Bürgerinnen und Bürger unter dieser Adresse über haushaltspolitische Fragen und den Fortgang der Haushaltsaufstellung informieren.

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Freiburger Beteiligungshaushalt 2009⁄2010

Der nächste Freiburger Haushalt ist nicht nur für die Stadt ein Novum: Deutschlandweit wird es der erste städtische Haushalt sein, der sowohl unter Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger als auch unter dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit aufgestellt wird.

Dieser zentrale Baustein des „Gender Budgetings“ – der Berücksichtung der Auswirkungen bei der Verteilung von städtischen Leistungen auf die Lebenswelten von Männern und Frauen – veranlasste die Landesstiftung Baden-Württemberg sich bei diesem Freiburger Pilotprojekt als Kooperationspartner einzubringen.

Definitiv entscheiden über das Gesamtprojekt zum Beteiligungshaushalt und über die Art des Verfahrens wird der Freiburger Gemeinderat am 23. Oktober in öffentlicher Sitzung.

Vorgesehen ist danach eine repräsentative Umfrage zur Fragestellung des Haushalts durchzuführen. Hierzu wird ein spezielles Fragemodul zur Gewichtung von städtischen Leistungen entwickelt. Die Ergebnisse werden dann in den Diskussionsprozess auf allen Beteiligungsebenen eingespeist.

Erste Vor-Ort-Information wird es im März 2008 durch die Stadt geben. In einer Stadtkonferenz im Juni wird über die Gewichtung städtischer Leistung und der Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse von Männern und Frauen beraten. Hier werden die Bürgerinnen und Bürger aus den verschiedenen Stadtteilen und vor dem Hintergrund verschiedener Interessen sowie weitere Interessengruppen aus verschiedenen Feldern aufgerufen, über die Fragestellung zu diskutieren.

Neben der Bürgerumfrage und der Stadtkonferenz wird es die Möglichkeit geben, sich im Internet über einen Haushaltsrechner und via eines Internetforums zu beteiligen. Daneben wird das Amt für Statistik auch eine Bürgerumfrage per Internet und in schriftlicher Form durchführen.

Weitere Informationen unter www.freiburg.de/beteiligungshaushalt

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Hohe Beteiligungszahlen – Kölner Bürgerhaushalt zur Halbzeit auf der Überholspur

Zur Halbzeit im Kölner Bürgerhaushalt zieht die Kölner Stadtverwaltung eine positive Bilanz. Seit dem das Online-Forum am 22. Oktober 2007 eröffnet wurde, haben sich (Stand 09.11.2007, 21:10 Uhr) mehr als 4200 Personen registriert. Insgesamt machten die Teilnehmer 3250 Vorschläge, die durch 5350 Kommentare ergänzt und verfeinert und über 28000 mal bewertet wurden. Ebenso beeindruckend, wie die Zahl der Beiträge und Kommentare sind die Abrufe der Internetseite. Die Haushaltsvorschläge und Kommentare wurden über 300000 mal aufgerufen.

„Mit diesen hohen Beteiligungszahlen übertrifft der erste Kölner Bürgerhaushalt bereits nach der Halbzeit des Verfahrens vergleichbare Beteiligungsverfahren in anderen deutschen Großstädten, wie zum Beispiel Hamburg oder Berlin-Lichtenberg“ resümiert die Kölner Stadtverwaltung in ihrer Pressemitteilung vom 08.09.2007.

Die Zahlen sprechen für sich. Aber die Qualität der Beiträge begeistert noch mehr. Dr. Josef Wehner vom Fraunhofer Institut Intelligente Analyse und Informationssysteme (IAIS) und wissenschaftlicher Begleiter des Verfahrens sieht in dem hohen Niveau der Diskussion unter den Bürgerinnen und Bürgern ein deutliches Signal der Kölner Bürgerschaft an Politik und Verwaltung, den Bürgerhaushalt dauerhaft als politisches Beteiligungsinstrument zu verankern. Die Kölner beweisen damit, welch hohen Stellenwert das Verfahren in der öffentlichen Wahrnehmung hat. Sie nehmen das Beteiligungsangebot dankbar an, machen der Politik mit Ihren Vorschlägen Gesprächsangebote und verpflichten sie durch ihre große Aktivität, die Ergebnisse des Verfahrens transparent zu machen und in nachvollziehbar in ihren Entscheidungsprozess einzubeziehen.

