Wahlkampf

 

3. Statusbericht: Bürgerhaushalte in Deutschland (März 2010)

Der 3. Statusbericht seit dem Bestehen der Seite Buergerhaushalt.de bietet einen kurzen Überblick über alle auf der Seite dokumentierten Bürgerhaushalt-Kommunen und ihre Status. Alle Kommunen sind nach ihren Status in einer Tabelle gelistet.

140 Kommunen sind inzwischen in die Karte der Bürgerhaushalte in Deutschland aufgenommen. 67 davon sind bereits aktive Kommunen, das heißt sie haben einen Bürgerhaushalt beschlossen (Status „B“), eingeführt („E“), fortgeführt („F“) oder informieren ihre Bürger über den Haushalt („I“) – zum Vergleich im Juli 2009 waren es 58 aktive Kommunen.

Innerhalb der aktiven oder diskutierenden Kommunen gab es außerdem einige Statusänderungen im vergangenen halben Jahr. Für Münster änderte sich der Status von „I“ zu „D“. Bei den Kommunen Ingolstadt, Hürth, Strausberg und Jüterbog änderte sich der Status von „D“ zu „E“. In Solingen und Trier änderte sich der Status zunächst von „D“ zu „B“ und dann weiter zu „E“. Oldenburg veränderte seinen Status von „B“ zu „E“. Für Bad Wildungen änderte sich der Status von „E“ zu „F“.

Seit dem letzten Statusbericht im Juli 2009 ist besonders die Zahl der Kommunen, in denen ein Bürgerhaushalt diskutiert wird – Kommunen mit Status „D“ – angestiegen, von 52 auf 69. Diese Entwicklung zeigt, dass das Thema Bürgerhaushalt besonders in Zeiten knapper Kassen in immer mehr Kommunen zum Thema wird.

Der 3. Statusbericht als PDF zum Download >>>

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Henstedt-Ulzburg: Bürgermeister-Kandidat möchte Bürgerhaushalt

Pressemitteilung des Bürgermeister-Kandidaten Christian Carstensen:

Spätestens zum Haushalt 2012 sollen die Bürgerinnen und Bürger von Henstedt-Ulzburg über die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde mitentscheiden dürfen. Dafür setzt sich Bürgermeisterkandidat Christian Carstensen ein.

„Beim Haushalt der Gemeinde geht es um das Geld aller Bürgerinnen und Bürger von Henstedt-Ulzburg, deswegen sollen auch alle an den Haushaltsberatungen beteiligt werden“, so Christian Carstensen. Das Mittel dafür ist der Bürgerhaushalt. Die Idee ist seit rund zwanzig Jahren weltweit erprobt und findet auch in deutschen Kommunen immer mehr Anwendung.

Dazu Christian Carstensen: „Nach meiner Wahl zum Bürgermeister werde ich mich dafür einsetzen, dass erstmals der Haushalt 2012 auch in Henstedt-Ulzburg ein Bürgerhaushalt wird.“

Der Vorschlag des Kandidaten für die Wahl am 25. April folgt einer einfachen Grundhaltung: „Einsame Entscheidungen der politischen Verantwortlichen in Rathäusern und Parlamenten fern von der Bevölkerung sind nicht mehr zeitgemäß. Vielmehr haben die Bürgerinnen und Bürger selbst ein gutes Gespür für notwendige Veränderungen in ihrer Nachbarschaft und Gemeinde. Es wäre daher ein großer Fehler, das Wissen und die Ideen der Menschen vor Ort nicht zu beachten. Aufgabe von Verwaltung und Politik muss es eher sein, alle Bürgerinnen und Bürger anzusprechen, sie zu eigenen Vorschlägen zu motivieren und ihre Anregungen ernst zu nehmen.

