Köln

 

Köln: „Bürger als Ratgeber der Politik“

Bürger als Ratgeber der Politik
VON ANDREAS DAMM, 21.06.07, 22:24h

Etwa jeder Fünfte erklärt sich zur Mitarbeit am „Bürgerhaushalt“ bereit.

Wie sehen die Straßen, Wege und Plätze aus, und wie ist es um die Grünanlagen bestellt? Das sind die Themen, für die sich die Kölnerinnen und Kölner unter finanzpolitischen Gesichtspunkten am meisten interessieren. Wenn die Bürger demnächst erstmals von den Politikern in Haushaltsfragen zurate gezogen werden, wollen sie vor allem über die Ausgaben für ein besseres Erscheinungsbild ihrer Stadt mitentscheiden. Dieses Zwischenergebnis einer repräsentativen Befragung teilte die Stadtverwaltung dem Finanzausschuss des Rates mit. Themen wie Schule, kulturelle Angebote, Sport und Kindertagesstätten hätten die Teilnehmer als weniger interessant eingestuft.

Alltägliche Erfahrung

Der „Bürgerhaushalt“ wird von dem Gedanken getragen, dass Einwohner, Vereine und gesellschaftliche Gruppen durchaus als Fachleute für ihre Stadt betrachtet werden können. Ihr Wissen fußt auf alltäglicher Erfahrung, und das will der Rat nutzen. Der Umfrage zufolge halten 38 Prozent der Kölnerinnen und Kölner diese Form der Beteiligung für „längst überfällig“. Lediglich vier Prozent vertreten die Meinung, das dieses Verfahren „nichts bringe“. Etwa jeder Fünfte erklärte sich zur Mitarbeit bereit. Die Mehrheit will erst entscheiden, wenn weitere Informationen vorliegen.

Zumindest bei den am häufigsten genannten Themen sollen die Bürger den Etat für das Jahr 2008 an mitgestalten. Später soll die Beteiligung auf andere Gebiete ausgedehnt werden. Zur Vorbereitung will die Stadtverwaltung bis zum kommenden Herbst allen Einwohnern ein Informationsblatt schicken. Interessenten sollen dann eine umfassende Haushaltsbroschüre erhalten. Zudem will die Stadt für den Bürgerhaushalt eine Internet-Seite erstellen lassen.

Das Verfahren sehe vor, dass der Rat den Bürgern Rechenschaft darüber ablegt, warum er einen Vorschlag aufgenommen oder abgelehnt hat. Gerade negative Entscheidungen müssten schlüssig begründet sein. Andernfalls könnten sich die Bürger verprellt fühlen. Die Öffentlichkeit, heißt es in der Mitteilung der Verwaltung, müsse „bei der Ablehnung ihrer Vorschläge die Beweggründe des Rates nachvollziehen können“. So lasse sich eine Akzeptanz der Ablehnungen erreichen.

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Köln (PLZ 50667)

Standortdaten

Stadt/Kommune

Name: Köln

Postleitzahl: 50667

Status: E


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Bürgerhaushalt für Köln ab 2008 möglich

Bericht aus dem Kölner Stadtanzeiger:

Bürgerhaushalt für Köln ab 2008 möglich
ERSTELLT 21.12.06, 07:39h

Der Kölner Stadtrat hat 2004 beschlossen, einen Bürgerhaushalt aufzustellen. Gerade wegen der schlechten Haushaltslage sei es wichtig, die Bürger in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

2008 wird das „Neue kommunale Finanzmanagement“ umgesetzt und so eine Voraussetzung für den Bürgerhaushalt geschaffen. Dann wird der bislang schwer lesbare städtische Haushaltsplan verständlicher. Die Kosten für einzelne Leistungen wie eine einzelne Unterrichtsstunde der Volkshochschule oder die Pflege von einem Quadratmeter Grün sollen so genau dargestellt werden. Freiwillige Leistungen werden deutlich von Pflichtaufgaben unterschieden.

Zur Idee des Bürgerhaushaltes gehört, dass die Bürger zunächst verständlich informiert werden müssen, sich dann beteiligen können und schließlich Politik und Stadt Rechenschaft über ihre Beschlüsse ablegen müssen. Der Rat muss sich erklären, wenn er Vorschläge der Bürger ablehnt und anders entscheidet. Diskutiert wird ausschließlich über so genannte freiwillige Leistungen der Kommune.

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