Und dazu hat sie allen allen Grund. Entgegen der immer wieder geäußerten Befürchtung, Bürgerbeteiligungen – und auch Bürgerhaushalte – würden zu einem „Wunschkonzert“ der Öffentlichkeit ausarten, debattieren die Kölner ihre Vorschläge ausgiebig und ausgewogen. Für mit Ausgaben verbundene Maßnahmen und erarbeiten sie in ihren Beiträgen kostensparende Alternativen (z.B. Schlimmste Kreuzung der Stadt) oder schlagen Möglichkeiten zur Kosteneinsparung vor (z.B. Ampeln nachts ausschalten). Daneben hält die Kölner Bürgerschaft auch Ideen für zusätzliche Einnahmen (z.B. „Köln-Maut“) bereit. Dass aber längst nicht jede Idee für neue Einnahmen auf uneingeschränkte Zustimmung trifft, beweist beispielsweise die von wuwei und Kölnerin angestoßene Diskussion um Sauberkeit und Sicherheit. So argumentieren J. Hausmann und Kontrolletti bei der Frage, wie mit Hundekot verschmutzte Spielplätze und Wiesen zukünftig sauberer gehalten werden können, statt mit erhöhten Bußgeldern mit der konsequenteren Kontrolle und Durchsetzung bestehender Regelungen und Sanktionen und einem Ausbau der hundesanitären Infrastruktur (Doggingstationen).

Auch bei dem kontrovers diskutierten Thema „Ausbau des Godorfer Hafens“ beweisen die Kölnerinnen und Kölner Augenmaß und Selbstdisziplin und entkräften sowohl das Vorurteil nach einem „Wunschkonzert“ oder auch die Ansicht, dass sich Bürgerinnen und Bürger zu hochkomplexen politischen Themen nicht qualifiziert artikulieren könnten. Selbst erklärte Gegner dieser Millioneninvestition weisen darauf hin, dass das erste Kölner Bürgerhaushaltsforum nicht der richtige Ort für die Debatte sei (z.B. der Beitrag von S. Schwarz) und verweisen auf die eindeutige Themenstellung für das Beteiligungsangebot.

Neben unmittelbar haushaltsrelevanten Vorschlägen debattieren die Kölner auch über stadtplanerische Themen, z.B. Ehrenstraße zur Fußgängerzone machen von wuwei. Sie zeigen, dass hier ein grundsätzlicher Bedarf an Diskussion und mehr Bürgerbeteiligung besteht.

Bis zum Abschluss der öffentlichen Beteiligungsphase bleibt es spannend: Welche der Themen werden weiter diskutiert werden. Die aktuelle Bestenliste mit den am meisten diskutierten Artikeln gibt bereits einen ersten Überblick. Welche Themen weden noch angesprochen werden? Und wie werden die Ergebnisse der Diskussion in die politische Entscheidungsfindung einfließen? Wir werden Sie an dieser Stelle weiter informieren.

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Finanzplan 2.0 – Reportage über den Bürgerhaushalt in Köln

Der Rheinische Merkur hat in seiner aktuellen Ausgabe im Wirtschaftsteil eine Reportage über den Bürgerhaushalt in Köln gedruckt. Silke Linneweber berichtet über den Ablauf des Verfahrens und hat Stimmen von Teilnehmer/innen und aus der Verwaltung eingefangen.