Kein Politikfeld eignet sich dafür besser, als die Beratung über den Haushalt. Werden doch mit dem Beschluss über die Einnahmen und Ausgaben die Rahmenbedingungen für die zukünftige Entwicklung der Gemeinde festgelegt. Es wird dabei nicht über irgendwelches Geld gesprochen sondern über das Geld der steuern‑ und abgabenzahlenden Bevölkerung. Und deswegen gilt:

Weil es um das Geld der Bürger geht, braucht Henstedt-Ulzburg den Bürgerhaushalt!“

Webseite von Christian Carstensen >>>

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Bitterfeld-Wolfen: Bürgerhaushalt im Rahmen des OB-Wahlkampfes in Diskussion

Die amtierende Oberbürgermeisterin von Bitterfeld-Wolfen, Petra Wust, hat im Vorfeld der anstehenden Wahl am 08.11.2009 angekündigt, sie möchte im Falle ihrer Wiederwahl einen Bürgerhaushalt einführen – so berichtet die Mitteldeutsche Zeitung:

Diese Anfänge sollen in einem so genannten Bürgerhaushalt gipfeln, bei dem die Einwohner mit diskutieren können, wofür die zur Verfügung stehenden Finanzen ausgegeben werden sollen. Von der Einbeziehung der Bevölkerung erhofft sich die Oberbürgermeisterin Petra Wust ein „ganz anderes Verhältnis zu den Projekten und Vorhaben mit ihren Vor‑ und Nachteilen“.

Bitterfeld Wolfen erhält in der Karte den Status „D“. (“D“ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor.)

Zum Artikel der Mitteldeutschen Zeitung >>>

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Hattingen: Bürgermeisterkandidatin will Bürgerhaushalt einführen

Und noch ein Wahlversprechen: Die Bürgermeisterkandidatin der Stadt Hattingen (ca. 56.000 EW) Dagmar Goch (SPD) will einen Bürgerhaushalt einführen. So zu lesen in einem Interview-Beitrag im Der Westen „Kein Versprechen mehr“.

Wir haben Hattingen in unsere Karte aufgenommen und den Status „D“ vergeben. (Ⅾ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor.)

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3 neue Wahlversprechen

Wir haben drei neue Kommunen in unsere Karte aufgenommen: Rösrath (ca. 27.000 EW), Euskirchen (ca. 55.000 EW) und Erftstadt (ca. 51.000 EW). Auch dort wird der Bürgerhaushalt als Wahlversprechen in den Ring geworfen – möglicherweise hat auch der Kölner Bürgerhaushalt eine gewisse Austrahlungskraft entfaltet. Wir sind gespannt, ob der Bürgerhaushalt in diesen drei Städten eingeführt werden wird, und wenn ja, auf welchem Niveau.

Zunächst erhalten alle drei „Kandidaten“ den Status „D“ (Ⅾ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor).

Hier Meldungen aus der Presse zu:
Rösrath: „Streit um den richtigen Sparkurs“, Kölner Stadtanzeiger >>>
Erftstadt: „Plädoyers für einen neuen Stil im Rathaus“, Kölnische Rundschau >>>
Euskirchen: „Zwei Frauen gegen Friedl“, Kölner Stadtanzeiger >>>

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Bonn: OB-Kandidat Nimptsch will Bonner zum Haushalt befragen

Jürgen Nimptsch, der OB-Kandidat der SPD, möchte im Falle seiner Wahl die Bonner Bürgerinnen und Bürger am Tag der Landtagswahl im Mai 2010 befragen – so heißt es in großformatigen Anzeigen in Bonner Wurfzeitungen – „[wofür] wir im Haushalt 2011⁄12 unser Geld ausgeben. Wir werden dann besser und gemeinsam darüber befinden können, was wir uns in diesen beiden Jahren leisten wollen und können.“

Im Falle der Wahl von Nimptsch und entsprechender Umsetzung, würde der Bürgerhaushalt in Bonn, der bislang auf niedrigen Niveau, wenig wahrnehmbar und mit weitgehend unattraktiven Beteiligungsangeboten durchgeführt wurde, durch eine stadtweite Befragung einen starken Impuls erhalten. Andererseits würde diese Form der Beteiligung nicht ausreichen, um von einem Bürgerhaushalt zu sprechen, da zur Konsultation der Bevölkerung weiter reichende Konsultations-Instrumente eingeführt werden müssten und – unabhängig davon – Rechenschaft darüber gegeben werden müsste, wie die Ergebnisse der Befragung (und weiterer Beteiligungskanäle) Eingang in den Haushaltsplanungsprozess finden. Aber immerhin – eine solche Befragung könnte eine gute Gelegenheit für die Reanimation des Bonner Bürgerhaushaltes darstellen.

