Lichtenberg

 

Lichtenberg: Auftakt zum Bürgerhaushalt 2010

Der Bürgerhaushalt in Berliner Bezirk Lichtenberg geht in eine neue Runde. So heißt es in der Einladung zum Pressegespräch [PDF]:

Bücher in vietnamesischer Sprache gibt es seit kurzem in Lichtenberger Bibliotheken. Ein Etat in Höhe von 3 500 Euro ist in diesem Jahr für die Anschaffung vietnamesischer Literatur eingeplant – dies ist ein Ergebnis des Bürgerhaushalts. Ein Beispiel dafür, wie Vorschläge der Lichtenberger/innen realisiert werden, ist auch der Einbau eines Fahrstuhles in das Gebäude Paul-Junius-Straße 72 – Sitz von Volkshochschule und Schostakowitsch Musikschule.

Weitere Ergebnisse und der Auftakt zur neuen Beteiligungsrunde am Bürgerhaushalt 2010 sind Themen des Pressegespräches, zu dem Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich für Mittwoch, den 11. Juni, um 10 Uhr in das Rathaus Lichtenberg, Möllendorffstraße 6, Raum 106 einlädt.

Sie informiert gemeinsam mit dem stellvertretenden Bürgermeister Andreas Geisel über die Vorbereitungen zur Bürgerversammlung am 21. Juni, zu den Stadtteilkonferenzen, der Online-Beteiligung und der Haushaltsbefragung. Dietmar Lederer, Projektleiter am soziokulturellen Zentrum Friedrichsfelde Süd informiert darüber, wie im Stadtteil über den Bürgerhaushalt diskutiert wird und wie die Einwohnerinnen und Einwohner sich daran beteiligen.

Auch in diesem Jahr können in allen 13 Stadtteilen die Bewohner/innen an Diskussionsrunden zum Bürgerhaushalt teilnehmen und Projekte für ihren Kiez entwickeln. Kooperationspartner sind die soziokulturellen Zentren in den Stadtteilen. Neu ist, dass auch Projekte der Stadtteilarbeit und die Planung von vier Millionen Euro für Bauinvestitionen diskutiert werden. Außerdem werden im Pressegespräch Fragen zum Umgang der Bezirksverordnetenversammlung mit den Bürgervorschlägen bei der Haushaltsplanaufstellung 2009 und zu den Vorschlägen, die keine Berücksichtigung fanden, beantwortet.

Einladung zum Pressgespräch Bürgerhaushalt 2010 [PDF] >>>

[mehr]

 

Weltbank interessiert an Lichtenberger Bürgerhaushalt

Die Weltbank ist am Bürgerhaushalt interessiert. Die Berliner Bürgermeisterin Christina Emmrich wurde von der Weltbank nach Südafrika eingeladen. Das Interesse am Lichtenberger Haushalt ist groß. So schreibt die Welt Online: „Aus der Washingtoner Zentrale dieser Internationalen Bankengruppe für Wiederaufbau und Entwicklung hat Bürgermeisterin Christina Emmrich (Linke) jetzt einen Brief erhalten. Darin eine persönliche Einladung, auf einem internationalen Workshop im März in Südafrika Erfahrungen mit der Einbeziehung der Bürger in die Haushaltsplanung zu vermitteln. […]

Lesen Sie hier mehr:
Welt Online: „Bürgerhaushalt: Weltank interessiert“
Berliner Morgenpost: „Weltbank ist interessiert am Bürgerhaushalt – Lichtenberg soll seine Erfahrungen darlegen“

[mehr]

 

TAZ.de: Per Internet, Briefwahl und auf Bürgerversammlungen bringen die Lichtenberger ihre Ideen für den Haushalt ein

Der Berliner Bezirk Lichtenberg praktiziert die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger am Haushaltsplanungsverfahren zum 3. Mal. Besonderes Kennzeichen dieses Verfahrens ist der konsequent medienübergreifende Ansatz. So können sich die Bürgerinnen und Bürger über das Internet, in Bürgerversammlungen vor Ort und schriftlich via eines Fragebogens beteiligen. Der Artikel der TAZ beschreibt das Verfahren und gibt kleine Einblicke in die Ergebnisse, die nun den Bezirksverordneten vorgelegt werden.

