Köln

 

Seminar: Wege zu mehr Bürgerbeteiligung

Die Konrad-Adenauer-Stiftung in Wesseling bietet ein Seminar „Wege zu mehr Bürgerbeteiligung“ an. Vom 3. bis 5. Juni 2008 werden durch verschiedene Referentinnen und Referenten Themen wie Bürgerbegehren, Bürgerentscheide, Kinder‑ und Jugendlichenbeteiligung (Jugendparlamente), repräsentative Meinungsforschung, und Bürgerhaushalte thematisiert. Zum Thema Bürgerhaushalt wird Manfred Ropertz, stellvertretender Amtsleiter der Kämmerei der Stadt Köln über den ersten Kölner Bürgerhaushalt berichten.

Aus dem Programm:

Wege zu mehr Bürgerbeteiligung
Wir stellen Ihnen ausgewählte Beispiele bürgerschaftlicher Beteiligung aus Kommunen vor. Sie haben Gelegenheit, Praktiker zu ihren Erfahrungen zu befragen und mittels eines Planspiels das Thema Bürger‑/Unternehmensbefragung selbst zu erarbeiten.

am Di 3. – Do 5. Juni 2008
Ort Bildungszentrum Schloss Eichholz
mit N. Janßen, Kinder‑ und Jugendparlament Herne, Sprecher des Kinder‑ und Jugendrates NRW; Ⅴ. Mittendorf, Universität Marburg, Forschungsstelle Bürgerbeteiligung u. Direkte Demokratie; Ⅿ. Ropertz, stellvertr. Amtsleiter, Kämmerei ⅾ. Stadt Köln u.a.

Mehr Informationen zum Seminar finden Sie hier.

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Gender Mainstreaming im 1. Kölner Bürgerhaushalt

Das FrauenForum der Lokalen Agenda 21 (KölnAgenda) befasst sich seit vielen Jahren mit geschlechtersensibler Stadtentwicklung. Vertreterinnen der Gruppe haben an der Entwicklung des ‚Leitbildes 2020’ mitgewirkt. 2004 hat das Forum eine Studie zum Thema ‚Bürgerinnen und Bürger im Spiegel kommunaler Haushaltspolitik’ vorgelegt (Download). Eine Vertreterin des FrauenForums und anderer Kölner Frauenorganisationen ist Mitglied im Beirat für den Kölner Bürgerhaushalt. Schon im Vorfeld des Bürgerhaushalts ist in Kölner Frauengruppen dafür geworben worden, dass Frauen ihre Beteiligungschancen erkennen und wahrnehmen. Besonders viele Vorschläge betrafen das Themenfeld ‚Sport’. Um das Interesse der Kölner Bürgerinnen wach zu halten und zu intensivieren, hat das FrauenForum ein vorläufiges Resümee des 1. Bürgerhaushalts gezogen.

Der Bürgerhaushalt – Schnittstelle zwischen der Stadt und ihren BürgerInnen

Der Bürgerhaushalt ist eine wichtige Schnittstelle zwischen der Stadt und ihrer Bevölkerung. Er verfolgt mehrere Ziele, die für wirtschaftliche Prosperität, Wohlfahrt und sozialen Zusammenhalt eines Gemeinwesens gleichermaßen Bedeutung besitzen:

–> Bürgerinnen und Bürger befassen sich mit Stadtplanung und Stadtentwicklung. Sie formulieren Vorschläge und erörtern die Möglichkeiten ihrer Realisierung. Sie erkennen, dass bei begrenzten Mitteln nicht alle Wünsche zum Zuge kommen (können).

–> Für Politik und Verwaltung besitzt das Verfahren den Charakter einer mehrschichtigen Bevölkerungsbefragung. Es verschafft Einblicke in Bedarfslagen und Bedürfnisse ebenso wie in besondere Problemlagen.
–> Partizipation bringt Anliegen zum Vorschein, die in repräsentativen Strukturen oft zu wenig Aufmerksamkeit finden. Die Ausgestaltung des Bürgerhaushalts macht allen BürgerInnen einsichtig, dass ihr Votum ernst genommen wird.

–> Der Bürgerhaushalt als Instrument kommunaler Haushaltspolitik schärft die Zielgenauigkeit des Mitteleinsatzes. Er unterstützt die ‚Kundenorientierung’ kommunaler Dienstleistungen. Gleichzeitig ist er ein Schritt zur Aktivierung von Eigeninitiative und Selbstorganisation, die für die Zielerreichung unerlässlich sind.