Im Wahlprogramm der SPD findet sich folgende Aussage zur Fortentwicklung des Bonner Bürgerhaushaltes:

Gerade in krisenhaften Zeiten ist
es wichtig, die Menschen bei den
erforderlichen Entscheidungen
mitzunehmen. Bei der Haushaltsplanung
der nächsten Jahre
wollen wir die Bürgerinnen und
Bürger daher im Rahmen der Fortentwicklung
des Bürgerhaushaltes
besser einbinden. Hierbei werden
wir insbesondere die Kölner
Erfahrungen auswerten und auf
die Übertragbarkeit nach Bonn
überprüfen.

Wir werden beobachten, was in Bonn geschehen wird und hier darüber berichten.

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Warendorf: Bürgermeister Walter will Wahlversprechen 2004 einlösen

Laut eines Berichtes der Ahlener Zeitung möchte der jetzige Bürgermeister von Warendorf, Jochen Walter, im Falle seiner Wiederwahl sein Wahlversprechen von 2004, einen Bürerhaushalt in Warendorf einzuführen, diesmal umsetzen:

Walter sagt offen, was er von seinen Wahlversprechen 2004 nicht verwirklichen konnte: Die Gründung eines Jugendparlament und die Einführung eines Bürgerhaushalts. „Wir hatten angesichts der Einführung des Neuen Kommunalen Finanzmangements keine ausreichenden Ressourcen mehr.“ Betroffen habe ihn gemacht, dass viele Menschen immer nur dann Kritik üben und sich politisch einbringen, wenn sie unmittelbar persönlich betroffen sind. „Deshalb resigniere ich aber nicht.“

Wir sind gespannt, ob und wann und wie der Bürgerhaushalt in Warendorf umgesetzt wird, und werden hier gerne darüber berichten.

Lesen Sie den ganzen Artikel der Ahlener Zeitung hier >>>

Wir haben Warendorf in unsere Karte aufgenommen und den Status „D“ vergeben (Ⅾ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor).

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Immernoch: Grüne fordern Bürgerhaushalt für Wuppertal

Bereits im Sommer 2008 berichteten wir von der Forderung der Grünen einen Bürgerhaushalt für Wuppertal einzuführen: Wuppertal: GRÜNE fordern Bürgerhaushalt >>>

Nun wird die Forderung der Grünen mit Verweis auf den erfolgreichen Kölner Bürgerhaushalt erneut laut. In einer aktuellen Pressemeldung des Talmagazins wird Lorenz Bahr, stadtentwicklungspolitischer Sprecher und OB-Kandidat der Grünen, wie folgt zitiert:

„Der Bürgerhaushalt ist auch in Zeiten finanzieller Engpässe ein Weg, Bürgerinnen und Bürger konkret mitentscheiden zu lassen, sowohl beim Geld ausgeben als auch beim Geld sparen. Die große öffentliche Beteiligung am Kölner-Bürgerhaushalt hat gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger ihre Stadt gestalten wollen. Dass am Ende nicht nur kostspielige Wunschlisten heraus kommen, hat die Stadt Köln gezeigt.