Hier geht es zum Artikel vom 28.12.2007

[mehr]

 

Potsdamer Bürgerhaushalt: Berlin Lichtenberg steht Pate für Verfahren

In ihrem zweiten Anlauf zu einem Bürgerhaushalt überläßt die Potsdamer Verwaltung nichts dem Zufall. Ein solider Zeitplan, klare Themen und erprobte Verfahrensmodelle sollen das Beteiligungsangebot zu einem Erfolg für alle – BürgerInnen, Verwaltung und Politik – machen.

Am 10. Mai 2007 fand die erste Sitzung des Projektteams mit Vertretern der Stadtverordnetenversammlung, der Stadtverwaltung, der Projektleitung und vier (per Losverfahren ermittleten) Vertretern der Bürgerschaft statt.

Über die Sommerpause folmulierte das Projektteam die Themen, die im Bürgerhaushalt 2008 zur Debatte freigegeben werden sollen. Wie die Märkische Allgemeine (04.09.2007) berichtet, spannt sich der von Finanzdezernent Burkhard Exner (SPD) vorgestellte Bogen von kulturellen Leistungen wie der Kammerakademie, den Museen und der Bibliothek über Bürgerhäuser und den Öffentlichen Nahverkehr bis zu Sportförderung, Jugendsozialarbeit, Grünflächenpflege und Abfallentsorgung. Die ausgewählten Gegenstände entstammen im wesentlichen dem Katalog freiwilliger Leistungen. Eine Ausnahme nehmen die Pflege und Unterhaltung von Gemeinde‑, Landes‑ und Bundesstraßen ein, die zu den so genannten pflichtigen Selbstverwaltungsaufgaben der Kommune zählen.

Zur Teilnahme am Bürgerhaushalt sind alle Potsdamer BürgerInnen unabhängig von Ihrem Alter berechtigt. Lediglich für Abstimmungen wurde ein Mindestalter von 14 Jahren festgelegt.

Eröffnet wurde das Verfahren am 13. September mit einer Bürgerversammlung im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte. Bis 28. Oktober haben alle Interessierten die Möglichkeit sich via Internet, Fragebögen und Bürgerversammlung an der Haushatsdiskussion zu beteiligen. Die Abstimmung erfolgt über drei parallele Wege per Punktesystem. Jeder Beteiligte kann auf einer von drei Listen (Internet, Fragebögen und Bürgerversammlung) insgesamt fünf Punkte auf eines oder mehrere der zur Debatte stehenden Themen verteilen. Nach Abschluss des Verfahrens werden die Punktewertungen aller drei Listen miteinander abgeglichen und zusammen gefaßt.

Auffällig ist die starke Anlehnung der Verfahrensstruktur an den Bürgerhaushalt in Berlin Lichtenberg. Auch hier können die BürgerInnen per Internet, Post oder Bürgerversammlung ihre Vorschläge in die Diskussion einbringen und per Punktewertung abstimmen. Die Evaluation des Lichtenberger Bürgerhaushaltes 2006 ergab, dass gerade der Mix unterschiedlicher Kanäle, also Vor-Ort-Veranstaltungen, Internet und schriftliche Beteiligung erfolgreich sind, da dadurch unterschiedliche Gruppen innerhalb der Bürgerschaft angesprochen werden, als dies nur durch eine Veranstaltungsform erreicht würde. Interessanterweise wurde das Internet von den Lichtenbergern nicht nur als Beteiligungsinstrument genutzt. So fanden BürgerInnen, die sich über Vor-Ort-Veranstaltungen oder Per Post am Verfahren beteiligten die Möglichkeit der Vorabinformation im Internet sehr hilfreich.

Angesichts der Vorerfahrungen in Berlin Lichtenberg und die gründliche Vorbereitung durch die Stadtverwaltung können an den Potsdamer Bürgerhaushalt 2008 hohe Erwartungen gestellt werden. Die Ergebnisse des Verfahrens, ⅾ.h. die bewerteten Vorschläge aus der Bürgerschaft, sollen im Februar 2008 an die Stadtverordneten übergeben werden. Grundsätzlich bleibt es dem Gremium selbst überlassen, wie es mit den Ergebnissen des Bürgerhaushalts umgeht. Idealerweise würde die Bürgerliste in den Haushaltsentscheidungen der Stadtverordneten berücksichtigt. Für ein Mindestmaß an Transparenz – und nicht zu vergessen, auch die Motivation seitens der BürgerInnen für weitere Verfahren – sollte die Liste zum Abgleich der Haushaltsentscheidungen der Verwaltung mit dem Mehrheitsinteresse der am Bürgerhaushalt beteiligten BürgerInnen dienen.

