Großstadt

 

Eine Bürgerbeteiligung zum Haushalt schafft Transparenz und Akzeptanz

Rüdiger Kruse, MdHB, finanzpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion Hamburg über die Bürgerbeteiligung zur Hamburger Haushaltsplanung im April/Mai 2006.

Warum führte Hamburg einen Bürgerhaushalt durch?
Der Aufbruch ist ein Markenzeichen der Hansestadt Hamburg geworden. Das Leitbild Wachsende Stadt schafft eine neue Dynamik. Stark und sozial, so lautet das Ziel des Senats. Die Voraussetzung dafür ist eine wirtschaftlich gefestigte Metropole, die einen verantwortungsbewussten und soliden Haushalt auflegt. Aber wie in anderen deutschen Städten und Kommunen, ist auch der finanzielle Spielraum Hamburgs eng begrenzt. Die notwendige Konsolidierung bei gleichzeitiger Finanzierung der politischen Schwerpunkte sowie die Förderung von Wachstum stellt an den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg besondere Herausforderungen.

Mit welchen Maßnahmen kann der ausgeglichene Betriebshaushalt gesichert werden?

Wie kann die Nettoneuverschuldung gesenkt werden?

Dies sind zentrale Fragen, mit denen sich vor allem das Parlament in seinen Beratungen über die Haushaltsplanentwürfe beschäftigt. Der Bürger bekam bislang die Ergebnisse präsentiert, war aber an den Entscheidungen über Ausgaben und Einsparungen nicht aktiv beteiligt. Seine Beteiligung aber, so die Idee der CDU-Abgeordneten in einem entsprechenden Antrag, würde das komplexe Thema Haushalt transparenter machen. Der zweite Ansatz: Eine Internetdiskussion über die Hamburger Haushaltsplanung klärt über Zusammenhänge auf, ermöglicht dem Bürger einen spielerischen Rollenwechsel zum Haushälter und schafft in letzter Konsequenz eine breitere Zustimmung für haushaltsplanerische Entscheidungen der Politiker. Somit wird ein wichtiger Part gelebter Demokratie realisiert.

Welche Erfahrungen haben Sie mit den bisherigen Verfahren gemacht?
Unsere Erfahrungen mit dem Bürgerdialog sind überaus positiv. Entgegen der Einschätzung Haushalt sei nicht sexy und es würde daher zu keiner großen Beteiligung kommen, war der Bürgerdialog Haushalt am Ende mit Abstand der bisher erfolgreichste Internetdialog der Stadt (Zuvor führte Hamburg zwei Online-Dialoge zum Thema Bauen in der Stadt und zum Thema Familie durch). Die öffentliche Resonanz war sehr gut.

Wie bewerten Sie die Ergebnisse und den Input durch die Bürger?
Die Bürger haben sich der Haushaltsplanung sehr besonnen angenommen. Finanzmittel wurden umgeschichtet aber insgesamt deutlich weniger Geld ausgegeben als der Mittelansatz ermöglichte. Wir sehen darin den Konsolidierungskurs des Senats deutlich bestätigt.

In welcher Form wurden die Ergebnisse verwertet?
Die regierende CDU-Fraktion hat mit einer Tagung die Bürgervorschläge aufgegriffen und dann in Anträgen in die Beratung des Haushaltes 07⁄08 eingebracht. Die anderen Fraktionen haben die Ergebnisse des Bürgerdialoges nicht genutzt.

Wie erfolgte die Rechenschaft der Politik an die Bürger über die Ergebnisverwertung?
Zum Abschluss des Bürgerdialoges hat die CDU-Fraktion eine öffentliche Veranstaltung zur Diskussion der Ergebnisse durchgeführt. Die Ergebnisse des Bürgerdialoges wurden vom Präsidenten der Bürgerschaft dem Parlament zugeleitet. Der Haushaltsausschuss hat hierzu eine öffentliche Sitzung abgehalten und im Anschluss wurde der Bürgerdialog und seine Ergebnisse im Parlament diskutiert.

Die CDU-Fraktion hat als Auswertung eine Broschüre zum Bürgerdialog veröffentlicht. Im Zuge von Pressearbeit wurden die bereits für den Haushalt 07⁄08 übernommenen Vorschläge der Öffentlichkeit mitgeteilt.

Welche Perspektive sehen Sie für zukünftige Bürgerhaushalte in Hamburg?
Für die Haushaltsberatungen 09⁄10 wird zu entscheiden sein, ob und wie ein weiterer Bürgerdialog laufen könnte. Ich persönlich halte es für sinnvoll dauerhaft eine Internetplattform zum Haushalt vorzuhalten, die Transparenz für den Bürger ermöglicht. Das Dialogverfahren hat sich bewährt und sollte fortgesetzt werden.

Wir danken Herrn Kruse für das Interview. Das Interview wurde von Nils Zierath (www.buergerhaushalt.de) per Email mit Herrn Kruse geführt.

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Auftakt Bürgerhaushalt in Köln

Aus der KölnAgenda Seite:

„Wenn am 22. Oktober um 18 Uhr der Kölner Bürgerhaushalt mit einer zentralen Auftaktveranstaltung im Gürzenich startet, ist dies gleich in dreifacher Hinsicht eine Kölner Premiere. Neben dem Beteiligungsangebot an die Bürger/innen wird der Haushalt das erste Mal nach den Vorgaben des neuen Kommunalen Finanzmanagements eingebracht. Zugleich erblickt die für den Kölner Bürgerhaushalt leitende ‚E-Partizipation-Plattform’ das Licht der Öffentlichkeit, die in Zukunft die Bürgerbeteiligung via Internet vermehrt ermöglichen soll.