Leider verweigern SPD und CDU in Wuppertal bisher die Zustimmung für ein derartiges Projekt. Akzeptanz für politische Entscheidungen braucht heute aber eine andere, auf bereitere Beine gestellte Legitimation. Deshalb fordern wir gerade in dieser Zeit der desaströsen Finanzsituation der Stadt Wuppertal ein Projekt Bürgerhaushalt für die Stadt Wuppertal.“

Zur Meldung des Talmagazins >>>

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Mit Haan und Taunusstein diskutieren zwei weitere Kommunen den Bürgerhaushalt

In den beiden Kommunen Haan und Taunusstein (ca. 30 000 Einwohner) ist ein Bürgerhaushalt aktuell von der SPD in die politische Diskussion eingeracht worden. In Haan ist es der Oberbürgermeisterkandidat, der laut RP-Online die Einführung eines Bürgerhaushalt fordert:

Stracke räumte ein, derzeit ermögliche es die „schlechte Kassenlage“ nicht, alles sofort umzusetzen. Dem Verkauf der Stadtwerke, um Geld zu liquidieren, erteilte der Kandidat allerdings eine klare Absage. Er wolle ein Bürgermeister sein, der nicht nur verwalte, sondern auch gestalte. „Man muss Ideen haben, um etwas zu bewegen.“ Mittelfristig solle Haan schuldenfrei werden.

Als Verwaltungschef wolle er umgehend ein Umweltamt einrichten. Verbesserungen bei Bus und Bahn, ein ausgebautes Radwegenetz und ein vernünftiger Straßenunterhalt seien anzustreben. Stracke versprach auch „mehr Offenheit und mehr Bürgerbeteiligung“ – etwa durch einen Bürgerhaushalt.

Der Wiesbadener Kurier berichtet für die Kommune Taunusstein:

Die Taunussteiner Sozialdemokraten befürworten eine stärkere Einbindung der Bürger in die Gestaltung des Haushalts der Stadt. Unter dem Stichwort „Bürgerhaushalt“ schlägt die SPD in einem Antrag für die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vor.

Der Magistrat der Stadt solle aus bereits in anderen Kommunen durchgeführten Modellprojekten deren Erfahrungen auswerten. Auf dieser Basis solle eine stärkere Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Haushaltsentscheidungen erreicht werden.

Zur Meldung von RP-Online >>>

Zur Meldung des Wiesbadener Kurier >>>

Beide Kommunen haben in der Karte den Status „D“ erhalten. „D“ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor.

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Bielefeld: Bürgerhaushalt kommt im OB-Wahlkampf in Diskussion

Wie die Neue Westfälische aktuell berichtet, haben die Grünen die Einführung eines Bürgerhaushalts im Rahmen des Wahlkampfs zur Oberbürgermeisterwahl in die politische Diskussion eingebracht:

Weitere neue Vorschläge sind eine Kleinbus-Ringlinie durch die Innenstadt nach Vorbild Aachens, die Altstadt, Bahnhof und Kesselbrink miteinander verbindet, eine innerstädtische Energieplussiedlung, eine Pflanzaktion von 800 Bäumen zum 800-jährigen Stadtjubiläum 2014 und eine Stadtteilschule Jöllenbeck für Sekundarstufe Ⅰ. Auch Sozialticket, Bürgerhaushalt und der Erhalt des Freibads Gadderbaum stehen im Programm.

Immer öfter wird das Thema Bürgerhaushalt während des Wahlkampfs in die Diskussion gebracht. Auch in Bielefeld heißt es jetzt also abwarten, was nach der Wahl passiert und ob der Bürgerhaushalt auf der Agenda bleibt.

Zum Artikel der Neuen Westfälischen >>>

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2. Statusbericht: Bürgerhaushalte in Deutschland (Juli 2009)

Vor genau zwei Jahren ging die Seite http://www.Buergerhaushalt.de der Bundeszentrale für Politische Bildung und der Servicestelle Kommunen in der Einen Welt online. Auf der Plattform wird seither dokumentiert, was sich deutschlandweit tut im Bereich Bürgerbeteiligung am kommunalen Haushalt. In die Karte „Bürgerhaushalte in Deutschland“ werden alle Kommunen aufgenommen, die sich mit dem Thema Bürgerhaushalt aktiv beschäftigen – und ihre Aktivitäten zum Beispiel über die Presse oder das Internet bekannt werden. Am 1. Juli 2009 sind das 115 Kommunen. Zum Zeitpunkt des letzten Statusberichts Anfang Dezember 2008 waren 67 Kommunen in der Karte verzeichnet.