[mehr]

 

Bezirksbürgermeisterin Lichtenberg: Bürgerhaushalt ist normales Dienstgeschäft geworden

Der Lichtenberger Bürgerhaushalt geht in die 3. Runde

Für den Haushalt 2009 werden ab dem 3.9.2007 über 6 Wochen in 13 Stadtteilkonferenzen Vorschläge gesammelt und durch Voten in eine Rangfolge gebracht. In der gleichen Zeit steht auch das Internet als weiterer Beteiligungskanal zur Verfügung (E-Partizipation): Auch dort können Vorschläge abgegeben werden und durch die Vergabe von Pro‑ oder Contra-Chips bewertet werden. Die Vorschläge bzw. Voten aller 13 Stadtteilversammlungen und aus dem Internet werden zusammengeführt (jeweils 10 = 140) und durch eine Redaktion (gewählt in den Stadtteilkonferenzen und im Internet) redaktionell bearbeitet, bevor sie dann als überarbeitete Liste erneut zu einer Abstimmung (per Post oder Internet) den Bürger/innen vorgelegt werden. Abschließend werden die so gewählten Vorschläge (Rangliste aller Vorschläge) im Rahmen einer Abschlussveranstaltung an die Bezirksverordnetenversammlung übergeben.

Zur Disposition und Diskussion stehen die sogenannten steuerbaren Produkte, also alle freiwilligen Ausgaben wie Bibliotheken, Musikschule, usw.

In einem Interview des Inforadio.de wird die Bürgermeisterin des Bezirks Lichtenberg, Christina Emmrich, u.a. dazu befragt, auf welche Ressonanz das Verfahrensangebot der Verwaltung stoßen würde. Demnach nahmen im letzten Jahr 2006 (für den Haushalt 2008) 4000 Lichtenberger und Lichtenbergerinnen teil. Auf dem ersten Blick könnte man fast der interviewführenden Journalisten des Inforadio.de, die das Interview mit „Demokratie stößt auf wenig Interesse“ betitelt, zustimmen. Denn 4000 erscheinen auf dem ersten Blick gering bei einer Einwohnerzahl von 260.000. Aber im Vergleich zu Haushaltsaufstellungen ohne Bürgerbeteiligungshaushalte – in ganz Deutschland dürfte dann die Beteiligung egal in welcher Kommune gegen „Null“ tendieren – ist dies eine durchaus ansehnliche Zahl. Frau Emmrich geht in dem Interview davon aus, dass durch die Ausweitung der Stadtteilkonferenzen von 5 (letztes Verfahren) auf jetzt 13 die Teilnehmerzahl im Lichtenberger Bürgerhaushaltsverfahren noch weiter steigen wird.

Interessant ist die Aussage der Bezirksbürgermeisterin, dass der Lichtenberger Bürgerbeteiligungshaushalt mittlerweile zum normalen Dienstgeschäft, also ein selbstverständlicher Teil des Verwaltungshandelns geworden sei. Allerdings hätte man auch in Lichtenberg zunächst die Hürde des 1. Verfahrens, das immer viel aufwändiger sei als die Folgeverfahren, nehmenn müssen.

„Der eigentliche Aufwand hält sich schon in Grenzen. Und wenn man ihn vergleicht mit dem was man da erlebt an Diskussionen, an Vorschlägen, an Engagement, dann ist es gar keiner“.

Das ganze Interview mit der Bezirksbürgermeisterin Christina Emmrich können Sie hier hören.

[mehr]

 

Berlin Lichtenberg: Das Volk verteilt 30 Millionen Euro, Bürger reden mit beim Etat

Quelle: Berliner Zeitung online
Datum: 24.08.2007

LICHTENBERG. 5 000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Lichtenberger bekommen demnächst Post von der Bezirksbürgermeisterin. Christina Emmrich (Linke) lädt sie zu den Beratungen über den Bürgerhaushalt ein. Wie schon in den beiden Vorjahren können die Lichtenberger mit darüber entscheiden, wofür der Bezirk Geld ausgibt. Unter dem Motto „Wir rechnen mit ihnen“ steht diesmal der Haushalt 2009 zur Debatte. Es geht um 30,7 Millionen Euro – jene Summe, die 2009 für Bibliotheken, Sportstätten, Verkehr, Senioreneinrichtungen, Volkshochschule, Kultur oder Umwelt zur Verfügung steht.