Die ‚Bestenlisten’ im 1. Kölner Bürgerhaushalt 2008

Zur Entscheidungsfindung im Rat hat die Verwaltung für die drei Themenbereiche des 1. Kölner Bürgerhaushalts sog. Bestenlisten erstellt. Vorschläge, die einen besonders hohen Zuspruch erhalten haben, wurden dabei durch thematisch gleichgerichtete Einträge ergänzt. In der Rangfolge von 1–100 erhielten diese eine entsprechend nachgeordnete Nummerierung.

Mit den Themen Erhaltung der Schwimmbäder im Bereich Sport, Godorfer Hafen im Bereich Grünflächen haben die BürgerInnen mit großer Mehrheit gegen bereits gefällte Ratsentscheidungen votiert. Weiter gehende Reaktionen der Stadtpolitik bleiben zu erwarten. (Bereits im Dezember 2007 wurde – vor allem im Hinblick auf das Schulschwimmen – der Beschluss zur Schließung der Bäder in Nippes, Rodenkirchen und Weiden revidiert.) Die Vorschläge im Themenfeld Straßen, Wege, Plätze sind vielfältiger als in den beiden anderen Bereichen. Schwerpunkte zeigen sich für den Ausbau der Radwege, Sicherheit und Sauberkeit, Straßenbau und ÖPNV.

Zielgruppen‑ und Gender-Fragen

Vor allem im Bereich Sport manifestiert sich ein hohes Bewusstsein der Teilnehmenden für die besonderen Bedürfnisse unterschiedlicher Gruppen. Immer wieder wird betont, wie wichtig es ist, vor allem die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. Aber auch andere Nutzergruppen von Sportstätten treten in Erscheinung: Ältere, MigrantInnen, BezieherInnen niedriger Einkommen, Vereine, InteressentInnen für verschiedene Sportarten. Höchst spärlich sind Hinweise auf unterschiedliche Bedürfnisse und Nutzungsgewohnheiten von Frauen und Männern, Jungen und Mädchen. Eine der wenigen Ausnahmen ist der Hinweis eines Sportvereins auf steigende Anforderungen durch die große Nachfrage im Bereich des Mädchenfußballs.

Das Thema Gender Mainstreaming

Es ist erstaunlich, dass die Vorschläge im Themenbereich Sport das wachsende Engagement von Frauen sowohl im Breiten‑ als auch im Leistungssport nicht deutlicher zum Ausdruck bringen. Gerade im Sport wird oft beklagt, dass vorhandene Ressourcen (Nutzungsrechte an Sportstätten und Geräten, Trainingszeiten) von Gruppen beansprucht werden, die der größeren Teilhabe von Frauen mit Skepsis begegnen.

Dachorganisationen wie der Deutsche Sportbund, die Sportbünde der Bundesländer, der Deutsche Alpenverein u.a. sehen im Festhalten an traditionellen Strukturen einen Verlust an Entwicklungschancen nicht nur der Vereine, sondern der Kommunen und ihrer Bevölkerung. Unter Stichworten wie Diversity, Geschlechtergerechtigkeit, Gender Mainstreaming fordern sie dazu auf, vorhandene Potenziale zu erkennen, zu fördern und zu nutzen. Dazu gehört auch, neue Felder sportlicher Betätigung wie z.B. den Gesundheitssport zu erschließen und bedürfnis‑ und zielgruppengerecht auszugestalten.

Im Einklang mit den Empfehlungen überregionaler Verbände haben Mitglieder des FrauenForums der KölnAgenda in den Bereich Sport eine größere Anzahl von Vorschlägen eingebracht, die sich mit Geschlechtergerechtigkeit befassen. Sieben dieser Eingaben wurden in die Liste der 100 Besten übernommen. Sie schlagen die Brücke zu einem Haushalt, der Geschlechtergerechtigkeit als Zielperspektive begreift und durch eine gleichgewichtige Teilhabe von Männern und Frauen die Lebensqualität in der Stadt intensivieren will.

Die Teilnehmenden – Geschlecht, Lebenslage, Interessen

Die Auswertung der Angaben, die Teilnehmende zu ihrer Person gemacht haben, ist noch im Gange. Manche Fragen werden sich nicht präzise beantworten lassen, weil eine Online-Befragung viele Unwägbarkeiten enthält.