In den letzten sieben Monaten sind 48 neue Kommunen aufgenommen worden. Das zeigt, dass das Thema Bürgerhaushalt nach wie vor aktuell ist und bekannter wird. Besonders viele Kommunen mit dem Status „D“ (= Bürgerhaushalt in Diskussion) sind neu aufgenommen worden. In diesem Kommunen ist die Einführung eines Bürgerhaushalts Diskussionsthema, aber noch nicht beschlossene Sache. Oftmals wird das Thema Bürgerhaushalt im Wahlkampf aktuell. Wie zum Beispiel jüngst in Münster. Dort und in den anderen „D-Kommunen“ wird es spannend sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen.

Auch die Zugriffe auf das Informationsportal Buergerhaushalt.de sind angestiegen. Waren es im Juni 2008 durchschnittlich 343 Besuche pro Tag, so wurde die Plattform im Juni 2009 bereits 631-mal pro Tag besucht. 34.968 Seitenaufrufe von 3426 Nutzern gab es im Juni 2008. Im Juni 2009 wurden 63.766 Seiten von 6521 unterschiedlichen Nutzern besucht. Die Grafik der Besuche pro Tag Juni 2007 bis Juni 2009 zeigt diesen Aufwärtstrend, nämlich dass die Besuche pro Tag kontinuierlich zunehmen, die Plattform seit ihrer Einführung immer bekannter und häufiger aufgerufen wird (Zum Vergrößern auf die Grafik klicken).

besuche-pro-tag3.jpg

Aktuelle Zahlen

115 Kommunen sind inzwischen in der Karte der Bürgerhaushalts-Kommunen mit ihrem aktuellen Status verzeichnet:

Diskutiert wird die Einführung eines Bürgerhaushalts in 52 Kommunen, darunter zum Beispiel in Münster und in Waren an der Müritz. Diese Kommunen haben in der Karte den Status „D“ erhalten. „D“ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor.

Im Dezember 2008 waren es nur 13 Kommunen die den Status „D“ hatten. Diese Gruppe der „diskutierenden Kommunen“ hat sich also vervierfacht und damit mit Abstand am stärksten vergrößert. Es wird interessant sein, diese Kommunen weiter zu beobachten, da die Diskussion meist der erste Schritt auf dem Weg der Einführung eines Bürgerhaushalts ist. Oder aber die Diskussion kommt im Wahlkampf auf und wird danach möglicherweise nicht weitergeführt.

Den Status „A“ haben zurzeit fünf Kommunen inne. Die meisten von ihnen hatten bereits einen Bürgerhaushalt oder waren dabei ihn einzuführen, das Verfahren wurde nicht mehr weitergeführt oder ruht auf unbestimmte Zeit. Dazu gehört zum Beispiel die Stadt Esslingen (Neckar) oder auch die NRW-Modellstadt Hamm. „A“ = Abstellgleis: Der Bürgerhaushalt oder Vorformen, wie z.B. Bürgerinformationsveranstaltungen, werden nicht mehr durchgeführt. Die Einführung oder Fortführung des Bürgerhaushaltes wurde abgebrochen oder war nicht vorgesehen.

58 Kommunen sind derzeit aktiv, ⅾ.h. sie haben einen Bürgerhaushalt beschlossen (Status „B“), eingeführt (Status „E“), fortgeführt (Status „F“) oder arbeiten mit einem sogenannten Lesbaren Haushalt (Status „I“). Das sind zehn aktive Kommunen mehr als im Dezember 2008.