Lesen Sie den Originalbeitrag auf www.berlinonline.de/berliner-zeitung.

Informationen zum Bürgerhaushalt in Berlin Lichtenberg erhalten Sie unter http://www.buergerhaushalt-lichtenberg.de

[mehr]

 

Bürgerhaushalt Berlin Lichtenberg

Kurzer bericht von Nilz Zierath (Juni 2007)

Internetadresse des Lichtenberger Bürgerhaushalts >>>

Bericht

Information über Bürgerhaushalt:
Die Bürgerhaushalt startete mit einer verständlichen Darstellung des Haushaltes (lesbarer) Haushalt.

Beteiligungsinstrumente:
Medienübergreifende, breit angelegte Bürgerbeteiligung:

–> Die Bürger und Bürgerinnen können sich vor Ort auf zentralen und dezentralen Bürgerversammlungen über den Haushalt informieren und Vorschläge einbringen.

–> Weiterhin können Sie im Internet Vorschläge entwickeln.

Reichweite:
Eigentlich war und ist keine der Veranstaltungen alleine die erfolgreichste – die Evaluation des Bürgerhaushaltes 2006 ergab (vgl. Publikation von Klages/Daramus „‚Bürgerhaushalt Berlin-Lichtenberg‘“, 2007), dass gerade der Mix unterschiedlicher Kanäle, also Vor-Ort-Veranstaltungen, Internet und schriftliche Beteiligung erfolgreich ist, dergestalt, dass dadurch unterschiedliche Bürger/innen angesprochen werden, also insgesamt mehr unterschiedliche Bürger/innen beteiligt werden, also dies nur durch eine Veranstaltungsform erreicht wird. Interessant ist allerdings, dass das Internet nicht nur als Beteiligungsinstrument genutzt wurde, sondern auch von Bürger/innen, die sich über den Verlauf des gesamten Verfahrens informieren wollten, also auch über die Angebote anderer Veranstaltungen vor Ort und deren Ergebnisse.

Wurde das internet eingesetzt?:
Zur Information über den Haushalt und Bürgerhaushalt und zur Entwicklung und Bewertung von Vorschlägen

[mehr]

 

Verwaltungsmodernisierung durch Bürgerhaushalte?

Mein Name ist Ernst–Ulrich Reich, im „normalen Leben“ bin ich Leiter des Steuerungsdienstes im Bezirksamt Lichtenberg von Berlin. In der Zeit von Juni 2003 bis Juli 2006 habe ich die Leitung des Projekts der Berliner Neuordnungsagenda 2006 „Partizipative/r Haushaltsplanaufstellung, –beschluss und –kontrolle im Bezirk“ – kurz „Bürgerhaushalt“ übernommen.

An dieser Stelle möchte ich auf die verwaltungsmodernisierenden Aspekte hinweisen, die das Projekt Bürgerhaushalt, obwohl auf dem ersten Blick vermeindlich nicht direkt im Themenzusammenhang stehend, gerade für die Verwaltung mit sich gebracht hat.

Aber zunächst: Was heißt eigentlich „Verwaltungsmodernisierung“? Hier gibt es diverse Begriffsinhalte:
• Staats‑ und Verwaltungsreformen auf Macro‑ und Microebene
• Rationalisierung und Leistungssteigerung
• Reformen im Hinblick auf Strukturen, Verfahren, Ressourcen (Finanzen, Personal), Medien (Recht usw.) – u. ⅴ. a. ⅿ.

Ich möchte nur jeweils einen der letztgenannten Aspekte aufzeigen, die im Sinne von Reformen des New Public Management (NPM) verstanden sein sollen – hier insbesondere aus den Reformfeldern
• (internes) Verwaltungsmanagement und
• Demokratisierung und Bürgerbeteiligung.