Der Rückgriff auf die Bevölkerungsumfrage im Vorfeld des Bürgerhaushalts gibt zusätzliche Aufschlüsse. Die Beteiligung der Frauen (w 53 %, ⅿ 47 %) entsprach mindestens ihrem Anteil an der Stadtbevölkerung. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass Frauen und Männer nicht immer dieselben Erwartungen haben, wenn es um städtische Dienstleistungen geht. Die Frauen plädierten dafür, sich im Bürgerhaushalt über die Themen Kulturelle Angebote, Volkshochschulen/Büchereien und Kindertagesstätten auseinander zu setzen. Dagegen engagierten sich Männer überproportional für die Bereiche Sport sowie Straßen/Wege/Plätze. Das Thema Schulen und die Entwicklung, Nutzung und Pflege der städtischen Grünflächen war Frauen und Männern gleichermaßen wichtig.

Unter dem Motto ‚Deine Stadt – Dein Geld’ hat der 1. Kölner Bürgerhaushalt einen Widerhall hervorgerufen, der alle Erwartungen übertraf. Die Reaktion der KölnerInnen hat gezeigt, dass der 1. Bürgerhaushalt nicht nur haushälterischen Sachverstand mobilisiert hat, sondern als Einladung zur aktiven Beteiligung an der Stadtgestaltung verstanden worden ist.

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Köln: Finanzausschuss berät Bürgerhaushalt in Sondersitzung

Akuelle Meldung von www.stadt-koeln.de:

Für den 18. Februar hat der Ratsausschuss eine Sondersitzung speziell für die Diskussion über die Ergebnisse des Bürgerhaushaltes angesetzt

Zum ersten Mal hatten die Kölnerinnen und Kölner die Gelegenheit, sich über den Kölner Bürgerhaushalt an der Haushaltsplanung der Stadt in den Bereichen „Straßen, Wege, Plätze“, „Grünflächen“ und „Sport“ zu beteiligen.

Welche der 300 best bewerteten der insgesamt 4.973 eingereichten Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sollen umgesetzt werden, welche nicht und aus welchen Gründen, wie sind die finanziellen Auswirkungen im Zusammenhang mit der Haushaltsplanung 2008? Darüber wird der Finanzausschuss des Rates am 18. Februar, um 13:30 Uhr, im Konrad-Adenauer-Saal (Raum 118) des Historischen Rathauses in einer Sondersitzung beraten. Dazu wurden die besten 300 Bürgervorschläge von der Verwaltung geprüft und kommentiert. Sie werden derzeit in den Bezirksvertretungen beraten.

Am 6. März wird der Finanzausschuss dann noch einmal zusammenkommen, um den gesamten Haushaltplan 2008 abschließend zu beraten und eine Entscheidungsvorlage für die Ratssitzung am 3. April abzustimmen. Mit dem Ratsentscheid zum Haushaltsplan 2008 wird das Beteiligungsverfahren für den Bürgerhaushalt 2008 formal abgeschlossen.

Die Gründe dafür, welche der Vorschläge aus dem Bürgerhaushaushalt umgesetzt werden sollen und welche nicht, werden anschließend öffentlich zugänglich gemacht.

Link zur Originalquelle

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Kölner Militärring soll tiefer gelegt werden

Das von Oktober bis November durchgeführte Beteiligungsverfahren zum Kölner Bürgerhaushalt kann ein erstes Ergebnis aufweisen. Der auf Platz eins der meist diskutierten und befürworteten Vorschläge mit dem Titel „Die schlimmste Kreuzung der Stadt“ soll nun umgesetzt werden. Gemeint ist der Umbau der Kreuzung Luxemburger Straße/Militärring.

Laut Mitteilung der Stadtverwaltung wird eine Tieferlegung des Militärrings bei den Verkehrsplanungen für den Kölner Westen favorisiert. Zwar gäbe es noch keine genaue Zeitplanung. Aber es hätten bereits erfolgreiche Gespräche mit dem Landesbetrieb Straßenbau NRW sowie der Häfen und Güterverkehr Köln AG gegeben, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Lesen Sie mehr zum Thema:
Kölner Stadtanzeiger
www.koeln.de

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Abschluss des Kölner Bürgerhaushalts? Jetzt schon ein Erfolg?

„Der Bürgerhaushalt war war ein Supererfolg“, so zitiert köln.de Stadtkämmerer Peter Michael Soénius am Dienstag, 20.11.2007. Die Presse überschlägt sich mit Erfolgsmeldungen und die Projektpartner zeigen sich sehr zufrieden und überrascht über die sehr hohen Beteiligungszahlen.