Die Einführung eines Bürgerhaushaltes beschlossen wurde in fünf Kommunen. Darunter zum Beispiel kürzlich in Gütersloh und in Trier. In beiden Städten änderte sich der Status in den letzten Monaten von „D“ zu „B“. In Trier mittlerweile sogar zu „E“ (siehe unten). Den Status „B“ haben in der Karte momentan also vier Städte inne. „B“ = Beschluss: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wurde durch den Rat (im besten Fall: einstimmig) beschlossen. Ein Ratsbeschluss liegt vor.

30 Städte und Gemeinden in Deutschland haben einen Bürgerhaushalt eingeführt. Im Dezember 2008 waren es 23 Kommunen, dazu gehören neben Hamburg und Köln Städte wie Bergheim, Freiburg, Trier oder Wiesbaden und kleinere Gemeinden wie Friedewald in Osthessen oder Großbreitenbach im Ilm-Kreis in Thüringen. In Wiesbaden und Trier änderte sich der Status in diesem Jahr bereits zweimal – von „Diskussion“ über „Beschluss“ zu „Einführung“. Diese 30 Gemeinden sind auf der Karte mit dem Status „E“ verzeichnet. „E“ = Einführung: Der Bürgerhaushalt wird zum 1. oder 2. Mal durchgeführt. Die Öffentlichkeit wird nicht nur über den Haushalt Informiert (z.B. durch eine Broschüre), sondern auch konsultiert: Sie hat die Möglichkeit, Verwaltungsvorschläge zu bewerten und/oder eigene Vorschläge einzubringen, zu diskutieren und zu bewerten. Darüber hinaus ist eine Rückmeldung darüber vorgesehen (Rechenschaft), ob und wie die Bürgervorschläge berücksichtigt wurden.

Acht Kommunen haben derzeit den höchsten Status „F“ inne. Zum Beispiel sind in Hilden, im Berliner Stadtbezirk Lichtenberg oder in Potsdam die Bürgerhaushalte inzwischen ein etabliertes Instrument bei der Haushaltsplanung und werden dort regelmäßig durchgeführt. „F“ = Fortführung: Der Bürgerhaushalt wird zum dritten Mal oder häufiger durchgeführt. Es zeichnet sich (erst jetzt) ab, dass die Beteiligung der Bürger ein fester und dauerhafter Bestandteil des Haushaltsplanungsverfahrens werden könnte/wird.

16 Kommunen haben einen Lesbaren Haushalt eingeführt und den Status „I“ erhalten. Unter anderem in Halle (Saale) oder Neuss wird bereits über den Haushalt informiert, die Bürger werden aber (noch?) nicht konsultiert. „I“ = Information: die Bürgerbeteiligung befindet sich (oder verharrt) auf der 1. Stufe: Die Bürgerinnen und Bürger werden über den Haushalt und die Haushaltsplanungen informiert, z.B. mittels Broschüren oder Informationsveranstaltungen. Eine Konsultation ist (noch oder dauerhaft) nicht oder nur in Ansätzen vorgesehen. Diese Städte informieren ihre Bürger bereits über den Haushalt, was oftmals der erste Schritt auf dem Weg zu einem Bürgerhaushalt ist.

In der Tabelle sind alle Status und ihre Anzahl im Überblick zu sehen:

Statustabelle

Folgende Kommunen sind auf der Karte (Stand 01.07.2009) zu den jeweiligen Status eingetragen:

B: Chemnitz, Gütersloh, Kirchanschöring, Oldenburg

E: Bad Wildungen, Bad Hersfeld, Bannewitz, Bergheim, Bergisch Gladbach, Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf, Berlin Friedrichshain-Kreuzberg, Berlin Neukölln, Berlin Spandau, Berlin Tempelhof-Schöneberg, Berlin Treptow-Köpenick, Bornheim, Cottbus, Diepholz, Erfurt, Freiburg, Golm, Großbreitenbach, Hamburg, Heilbad Heiligenstadt, Jena, Köln, Leipzig, Much, Plettenberg, Steinfurt, Suhl, Trier, Wolgast, Wiesbaden