Transparenz [Rheinischer Merkur (Ⅽ)]
Quelle: Rheinischer Merkur

Die Reportage ist auch online verfügbar

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Online-Bürgerhaushalt in Köln

Vom 22.Oktober bis zum 19. November haben die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Köln unter dem Motto „Deine Stadt – Dein Geld“ die Gelegenheit, für den Haushalt 2008 ihrer Verwaltung Vorschläge zu unterbreiten, wie sie Geld sparen könnte und wofür sie Geld ausgeben sollte. Und zwar online! Die Stadt hat sich entschieden, den Bürgerhaushalt mit einer internetbasierten Beteiligungsplattform zu unterstützen. Sie ist damit die erste Millionenmetropole Deutschlands überhaupt, die das Internet zur Anhörung der Bürger im Rahmen des Haushaltsplanungsverfahrens nutzt.

Wer will, kann jetzt per Tastatur und Mausklick seine Vorschläge zur Verwendung der Gelder an die Stadt schicken. Damit sich niemand ausgeschlossen fühlen muss, können Vorschläge auch telefonisch über das städtische Call-Center oder auf dem Postwege mitgeteilt werden. Und zwar zu den Themen „Sport“, „Grünflächen“ und „Straße, Wege und Plätze“. Jeder Spar‑ oder Ausgabevorschlag zu diesen Themen, auf welchem Wege er auch immer eingereicht wird, gelangt auf die Plattform und ist dort für jeden einsehbar. Wer sich als Teilnehmer registrieren lässt, hat dort außerdem die Möglichkeit, Vorschläge zu bewerten und zu kommentieren. Am Ende des Verfahrens wird es zu jedem Thema eine Liste mit den hundert am besten bewerteten Vorschlägen geben. Diese Listen werden nach Beendigung der Beteiligungsphase an die Verwaltung übergeben, die sich verpflichtet hat, jeden dieser dreihundert Vorschläge fachlich zu prüfen und alle sich daraus ergebenden Änderungen in Form eines „Veränderungsnachweises Bürgerhaushalt“ dem Rat der Stadt Köln zu übergeben. Die Politik wird alle Vorschläge einzeln beraten, prüfen und anschließend begründen, warum welche Vorschläge angenommen oder abgelehnt wurden. Alle übrigen Vorschläge gehen nicht verloren, sondern werden auf thematische Schwerpunkte hin ausgewertet, die ebenfalls dem Rat der Stadt zur Information vorgelegt werden.

Das Verfahrenskonzept und die entsprechende Plattform sind von der Stadt in enger Kooperation mit dem Fraunhofer Institut Intelligente Analyse‑ und Informationssysteme (IAIS) in Sankt Augustin und dem Berliner Unternehmen Zebralog entwickelt worden. Dass nicht zum gesamten Haushalt Vorschläge gemacht werden können, hat vor allem mit der Umstellung des Haushalts auf das neue kommunale Finanzmanagement (NKF) in NRW zu tun. Mit NKF kommen völlig neuartige Darstellungs‑ und Steuerungsformen zum Tragen, die eine Einschränkung des Bürgerhaushalts auf solche Themen nahe legten, die zuvor von den Bürgern im Rahmen einer Umfrage favorisiert wurden. Dennoch wird jetzt schon deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger die ihnen gebotene Chance, sich in die Belange der Politik ihrer Stadt einzumischen, nutzen wollen. Trotz der Themenbegrenzung haben sich bereits nach wenigen Tagen weit über 1000 Bürger registrieren lassen, um über 1000 Vorschläge einzugeben. Ebenso beeindruckend sind die über 100.000 Aufrufe von Vorschlägen innerhalb der ersten 5 Tage. Diese Zahlen, ebenso wie die Qualität vieler Beiträge, stimmen nicht nur zuversichtlich, was den weiteren Verlauf des Verfahrens anbelangt. Sie setzen darüber hinaus ein deutliches Signal für Politik und Verwaltung, den Online-Bürgerhaushalt zu einer festen Einrichtung zu machen.

Hier geht es zur Beteiligungsplattform in Köln:
http://www.stadt-koeln.de/buergerhaushalt

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