In der Tat war die Beteiligung überwältigend. Bis zur Halbzeit am 09.11. wurde die Internetseite des Kölner Beteiligungshaushaltes 2007 „Deine Stadt – Dein Geld“ etwa 300000 mal abgerufen. 4200 Teilnehmer machten etwa 3250 Vorschläge, ergänzten diese mit 5350 Kommentaren und bewerteten die Beiträge 28000 mal. Bis zum Ende der Konsultationsphase am Montag, 19.11. setzten die Kölner noch einen obendrauf: 670000 Seitenabrufe, 10200 Beteiligte (davon 7600 mit Benutzerregistrierung), ca. 5000 Vorschläge mit 9200 Kommentaren und 52600 Bewertungen.

Diese Zahlen übertreffen die Erwartungen aller Projektpartner bei weitem. Und bei aller berechtigter Freude über den bisherigen, so erfolgreichen Verlauf des Verfahrens, bergen die Zahlen eine schwere Verantwortung: „Wenn dieses Verfahren nicht angenommen würde, wäre das eine Katastrophe“, so Dr. Josef Wehner vom Fraunhofer Institut IAIS und wissenschaftlicher Begleiter des Verfahrens. Die Kölnerinnen und Kölner haben das Beteiligungsspiel aufgenommen und den Ball Ihrer Verwaltung und ihren politischen Vertretern zugespielt. Nun liegt es an den Verantwortlichen im Kölner Rathaus, diesen aufzunehmen und die eingebrachten Vorschläge in den anstehenden Haushaltsverhandlungen zu berücksichtigen. Dabei geht es weniger darum, auf Gedeih und Verderb, jeden der gemachten Vorschläge aufzunehmen und in irgendeiner Art und Weise in den neuen Haushalt einfließen zu lassen. Vielmehr muss den engagierten Bürgerinnen und Bürgern – und allen anderen, die diesmal nur zugesehen haben – deutlich gemacht werden, dass sich ihr Engagement lohnt, dass ihre Meinung nicht nur im Äther, sondern auch in den anschließenden politischen Verhandlungen als Input gefragt ist. Und das die Kölnerinnen und Kölner inhaltlich relevanten Input in einer angemessenen Diskussionsatmosphäre geben können, haben sie zur genüge bewiesen.

Bei der Auswertung der Beiträge möchte sich die Stadt an den Bewertungen der Beteiligten orientieren. Konkret sollen Bestenlisten aller Beiträge aus den drei Diskussionsthemen erstellt werden. Die Beiträge, die von den meisten Bürgerinnen und Bürgern positiv bewertet werden, sollen in den nächsten Wochen von den entsprechenden Fachverwaltungen auf ihre rechtliche und pragmatische Umsetzbarkeit geprüft werden und ab Anfang Januar 2008 in die anstehenden Haushaltsberatungen eingebracht werden. Letztendlich muss die Politik über die Vorschläge entscheiden und ihren Bürgerinnen und Bürgern eine qualifizierte und nachvollziehbare Begründung für ihre Entscheidung liefern.

In diesem Sinne hat der erste Kölner Bürgerhaushalt gerade erst begonnen. Die Konsultationsphase wurde zwar am vergangenen Montag sehr erfolgreich abgeschlossen. Die Phase der Umsetzung‑ und Rechenschaft liegt aber noch vor den Beteiligten. Ob der Kölner Bürgerhaushalt zum „vollen Erfolg“ wird, wird also erst feststehen, wenn der neue Haushalt 2008 für Köln beschlossen wurde und die Kölner dargelegt bekamen, wie und warum (nicht) ihre Vorschläge politische Realität wurden.

Ginge es nach dem Willen von Kämmerer Soénius, so sollten die Bürgerinnen und Bürger Kölns demnächst auch über andere haushaltsrelevante Politikbereiche öffentlich diskutieren und auf diesem Wege Politik und Verwaltung auf noch breiterer Basis Handlungsvorschläge unterbreiten. Bis es so weit ist, bleibt die Internetseite des Kölner Bürgerhaushalts mit allen Beiträgen und Kommentaren unter https://buergerhaushalt.stadt-koeln.de online. Zu gegebener Zeit möchte die Stadtverwaltung ihre Bürgerinnen und Bürger unter dieser Adresse über haushaltspolitische Fragen und den Fortgang der Haushaltsaufstellung informieren.

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