F: Rheinstetten, Potsdam, Hilden, Groß-Umstadt, Emsdetten, Bonn, Berlin Marzahn-Hellersdorf, Berlin Lichtenberg

Ⅰ: Borkheide, Bremen Walle, Duisburg, Eichenau, Eisenach, Halle Saale, Landau, Landkreis Gießen, Moers, Neuss, Pulheim, Rostock, Salzgitter, Velten, Wenden, Wölfersheim

Ⅾ: Bad Wörishofen, Belzig, Blankenheim, Bochum, Brandenburg an der Havel, Bremen, Bünde, Coesfeld, Dülmen, Ettenheim, Frankfurt am Main, Friedewald, Ganderkesee, Hürth, Ingolstadt, Isny, Jüterbog, Kehl, Kiel, Köthen, Kyritz, Landkreis Cuxhaven, Landkreis Nordhausen, Landkreis Bad Kreuznach, Langenhagen, Lemwerder, Lengerich, Leverkusen, Ludwigshafen, Mainz, Mönchengladbach, Münster, Neustadt an der Weinstraße, Norderstedt, Nordhausen, Oestrich-Winkel, Offenheim, Pforzheim, Quedlinburg, Schorndorf, Schotten, Solingen, Straussberg, Trossingen, Viernheim, Waren Müritz, Werl, Westerstede, Westhausen, Witten, Wuppertal, Zülpich

A: Castrop-Rauxel, Esslingen, Hamm, Monheim, Vlotho.

Das nachfolgende Diagramm visualisiert die Status der 115 Bürgerhaushalt-Kommunen und zeigt dabei deutlich die größte Gruppe, die Kommunen mit dem Status „D“ (Diskussion). Diese Gruppe ist im letzten halben Jahr stark gewachsen und zeigt sehr eindrücklich, dass Bürgerhaushalte in immer mehr Städten und Gemeinden ein Thema in der politischen Diskussion sind.

Status 2009

Die Grafik „Neu aufgenommene Kommunen auf Buergerhaushalt.de Juni 2008 bis Juni 2009“ stellt dar, wie viele Kommunen in den einzelnen Monaten des letzten Jahres neu in die Karte aufgenommen wurden. Zwar mit Schwankungen, aber auch in dieser Grafik kann man verfolgen, dass die Anzahl tendenziell stetig weiter zunimmt.

neu aufgenommene Kommunen Juni 08 bis Juni 09

Der Statusbericht zum Download als PDF-Dokument >>>

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Strausberg: Einführung eines Bürgerhaushaltes von mehreren Fraktionen befürwortet

In der Kommune Strausberg in Brandenburg (26 000 Einwohner) wird die Einführung eines Bürgerhaushaltes von mehreren Parteien befürwortet. Sowohl CDU, Die Linke und als auch die Piratenpartei sprechen sich für Bürgerbeteiligung am Haushaltsplanverfahren aus.

Für den CDU-Stadtverband war die Einführung eines Bürgerhaushalts eines der Ziele im Wahlprogramm 2008:

Mit der von uns angeregten Einführung des Bürgerhaushalts wird ein höheres Maß an Transparenz bei finanziellen Entscheidungen erreicht und das Mitspracherecht der Strausberger Einwohner verbessert.

Auch die Partei Die Linke hat das Thema Bürgerhaushalt im Wahlkampf thematisiert:

DIE LINKE in Strausberg ist zu den Kommunalwahlen mit dem Ziel angetreten die lokale Demokratie zu erweitern. Dazu hat sie vorgeschlagen einen Bürgerhaushalt in unserer Stadt einzuführen.

Auf der Seite der Piratenpartei ist nun folgendes zu lesen:

Nun war ja letztens die zweite Sitzung der Arbeitsgruppe zum Bürgerhaushalt hier in Strausberg. Da wir uns nun darauf geeinigt haben, einen Bürgerhaushalt bereits im Jahr 2010 einzuführen, müssen wir uns entsprechend beeilen. Denn das bedeutet, dass wir den Bürgerwillen zum Ende das Jahres abgefragt und für eine Haushaltsabstimmung vorbereitet haben müssen.