(Internes) Verwaltungsmanagement
Die Kollision des geschichtlich in der öffentlichen Verwaltung etablierten Ressortprinzips mit Sachverhalten des täglichen Lebens ist durch den „Bürgerhaushalt“ einmal mehr sichtbar geworden – in diesem Fall durch die Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger sowie der weitere Umgang damit.
Es wurde deutlich, dass die jetzige Verwaltungs(aufbau)organisation ein nur suboptimales Reagieren auf die Bedürfnisse der Bürger erlaubt. Das Lebenslagenprinzip steht wieder im Raum, denn der Bürgerhaushalt hat bestätigt, was im Grunde bereits bekannt ist: Die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger lassen sich nicht nach Ressorts abgrenzen, folglich sollte die Verwaltung nach einem Prinzip organisiert werden, das eine ressortübergreifende Zusammenarbeit möglich macht und fördert.
Ein erster Schritt hierzu ist im Bezirksamt Lichtenberg von Berlin insoweit vollzogen worden, als das eine (durch Politik moderierte) ressortübergreifende Arbeitsgruppe, die sog. „AG Planungsvernetzung“, installiert wurde, in welcher alle Planungen der Bezirksverwaltung aufeinander abgestimmt werden; seit kurzem ist in dieser AG auch die (organisierte) Bürgerschaft vertreten.

Die ämter‑ und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit der verschiedenen bezirklichen Organisationseinheiten hat nach deren Aussage sogar dazu geführt, dass ein erheblich besseres Verständnis für die Aufgaben und Aufgabenerledigung der jeweils Anderen sowie ein „Wir-Gefühl“ in der Darstellung der unterschiedlichen Aufgabenbereiche entstanden ist – ein nicht unerheblicher Beitrag im Rahmen eines entstehenden Corporate Identity.

Demokratisierung und Bürgerorientierung
Das Zusammenspiel zwischen Politik und Verwaltung war bei der Umsetzung des Projektes, auch nach Auffassung der Evaluierenden, sehr gut. Die Projektorganisation von der Besetzung des Lenkungsgremiums bis hin zur Durchführung der Veranstaltungen war so angelegt, dass sowohl Vertreter von der Politik als auch von der Verwaltung eingebunden wurden. Dieses Vorgehen hat sich bei Modernisierungsprojekten im Zusammenhang mit der Einführung des Neuen Steuerungsmodells im Übrigen ebenfalls bewährt .

Wie die am Projekt Bürgerhaushalt Beteiligten mittlerweile festgestellt haben, hat der Bürgerhaushalt Berlin-Lichtenberg große Aufmerksamkeit bei Öffentlichkeit und Politik auf den Bezirk gelenkt und damit eine wesentliche Imageverbesserung bewirkt.
Lichtenberg hat sich nach den mir bekannt gewordenen Aussagen als modern, innovativ und vor allem bürgernah präsentiert. Die Verwaltung will, angestoßen durch das Projekt Bürgerhaushalt wissen, was die Bürgerschaft denkt; sie will bürgerfreundlicher werden und lässt sich dafür auch in die Karten schauen.
Gleichzeitig hat der Bürger Einblick in die komplizierte Haushaltsthematik erhalten und ein besseres Verständnis entwickeln können, auch für die Schwierigkeiten und Grenzen politischer Entscheidungen. Ein derart „trockenes“ Thema wie öffentliche Haushalte den Bürgern verständlich näher gebracht zu haben, ist ein Erfolg für die Verwaltung.

Ähnlich ist die Trennung beeinflussbarer und nicht beeinflussbarer Leistungen und Produkte zu betrachten. Bürgerinnen und Bürgern sollte eine freie Bedürfnisäußerung ohne Rücksicht auf Zuständigkeiten möglich gemacht werden. Es ist dann Aufgabe der Verwaltung, die entsprechenden Wege zu beschreiten, um eine Befriedigung dieser Bedürfnisse zu realisieren, wobei hierunter nicht lediglich die Weiterleitung an entsprechend zuständige Stellen zu verstehen ist.
Das Lebenslagenprinzip bietet auch hier eine optimale Struktur an, innerhalb derer unterschiedliche Verwaltungsebenen gemeinsam an einer Problemlösung arbeiten. Der Aufwand einer solchen, rechtlich verankerten, Umorganisation ist allerdings beträchtlich und möglicherweise der Grund dafür, dass ein solches Vorhaben bisher wohl nicht in Angriff genommen worden ist.

Projekte wie der Bürgerhaushalt zeigen jedoch die Grenzen und Schwächen der jetzigen Verwaltungsstruktur auf, die auf Dauer nicht ignoriert werden sollten .

[mehr]

Seite 2 von 2«12