Bundesweit bisher einmalig, wird erstmals ein Call-Center in das Verfahren einbezogen. Dort können Bestellwünsche für die Haushaltsbroschüre entgegengenommen, grundlegende Fragen zum Bürgerhaushalt beantwortet und auch direkt Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger zum Haushalt 2008 in ein speziell entwickeltes Formular aufgenommen werden. Hierdurch kann die schriftliche Beteiligungsmöglichkeit der Bürgerschaft wesentlich vereinfacht und der Versand von Fragebögen reduziert werden. Zugleich wird zumindest beim Bürgerhaushalt 2008 auf dezentrale Bürgerversammlungen verzichtet.

Die Macher des Bürgerhaushaltes, allen voran die Kämmerei und die E-Government und Online-Dienste arbeiten derzeit unter Hochdruck: Umfangreiche Werbemaßnahmen sind vorgesehen, Anfang Oktober soll das Verfahren der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Nachdem am 18.10.07 der Haushalt in der Rat eingebracht wird, findet die eigentliche Konsultation der Bürger/innen in der Zeit vom 22.10.07 – 19.11.07 statt. Im Vordergrund stehen dabei die Produktbereiche ‚Straßen, Wege, Plätze’, Grünflächen und Sport. Insgesamt lässt sich festhalten, dass der Kölner Bürgerhaushalt in vielen Bereichen Neuland betritt, z.T. mit europaweiter Vorreiterrolle – ein Umstand, den Kritiker berücksichtigen sollten.“

Links zum Originalbeitrag

Weitere Informationen zum Bürgerhaushalt in Köln auf den Seiten der KölnAgenda finden Sie hier.

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Beim Geld kann jeder mitreden

Quelle: Der Tagesspiegel
Datum: 25.05.2007

Jetzt führt auch Friedrichshain-Kreuzberg den Bürgerhaushalt ein

Neue Radwege oder mehr Bänke im Park; lieber Romane oder besser DVDs in den Bibliotheken? Die Berliner sollen künftig stärker selbst entscheiden können, wofür der Staat sein Geld ausgibt. Nach Lichtenberg plant nun auch Friedrichshain-Kreuzberg einen Bürgerhaushalt. Er soll in drei Stufen eingeführt werden. Die erste Stufe heißt Transparenz: Wie ist ein Haushalt aufgebaut, wie liest man ihn, welche Spielräume gibt es bei der Verteilung der Mittel? Eine Broschüre soll diese Fragen noch in diesem Jahr beantworten. Zugleich soll der Haushalt 2008 in leicht verständlicher Form im Internet zu finden sein.

Zweite Stufe: Für Frühjahr 2008 sind dann Veranstaltungen im ganzen Bezirk geplant, bei denen auch erste Bürgerwünsche geäußert werden können. „Dabei muss aber auch klar gemacht werden, dass die zur Verfügung stehende Summe nicht erweiterbar ist“, sagt die Kreuzberger Finanzstadträtin Sigrid Klebba (SPD). Es gehe um Umschichtung nach dem Motto: „Wenn Euch diese Sache wichtiger ist, könnte man das Geld da und da wegnehmen.“ In den Haushalt 2008 schaffen es die Wünsche aber nicht mehr, aber 2009 könnten dann erstmals einzelne Bürgervorschläge zu Schwerpunktthemen berücksichtigt sein. „Am Ende entscheidet die Bezirksverordnetenversammlung über die Vorschläge. Aber wenn sie etwas ablehnt, muss sie das begründen“, sagt Klebba. In der dritten Stufe sei dann volle Bürgerbeteiligung bei allen Themen erreicht, erstmals im Haushalt 2010. Das Ganze diene der Motivation der Menschen, sich mehr für kommunale Belange zu interessieren. Auch Jugendliche sollen mitreden können, etwa über Sportanlagen und Jugendclubs.

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf Der Tagesspiegel online

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Köln: Bürgerhaushalt gefragt

Quelle: KölnAgenda e.V.
Datum: 01. August 2007

Der Bürgerhaushalt stößt bei den Kölner/innen auf großes Interesse. 12.000 Mal hatte das Amt für Statistik die Bevölkerungsumfrage „Kölner Bürgerhaushalt“ an zufällig ausgewählte Personen zwischen 18 und 80 Jahren verschickt. Insgesamt 4175 Personen, davon 2215 weiblich (53%) und 1934 männlich (47%) antworteten. Die gute Rücklaufquote von knapp 35 % liegt damit deutlich über den üblichen 20–25 % bei ähnlichen Umfragen.

Fast 90 % der Antwortenden begrüßen den Bürgerhaushalt, gut ein Drittel finden die Idee, sich an der Aufstellung des städtischen Haushalts beteiligen zu können, sogar sehr gut …

Lesen Sie den vollständigen Artikel auf http://www.koeln-agenda.de/news.

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Hamburg: E-Partizipation wird an Bedeutung gewinnen

Quelle: www.demos-monitor.de
Autor: Rolf Lührs, 28. Mai 2007

Dr. Verena Lappe (GRÜNE), Vizepräsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft und Sprecherin für Frauen und Sport sowie Mitglied des Haushaltsausschusses über E-Partizipation in Hamburg und die Internetdiskussion zur Hamburger Haushaltsplanung.

Ein Interview mit Rolf Lührs. Lesen Sie mehr auf www.demos-monitor.de

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