Möglicherweise ist die Einführung eines Bürgerhaushaltes für Strausberg also schon beschlossen. Wir fragen nach und informieren Sie an dieser Stelle. Strausberg erhält in der Karte den Status „D“.

„D“ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor.

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Ärzte für Bürgerhaushalt

In Witten (99.500 EW, NRW) haben laut eines Berichtes von Derwesten.de zehn bis 15 Wittener Ärzte zusammen mit anderen „Politikverdrossenen” eine eigene Wählergemeinschaft gegründet: das Bürger Forum Witten. Das Bürger Forum Witten möchte sich für mehr Bürgerbeteiligung und transparente Politik einsetzen. In diesem Zusammenhang sind „Bürgerbegehren, regelmäßige Stadtteilforen und sogar „… Bürgerbegehren, regelmäßige Stadtteilforen und sogar ein ‚Bürgerhaushalt‘” … angedacht. Bleibt abzuwarten, was in Witten passiert wird und ob der Bürgerhaushalt als ein überparteiliches Projekt wie in anderen Kommunen Deutschlands diskutiert und eingeführt wird. Wir werden das beobachten und an dieser Stelle berichten.

Zum Artikel „Ärzte treten bei Kommunalwahl an“ auf derwesten.de >>>

Wir haben Witten in unsere Karte aufgenommen und den Status „D“ vergeben (“D“ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor).

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Hürth: Bürgerhaushalt im Wahlprogramm der CDU

Auch in Hürth (NRW, 56 000 Einwohner) ist die Einführung eines Bürgerhaushalts derzeit Thema im Wahlkampf. Für die Kommunalwahl am 30. August 2009 nennt die CDU laut der Kölnischen Rundschau Bürgerbeteiligung als eines ihrer vier großen Wahlkampfthemen.

Das Wahlprogramm, das die Christdemokraten und ihr Spitzenkandidat jetzt vorstellten, setzt auf kommunaler Ebene vier thematische Schwerpunkte: Wirtschaft, öffentlicher Nahverkehr, Familien und Bürgerbeteiligung.

Bei wichtigen Entscheidungen sollen die Bürger mehr Mitspracherecht erhalten. Den Christdemokraten schwebt unter anderem ein so genannter Bürgerhaushalt vor, bei dem die Hürther mit entscheiden können, wofür die Stadt Geld ausgibt und wie sie es einnimmt.

Auch in Hürth wird es spannend sein zu sehen, was nach der Wahl tatsächlich passiert. Hürth erhält in der Karte den Status „D“. (“D“ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor.)

Zum Artikel der Kölnischen Rundschau >>>

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Trossingen: „Der „Bürgerhaushalt“ harrt der Realisierung“

Die Schwäbische Zeitung Online (SZON) berichet in einem Artikel über die Einlösung von Wahlverprechen in Trossingen, dass die Grünen bereits im Wahlkampf 2004 die Einführung eines Bürgerhaushaltes forderten. Doch scheint bis heute nichts in diese Richtung passiert zu sein:

Ein weiterer Vorschlag der Grünen aus dem Wahlkampf 2004 harrt indes weiter der Verwirklichung – ihr basisdemokratisches Ansinnen eines „Bürgerhaushalts“, bei dem nicht nur Gemeinderäte, sondern die Trossinger selbst bei den Haushaltsplanberatungen mitreden dürften.

Trossingen erhält in der Karte den Status „D“.

„D“ = Diskussion: Die Einführung eines Bürgerhaushaltes wird in der Kommune diskutiert. Der Bürgerhaushalt wird z.B. von einer Partei oder einer nicht-staatlichen Organisation eingefordert. Die Einführung ist oft umstritten. Ein Ratsbeschluss zur Einführung liegt nicht vor.

Zum Artikel auf SZON.de >>>

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